Titelprämien der DFB-Teams

Frauen holen auf – doch eine große Lücke bleibt

Steigen am Freitag in die EM ein: Die deutschen Fußballerinnen.

Steigen am Freitag in die EM ein: Die deutschen Fußballerinnen.

Bei den Prämienzahlungen für einen Titelgewinn bei der Europameisterschaft herrscht zwischen den deutschen Fußball-Nationalmannschaften weiter ein großes Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Allerdings wird die Differenz im Verhältnis gesehen geringer, die Kurve bei den Frauen steigt also. Das zeigt eine kurz vor der an diesem Mittwoch beginnenden Frauen-EM veröffentlichte Analyse des Fachmagazins „Sponsors“.

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Demnach hatte der Deutsche Fußball-Bund vor der Männer-EM 2004 noch 100.000 Euro an Titelprämie ausgelobt, bei den Frauen ein Jahr später nur 10.000 Euro. Vier Jahre später waren es 250.000 Euro bzw. 12.000 Euro. Noch deutlicher war die Diskrepanz sogar 2000 und 2001 gewesen: Die Männer sollten 75.900 Euro erhalten, die Frauen 3000 Euro.

Bis zur EM 2020, die nach einer coronabedingten Verlegung erst 2021 ausgetragen wurde, stieg die Summe bei den Männern auf 400.000 Euro, bei den Frauen in diesem Jahr auf 60.000 Euro. Mittlerweile würden die Frauen im Falle eines EM-Titels also immerhin etwas mehr als ein Sechstel des Betrages kassieren, der an die Männer ausgeschüttet worden wäre. 2004/2005 wäre es indes nur ein Zehntel, vier Jahre später gar nur rund ein Zwanzigstel gewesen.

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Laut „Sponsors“ erklärt sich die Differenz vor dem aktuellen Turnier durch die vom europäischen Fußball-Verband Uefa ausgeschütteten Preisgelder – 331 Millionen Euro zu 16 Millionen Euro – sowie durch die unterschiedlich erfolgreiche Vermarktung der beiden Nationalmannschaften. Bei den Männern habe der DFB im Jahr 2020 ein Plus von etwa 40 Millionen Euro erzielt, bei den Frauen hingegen ein Minus von 1,5 Millionen Euro.

Mehrheit der Deutschen für gleiche Erfolgsprämien

Aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur geht hervor, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen dafür ist, dass die Fußball-Nationalspielerinnen die gleichen Erfolgsprämien bekommen sollen wie ihre männlichen Kollegen. Demnach sind 67 Prozent der Befragten für eine gleiche Bezahlung. 18 Prozent sind dagegen, 15 äußerten keine Meinung.

Frauenfußball-EM in den Startlöchern: Erste Partie für DFB-Frauen am Freitag

Die Europameisterschaft der Frauen 2022 steht in den Startlöchern, das erste Spiel für die DFB-Frauen steigt am am 8. Juli.

Mehrere Nationen hatten zuletzt Schritte unternommen, um finanzielle Unterschiede zwischen Fußballerinnen und Fußballern zu überwinden oder zu minimieren. Beispiele: Die US-Fußballerinnen um Kapitänin Megan Rapinoe setzten im Mai einen historischen Tarifvertrag durch, der allen Spielerinnen und Spielern die gleiche Bezahlung einschließlich Boni garantiert. Der spanische Verband RFEF will künftig seine beiden Nationalmannschaften mit gleichen Anteilen an den von der Uefa und vom Weltverband Fifa ausgeschütteten Boni und TV-Prämien beteiligen.

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