Handball-Bundesliga

33:23 gegen Hamm: SC DHfK Leipzig wirft sich den Frust von der Seele

Leipzigs Luca Witzke behält gegen Mait Patrail und Hamms Jan von Boenigk den Überblick.

Leipzigs Luca Witzke behält gegen Mait Patrail und Hamms Jan von Boenigk den Überblick.

Leipzig. Tief im Innersten mag er ein brodelnder isländischer Vulkan sein. Doch als 3546 Zuschauer am Sonntag kurz nach 18 Uhr ihren neuen DHfK-Trainer Runar Sigtryggsson lautstark zum ersten Heimauftritt begrüßten, betrat der 50-Jährige mit stoischer Ruhe die Handball-Platte der Arena Leipzig. Ruhe ausstrahlen, der Mannschaft von außen Sicherheit geben – dies war auch in den folgenden 60 Minuten oberste Trainerpflicht.

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Mit einem Acht-Tore-Sieg gegen den Tabellenletzten Hamm-Westfalen hätten die Grün-Weißen in der Bundesligatabelle einen Sprung vom 16. auf den 12. Rang machen können. Sieben Tore warfen sie bereits im ersten Durchgang heraus – am Ende feierte die Mannschaft mit ihren Fans einen hochverdienten 33:23 (18:11)-Erfolg. Passend zum Sieg hatte Geschäftsführer Karsten Günther nach dem Abpfiff noch eine frohe Botschaft. Kapitän Simon Ernst bleibt dem Club ein weiteres Jahr erhalten, verlängerte seinen Vertrag bis 2024.

Auch wenn der Erstliga-Neuling nicht der absolute Gradmesser sein mag: Dieser Erfolg ist Balsam auf die geschundene Leipziger Handball-Seele. Und nach den frustrierenden vergangenen Wochen und dem etwas glücklichen 25:24-Erfolg beim Trainer-Debüt am Donnerstag in Wetzlar muss man auch einen Tabellenletzten erst einmal so deutlich in die Schranken weisen. Zumal die Leipziger nicht nur den Ausfall von Kreisläufer Maciej Gebala verkraften mussten, sondern nach gut vier Minuten auch ihren Abwehrchef Marko Mamic verloren. Der Kroate war nach seinem sehenswerten Treffer zum 4:1 unglücklich gelandet und mit schmerzendem Knie liegengeblieben. Am Montag muss er zum MRT in die Röhre.

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Nun drohte ein Bruch der bis dahin souveränen Vorstellung. Sieben Gegentore in 14 Minuten gefielen Sigtryggsson nicht. Der Isländer reagierte beim Stand von 8:7 mit einer Auszeit und mahnte geringere Abstände im Deckungsverbund an. Anschließend sagte Luca Witzke den nächsten Spielzug an – und traf selbst. Nun hatten die Leipziger die Partie wieder im Griff und zogen auf 11:7 davon.

Weiter steigern

Das Angriffsspiel lief gegen teilweise überforderte Westfalen wie am Schnürchen. Ebenso wichtig: Nach der Fehler-Orgie in Wetzlar unterlief den Grün-Weißen erst in der 17. Minute der erste technische Fauxpas, am Ende der Partie waren es sechs. Die Würfe waren meist konzentriert, sodass der Ex-Leipziger Felix Hertlein (ehemals Storbeck) im Gäste-Tor einen schweren Stand hatte. Auf der Gegenseite vernagelte Kristian Saeveras immer besser den DHfK-Kasten.

Blieb die Frage: Würden die Leipziger angesichts des komfortablen Vorsprungs mal ohne den zuletzt oft obligatorischen Einbruch über die Runden kommen? Ein Ja mit Tendenz zum Jein war die Antwort, denn der Sieg hätte höher ausfallen müssen. Nun gilt es, am kommenden Sonntag (18 Uhr) bei den starken Stuttgartern eine weitere Steigerung hinzulegen.

„Sehr gute Stimmung in der Halle“

Kristian Saeveras sagte nach der Partie: „Das war heute eine geile Leistung von uns – sehr, sehr stabil. Die ersten Minuten hat’s noch nicht so geklappt, aber dann haben wir alles zu gemacht. Dann lief sehr viel, was wir in der Vergangenheit vermisst haben. Wir hatten jetzt erst ein oder zwei Einheiten mit Rúnar (Sigtryggsson, Anm. d. Red.). Er bringt Ruhe und eine neue Energie rein, die wir vielleicht gebraucht haben. Ich freue mich sehr, dass er hier ist.“

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Auch Rúnar Sigtryggsson freute sich: „Es war sehr gute Stimmung in der Halle. Die Fans haben in der zweiten Halbzeit besser abgeliefert als wir auf dem Spielfeld. Die Woche war interessant, ich hatte Jetlag, habe vom Staff aber viel Hilfe bekommen. Wir können hier noch viel aufbauen.“ Auch wenn das Ergebnis deutlich war, war der neue Coach noch nicht zufrieden: „Ich hätte mir mehr Disziplin und Einsatz von meinen Spielern gewünscht, um das gute Spiel der ersten Hälfte fortzusetzen. Ich erwarte, dass meine Spieler mehr Leistung zeigen als heute.“

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Michael Lerscht, Trainer des ASV Hamm, sah die Niederlage schon ein wenig voraus: „Wir sind in der ersten Phase des Spiels gut im Plan, haben dann zwei, drei Fehlwürfe und das zieht uns dann einfach zu schnell den Zahn. Die Jungs laufen gerade einfach nicht mit dem größten Selbstvertrauen durch die Welt.“

Simon Ernst war „extrem erleichtert. Am Donnerstag war es ruhig im Bus, da waren wir einfach nur erschöpft und erleichtert. Heute konnten wir nachlegen, das war unheimlich wichtig. Nun haben wir eine Woche Zeit, dass Runar und seine Spiel-Philosophie vorstellen kann. Mental haben wir den ersten Schritt nach vorn gemacht.“

DHfK-Tore: Kristjansson 9/4, Klima 5, Wiesmach 4, Matthes 4, Krzikalla 3, Witzke 2, Maric 2, Ernst 1, Mamic 1, Binder 1, Sunnefeldt 1.

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