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Flucht im Bikini: Bagger reißen Hotel nach Nachbarschafts­streit ab

Diani Beach in Kenia ist bei Touristinnen und Touristen aus aller Welt beliebt.

Touristinnen und Touristen entspannten sich gerade am Pool, sonnten sich am Strand oder zogen sich auf ihr Zimmer zurück, als die Bagger anrückten und gnadenlos vorgingen: Am bei Touristinnen und Touristen beliebten Diani Beach in Kenia ist ein Hotel­komplex nach einem Streit unter Nachbarn zerstört worden.

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Die beiden Betreiber, eine Polin und ein Inder, sowie die Gäste wurden von dem Vorgehen am Freitag­mittag überrascht. Als die Bagger anrollten, konnten sie nur noch fliehen, mit den Gebäuden wurden auch Habseligkeiten der Touristinnen und Touristen zerstört, die auf den Hotel­zimmern waren. Video­aufnahmen zeigen Frauen, die im Bikini vom Hotel weglaufen und Reisende, die ungläubig auf das Szenario blicken, während Bagger die Wände des weißen Hotel­komplexes einreißen.

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Gerichts­streit über Größe des Hotel­areals

Das Viersterne­hotel Sonrisa im Süden des beliebten Diani Beaches, bei Rankings immer wieder als einer der schönsten der Welt gelistet, ist bereits seit 2013 in Betrieb, auf einem Gelände, das die Polin 2007 nach ihrem Umzug nach Kenia erworben hatte.

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Ein Jahr nach der Eröffnung des Hotels reichte ein Nachbar Klage ein – das Hotel sei auf einem Teil seines Grund­stückes errichtet worden, ließ er verlauten. Beim Nachbarn handelt es sich um den Medien­mogul Samuel Kamau Macharia, der von „Forbes“ und weiteren Magazinen bereits zu einem der einfluss­reichsten Millionäre Afrikas gekürt wurde. Unklar ist bislang, ob der Frau tatsächlich von Vermittlern ein Teil seines Grund­stücks verkauft wurde, um das Hotel zu bauen.

Bagger rückten erstmals im Januar an – konnten aber gestoppt werden

Obwohl es sich um ein noch laufendes Gerichts­verfahren handelte und es Macharia untersagt war, auf dem Teil, den er für sich reklamiert, tätig zu werden, rückten am 23. Januar erstmals Bagger an, um Außen­wände zu zerstören, berichtet „The Star“. Damals wurden die Handlungen jedoch sofort unterbunden, die beiden Bagger­fahrer festgenommen.

Am Freitag indes kam ein Abriss­unternehmen mit Unterlagen, nach denen ein Gericht entschieden haben soll, dass das Hotel illegal auf dem Gelände des Medien­moguls gebaut worden sei und abgerissen werden dürfe. Unter den Augen der Polizei wurde das Hotel zerstört. Die Betreiber des Sonrisa Hotels zweifeln an der Echtheit der Dokumente. „Ich kann nicht sagen, was hier los ist. Sie haben falsche Papiere bei sich, die nichts mit uns zu tun haben“, sagte Inhaberin Iwona Strezelecka dem Magazin „Kenyans“. „In diesen Unterlagen steht nichts, was mit uns oder diesem Gelände zu tun hat.“

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Gefahr für Menschen: Kritik an Abriss im laufenden Betrieb

Da solche Fälle in der Regel nicht in Abwesenheit und ohne Wissen einer beteiligten Person vor Gericht verhandelt werden, ist der Aufschrei in Kenia groß. Viele Menschen glauben, die Betreiber des Hotels wurden Opfer von Korruption, während Macharia durch Geld und Einfluss die Anlage zerstören durfte. Kritik gibt es vor allem für die Art und Weise des Vorgehens am Freitag – ein Abriss im laufenden Betrieb, während Angestellte und Reisende auf dem Areal waren.

RND/msk

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