Nordsachsenpokal

Achtelfinale im Nordsachsenpokal: Riesenüberraschungen und drei Elfmeterschießen

Jubeltraube der unterklassigen Spielgemeinschaft nach dem erfolgreichen Elfmeterschießen gegen Oschatz.

Jubeltraube der unterklassigen Spielgemeinschaft nach dem erfolgreichen Elfmeterschießen gegen Oschatz.

Wermsdorf/Krostitz. Volkmar Beier, der Spielausschussvorsitzende des Nordsächsischen Fußballverbandes (NFV), brachte es nach den letzten Sonntagspielen im Kreispokal-Achtelfinale auf den Punkt: „Ich bin schon erstaunt über das Favoritensterben.“ So scheiterte Kreisoberligist FSV Oschatz bei der Kreisliga-Spielgemeinschaft Naundorf/Wermsdorf II/Luppa nach Elfmeterschießen mit 3:6. Gleiches wiederfuhr den Nordsachsenligisten TSV 1862 Schildau und SV Süptitz. Schildau verlor beim FSV Glesien mit 5:6 und Süptitz bei der Reserve des FSV Krostitz mit 5:7.

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Die Auslosung des Viertelfinales wird laut Beier voraussichtlich schon am kommenden Samstag in der Halbzeitpause der Landesklasse-Partie zwischen dem FSV Krostitz und Roter Stern Leipzig stattfinden. „Die Krostitzer haben diesen Wunsch geäußert, weil sie im Kreispokal noch mit zwei Teams vertreten sind.“ Terminiert ist das Viertelfinale für den 19. und 20. November. Sollten beide Krostitzer Teams dann sogar das Halbfinale erreichen, müssen sie dort gegeneinander spielen. Beier: „Das sieht unsere Spielordnung so vor.“

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Auch den Alten Herren aus Krostitz hatten am Sonntag – direkt vor dem Sieg der zweiten FSV-Mannschaft – für eine große Überraschung gesorgt, als sie den Kreisligisten Dommitzscher SV Grün/Weiß mit 1:0 aus dem Pokal beförderten. Enrico Köckeritz erzielte vor 60 Zuschauern in der 49. Minute das Tor des Tages.

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Der Erfolg der Krostitzer Männer-Reserve, die die Kreisliga ungeschlagen anführen, kam nicht ganz überraschend. Die 1:0-Führung der Süptitzer (22. Minute) drehten Sunny Eilenstein (27.) und Steve Gruber (37.) zur 2:1-Pausenführung. Stefan Vogel konnte in der 61. Minute wieder ausgleichen und Robert Mühlbach brachte Süptitz in der Verlängerung mit dem 3:2 (106.) schon fast auf Siegkurs. Doch Oliver Narr glich sechs Minuten später wieder aus und das Elfmeterschießen ging dann vor mittlerweile 92 Fans an die Hausherren.

Personalmangel bei Oschatz

Bereits am Freitagabend zogen die Alten Herren vom TSV Rackwitz im Heimspiel gegen das Kreisklasse-Team von der SG Zschortau II mit 1:6 (1:1) den kürzeren. Samstag folgte dann die erste Überraschung in Wermsdorf, als die SpG die Oschatzer im Elfmeterschießen besiegte. Das von Sebastian Wogawa trainierte Kreisligateam war personell gut aufgestellt, denn zu den etablierten Stammkräften gesellten sich mit Tom Köppe, Timo Radeck und allen voran Demba Mbye drei Akteure mit Einsatzerfahrung in der Kreisoberliga.

Auf der Gegenseite hatte Enrico Kernche, der den verhinderten Cheftrainer Steffen Wiesner vertrat, aus Personalmangel gleich vier Talente aus der Oschatzer A-Jugend mitgebracht. Zum Spieler des Tages avancierte allerdings Stürmer Mbye, der erst im Sommer die Wiesner-Elf Richtung Wermsdorf verlassen hatte.

In der regulären Spielzeit fielen auf dem Platz an der Sachsendorfer Straße sechs Tore, wobei vier auf das Konto der Spielgemeinschaft gingen. Timo Radeck besorgte das frühe 1:0 (2.), doch Tobias Pöhlmann (10.) und Oliver Erdmann (19.) sorgten für die Oschatzer 2:1-Pausenführung. Kurz nach dem Ausgleich durch Demba Mbye (58.) – nach schöner Vorarbeit von Johannes Keller – versenkte Felix Grützke den Ball im eigenen Tor und die Gäste führten wieder mit 3:2 (62.).

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Als Thommy-Lee Weber nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung Gegner und Ball verwechselte, zückte Schiedsrichter Stefan Piknik in der 84. Minute die Rote Karte und die Spielgemeinschaft stand in der Schlussphase nur noch zu zehnt auf dem Platz. Doch Piknik ließ aufgrund der vielen Unterbrechnungen nachspielen und Mbye sorgte nach einem Freistoß von Matti Lehmann per Kopf doch noch für den 3:3-Ausgleich (90.+5).

„Absolute Ekstase“

Dabei blieb es bis zum Ende der Verlängerung. Dann brachte SpG-Keeper Hannes Starke sein Team mit zwei gehaltenen Elfmetern auf die Siegerstraße, denn für die Gastgeber trafen gleichzeitig der frisch gebackene Vater Kevin Schmidt und Timo Radeck. Mbye erhöhte im Anschluss auf 6:3, bevor der dritte Oschatzer Schütze das Tor verfehlte und damit das Spiel beendete.

„Die Gastgeber haben verdient gewonnen“, gestand danach der Oschatzer Mannschaftsleiter Rainer Schwurack. „In der Verlängerung hatte man den Eindruck, dass wir mit einem Mann weniger auf dem Platz waren und nicht Wermsdorf. Und im Elfmeterschießen haben einige unserer älteren Spieler leider keine Verantwortung übernommen.“

Der Wermsdorfer Pressechef André Kamm war begeistert: „Absolute Ekstase, was für ein Nachmittag! Die Spielgemeinschaft gewinnt nach ganz großem Einsatz und toller Mannschaftsleistung.“ Und einen Tag später setzte sich die erste Männermannschaft der Hubertusburger in einem vorgezogenen Punktspiel mit 7:0 gegen Spröda durch und steht damit allein an der Tabellenspitze der Nordsachsenliga.

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