Buchmann visiert weißes Trikot bei der Tour an

In guter Form: Emanuel Buchmann startet für das deutsche Team Bora-Hansgrohe.

In guter Form: Emanuel Buchmann startet für das deutsche Team Bora-Hansgrohe.

Düsseldorf. Mit zahlreichen Stars der Radsportszene beginnt die Tour de France 2017 in der Rheinmetropole Düsseldorf. Auch deutsche Rennfahrer machen sich Hoffnungen auf Erfolge. Einer von ihnen ist Emanuel Buchmann vom deutschen Team Bora-Hansgrohe.

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Emanuel Buchmann, die Tour de France startet in Düsseldorf. Was überwiegt vor den drei Wochen: Vorfreude oder Respekt?

Auf jeden Fall die Vorfreude. Es ist etwas ganz Besonderes für mich, dass ich wieder an der Tour teilnehmen darf – und dann noch mit einem Start in Düsseldorf. Ich bin gut drauf, die Teamkollegen haben starke Ergebnisse erzielt. Ich freue mich, dass es endlich losgeht!

Den letzten Start einer Tour de France in Deutschland gab es 1987 in Berlin. So etwas erleben Radsportler nicht alle Tage.

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Das stimmt. Damals war ich noch nicht einmal geboren (Buchmann ist 24 Jahre alt, Anm. d. Red.). Als deutscher Fahrer in einem deutschen Team die Tour de France in Deutschland zu starten – das ist etwas ganz Besonderes. Aber im Endeffekt bereiten wir uns als Fahrer genauso vor wie sonst auch. Ich merke allerdings, dass die Medienaufmerksamkeit und das Interesse der Fans viel größer sind.

Welche Bedeutung hat der Grand Départ der Tour für den Radsport in Deutschland?

Ich denke, dass der Radsport in Deutschland auf einem guten Weg ist. Das zeigt auch der Start hier in Düsseldorf. Ich hoffe, dass am Wochenende viele Zuschauer da sein werden. Mit dem Team Sunweb und meiner Mannschaft Bora-Hansgrohe sind zwei deutsche Teams dabei, viele deutsche Fahrer nehmen die Tour in Angriff und im kommenden Jahr gibt es endlich wieder eine Deutschlandtour. Es werden wieder positive Nachrichten geschrieben.

Buchmann: „Ich werde mein Bestes geben.“

Mit welchen persönlichen Zielvorstellungen starten Sie in die drei Wochen?

Das weiße Trikot für den besten Nachwuchsprofi zu gewinnen wäre natürlich ein großer Traum! Aber ich weiß, welche Aufgaben ich im Team habe. Ich bin hier, um Rafal (Majka, Anm. d. Red.) zu unterstützen. Er ist unser Mann für die Gesamtwertung und richtig gut drauf. Ich werde mein Bestes geben, damit er weit vorn landet, und ihn so gut es geht unterstützen. Trotzdem ist es mein Ziel, eine Etappe zu gewinnen. Ich bin in einer guten Form.

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Um das weiße Trikot zu gewinnen, müssen Sie vorn dabei sein.

Das ist richtig. Deshalb darf und will ich beim Zeitfahren am Samstag in Düsseldorf auch nicht zu viel Zeit verlieren. Ich mache mir aber keinen Stress. Ich will durch meine Teilnahme weiter lernen. Ich bin mit 24 Jahren noch ein junger Fahrer und muss mich als Rundfahrer noch weiterentwickeln. Ich mache mir daher keinen Druck.

Guter Rundfahrer braucht mentale Stärke

Was braucht es aus Ihrer Sicht, um ein erfolgreicher Rundfahrer zu werden?

Vor allem muss ein guter Rundfahrer mental stark sein. Dann braucht man in den entscheidenden Situationen die besten Beine. Am Ende zählt schließlich, wer als Erster im Ziel ist. Ganz wichtig ist aber, dass man es schafft, sich in den kompletten drei Wochen aus allem herauszuhalten. Ein Sturz könnte alles beenden.

Die großen Favoriten der diesjährigen Tour sind natürlich der dreimalige Gewinner Chris Froome und Richie Porte. Bei der Tour-Generalprobe Critérium du Dauphiné konnten Sie mit beiden mühelos mithalten. Wie groß ist Ihr Respekt vor diesen großen Namen noch?

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Natürlich ist der sehr groß. Diese Fahrer haben eine ganz andere Qualität und sind auf den Punkt da, wenn es darauf ankommt. Ich kann mir von denen noch viel abschauen.

Von Stefan Döring

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