Uniklinikum Leipzig

Königin Silvia eröffnet Kinderhaus für Opfer von Gewalt und Missbrauch

Prominente Gäste bei der Einweihung des neuen Childhood Hauses in Leipzig. Mit dabei waren unter anderem Mediziner Wieland Kiess (v.l.), Wolfgang Fleig (medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums), Königin Silvia von Schweden, Bundesjustizministerin Katarina Barley und Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow.

Prominente Gäste bei der Einweihung des neuen Childhood Hauses in Leipzig. Mit dabei waren unter anderem Mediziner Wieland Kiess (v.l.), Wolfgang Fleig (medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums), Königin Silvia von Schweden, Bundesjustizministerin Katarina Barley und Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow.

Leipzig. Königin Silvia von Schweden hat am Donnerstagnachmittag das erste Kinderhaus ihrer World-Childhood-Stiftung auf deutschem Boden eröffnet. Es ist für Kinder gedacht, die Gewalt oder sexuellen Missbrauch erlitten haben, und bringt alle Akteure unter ein Dach, die in solchen Fällen aktiv werden müssen. Die Monarchin bedankte sich, dass Leipzig sie bei diesem Herzensprojekt unterstützt hat. „Das verbessert das Leben der von Missbrauch betroffenen Familien. Die Kinder müssen nicht wieder und wieder ihre schreckliche Geschichte erzählen“, sagte die 74-Jährige.

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Geschützte, angstfreie Umgebung

Das Haus, das eher einer Wohnung ähnelt, befindet sich neu eröffneten Haus 7 des Uniklinikums in der Liebigstraße. Es ist rund um die Uhr geöffnet. Betroffene können mit ihren Angehörigen dorthin gehen, das Vorgefallene schildern, sich ärztlich und psychologisch untersuchen und beraten lassen. Auch die Polizei kommt zur Vernehmung dorthin. Helle Möbel, freundliche Farben an den Wänden, gemütliche Kuschelkissen und Kinderbilder sorgen für eine geschützte Atmosphäre, die den Kindern ihre Angst nimmt. Gemäß der Goldenen Regel, die Königin Silvia immer wieder betont: „Jedem Kind soll es am Ende des Verfahrens besser gehen als vorher.“

Aufzeichnung der Vernehmung

Kommt es zum Gerichtsverfahren, kann im Videovernehmungsraum eine gerichtsfeste Vernehmung des Kindes erfolgen, die auf DVD aufgezeichnet wird. Das Kind sitzt dann einer einzigen Person gegenüber, der geschulten Ermittlungsrichterin. Im Nebenraum – unsichtbar für das Kind – sitzen alle weiteren Personen, die an einem Gerichtsverfahren beteiligt: Beschuldigter, Verteidiger, Staatsanwalt, Gutachter, Dolmetscher. Per Tablet können die Personen aus dem Nebenraum ihre Fragen an die Ermittlungsrichterin durchgeben.

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Richterin Gabriele Schulz, Vorsitzende des Jugendschöffengerichts am Leipziger Amtsgericht, wird zusammen mit einer Kollegin die Kindsvernehmungen durchführen. „Neu ist, dass man hier alleine mit dem Kind in einem Raum sitzt“, sagt die Juristin. Neu ist auch, dass sie die Vernehmungen für andere führen wird – für Richter aus dem Amtsgericht, Landgericht und auch Oberlandesgericht. Und neu ist, dass sie selbst dabei gefilmt wird.

Ausstrahlung auf ganz Deutschland

Finanziert wurde das Kinderhaus von der World Childhood Stiftung, die Königin Silvia 1999 mitgegründet hat. Für die Räume und ihre Ausstattung sorgte das Uniklinikum. Justizministerin Katarina Barley sagte, dass Deutschland noch am Anfang steht, was den Schutz von Kindern vor Gericht angeht. Das Leipziger Projekt soll auf ganz Deutschland ausstrahlen. „Kein Kind darf verloren gehen“, betonte Wieland Kiess, Direktor der Uni-Kinderklinik.

Von Kerstin Decker

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