Arbeit

30 Tage reichen nicht: Deutsche leiden an Urlaubsmangel

Mehr als ein Drittel der Deutschen nimmt den Arbeitslaptop mit in den Urlaub.

Mehr als ein Drittel der Deutschen nimmt den Arbeitslaptop mit in den Urlaub.

Unbegrenzt Urlaub für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland? Derzeit wohl eher noch undenkbar. Doch den Deutschen durstet es nach mehr Urlaub, wie eine großangelegte Umfrage von Expedia sagt. Im Schnitt 27 Urlaubstage haben Deutsche, doch 79 Prozent gaben in der Studie an: Das reicht nicht! Deutschland leidet offensichtlich an Urlaubsmangel, nachdem jahrelang zu sehen war, dass die Deutschen nicht alle ihnen zur Verfügung stehenden Urlaubstage in Anspruch genommen haben. Nun gaben 81 Prozent der Befragten an, ihren Urlaub voll umfänglich ausgeschöpft zu haben – aber dennoch mehr zu wollen.

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In den USA sind bereits Modelle bekannt, wonach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst entscheiden können, wie viel (bezahlten) Urlaub sie nehmen. Dort führte das aber zu einem Rückgang der Urlaubszeiten: Nur 4 Prozent der Befragten gaben an, mehr als 30 Tage Urlaub genommen zu haben – im Schnitt waren es gar nur 13 Urlaubstage bei unbegrenzten Möglichkeiten. Wer glaubt, dass es solche Modelle nur in den USA gibt, täuscht sich aber – laut der Expedia-Studie haben in Deutschland immerhin 7 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ähnliche Regelungen bezüglich ihres Urlaubs.

Keine Work-Life-Balance: Deutsche arbeiten im Urlaub

Doch woran liegt die plötzliche Urlaubslust der Deutschen? Expedia geht davon aus, dass der gewichtigste Grund das zunehmende Verschwimmen von Freizeit und Arbeit ist. Expedia-Sprecherin Svetlana Hirth sagt: „Die Grenze zwischen Arbeit und Urlaub ist trotz der viel diskutierten Work-Life-Balance fließend.“ Viele können nicht mehr abschalten, auch wenn sie Urlaub haben und diesen sogar außerhalb ihres Zuhause verbringen.

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Die Daten zeigen: 35 Prozent der Deutschen nehmen den Arbeitslaptop mit in den Urlaub, 30 Prozent nehmen während des Urlaubs an Videokonferenzen teil und 28 Prozent sind via Handy auch im Urlaub erreichbar. „Jeder spricht vom wohlverdienten Urlaub, aber kaum jemand gesteht sich selbst eine Pause zu“, fügt Svetlana Hirth hinzu. „Wir sollten uns endlich bewusst machen, wie wichtig Urlaub ist und uns nicht scheuen, diesen auch einzufordern und zu genießen.“

Workation kann Abwechslung bieten, aber Urlaub nicht ersetzen

Das Verschmelzen von Arbeit und Beruf zeigt sich auch im Trend Workation, den es seit Ausbruch der Corona-Pandemie gibt. Hierbei handelt es sich um einen Mix aus Arbeit und Urlaub, wobei die Arbeitszeit an einem Urlaubsort erledigt wird. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die wegen Corona ohnehin im Homeoffice sind, verlassen Deutschland und mieten sich in einem Hotel auf den Kanaren oder an anderen sonnigen Orten ein. Dort arbeiten sie ihr normales Pensum, haben in ihrer Freizeit aber ein Urlaubsgefühl.

„Eine Workation bringt Abwechslung in den Arbeitsalltag, ist aber kein Ersatz für einen Erholungs- oder Abenteuerurlaub“, sagt Hirth. Die Zahlen aus der Untersuchung, bei der 14.544 Menschen befragt wurden, gibt ihr Recht: 74 Prozent der Arbeitnehmenden, die 2021 Workation gemacht haben, sagen, dass der Aufenthalt nicht mit einem Urlaub vergleichbar ist. 49 Prozent geben an, sich nach Feierabend nicht von der Arbeit haben lösen können und 59 Prozent fühlten sich nach der Workation nicht so erholt wie im Urlaub. Workation kann also helfen, triste Winterwochen in Deutschland hinter sich zu lassen und beim Arbeiten bessere Laune und mehr Sonne zu bekommen – einen richtigen Urlaub ersetzt es aber nicht.

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RND/msk

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