Stadtpokalfinale

Albaghdadi schießt Leipzig ins Glück: Chemie II holt den Pott in Minute 120

Die Spieler der zweiten Mannschaft von Chemie Leipzig feiern den Pokalsieg und stehen zusammen für das obligatorische Gruppenfoto.

Die Spieler der zweiten Mannschaft von Chemie Leipzig feiern den Pokalsieg und stehen zusammen für das obligatorische Gruppenfoto.

Panitzsch. Dramatischer ging’s kaum: Die zweite Mannschaft von Chemie Leipzig hat sich mit einem in der 120. Minute gesicherten 2:1-Finalerfolg beim Titelverteidiger und frischen Stadtmeister SV Panitzsch/Borsdorf den Fußball-Stadtpokal erkämpft. Vor 1080 Zuschauern, darunter etwa ein Drittel Chemie-Fans, gelang Ahmad Albaghdadi in der letzten Minute der Verlängerung der Siegtreffer. Zuvor hatte Erik Peters die Gäste mit einem Freistoß in Führung gebracht, doch das konnte der SVP kurz vor Ende der regulären Spielzeit durch Sebastian Rau ausgleichen.

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Hubschrauber landet auf dem Spielfeld

Apropos reguläre Spielzeit: Angesichts des warmen Wetters wurde diese vom in seinem letzten Spiel (nach über 1000 Partien!) einmal mehr gewohnt souverän agierenden Referee Sebastian Zander nicht nur für Trinkpausen unterbrochen, sondern gegen Ende der ersten Halbzeit auch wegen einer Hubschrauberlandung. Plötzlich tauchte nämlich ein ADAC-Helikopter über dem Spielfeld auf. Zuschauer wie Aktive wunderten sich, denn es hatte sich ja niemand sichtbar verletzt. Doch die anwesende Polizei signalisierte eine nötige Spielunterbrechung und der Heli landete auf dem Rasen - mit einem Notarzt an Bord. Er war gerufen worden, weil hinter den Rängen ein Kind von einem Klettergerüst gefallen war und sich dabei den Arm gebrochen hatte.

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Bis zu diesen Schreckminuten verlief die Partie ausgeglichen, spannend, aber ohne die ganz großen Torchancen. Das änderte sich auch nach Wiederanpfiff kaum, weil beide Teams bei allem Eifer nur wenige Angriffe zu Ende brachten. So musste ein Freistoß den Torbann brechen, Peters setzte das Leder aus gut 20 Metern per Aufsetzer ins lange Eck (62. Minute).

„Musste es einfach wiedergutmachen“

Die Zweikämpfe wurden nun giftiger, es knirschte mitunter ganz ordentlich im Knochen-Gebälk, einige Akteure wirkten auch etwas übersteuert – hitzig eben. Die richtigen Tormöglichkeiten besaß nun Chemie. Peters hätte beinah das 2:0 gemacht, doch SVP-Keeper Leonhard Saewe lenkte den Schuss noch an den Pfosten (74.). Kurz darauf wartete Albaghdadi allein vor Saewe zu lange und wenig später scheiterten auch Eugene Winkler (76.) sowie Yahya Jawneh (81.) Sie trafen nur Saewe, der damit sein unglückliches Aussehen beim 0:1 deutlich kompensierte. Chemie II allerdings verpasste damit die Chance zur Vorentscheidung, was sich mit dem Kopfballtreffer von Sebastian Rau zum 1:1 rächte.

Also ging’s in die Verlängerung, die schon ganz stark nach Elfmeterschießen aussah, ehe Stürmer Albaghdadi die bis dahin erstaunlich leisen Gästefans genau vor deren Augen in lauten Freudentaumel versetzte. „Das war unglaublich, ich habe die ganze Zeit an meine vergebene Möglichkeit gedacht und musste es einfach wiedergutmachen“, sagte der Schütze überglücklich über die segensreiche Fügung für sein Team – das den eifrigen Dribbler natürlich überschwänglich feierte.

Auch die Frauen holen den Pokal nach Leutzsch

Verständlicher Ärger auf der Gegenseite, denn den entscheidenden blitzsauberen Konter hatte Routinier Torsten Schönfeld mit einem Fehlpass im Vorwärtsgang eingeleitet. Zugleich war das ein Indiz dafür, wie entschlossen die Kontrahenten bis zum Schluss die Offensive suchten. „PaBo’s“ Trainer Thomas Wedemann ärgerte der finale Lapsus natürlich. „Es war dennoch ein sensationelles Spiel“, befand er, „mit viel Willen haben wir den Ausgleich geschafft. Chemie hat aber nicht unverdient gewonnen, wenn auch etwas glücklich.“ Auch sein Chemie-Kollege Dennis Kuhrig äußerte sich respektvoll: „Da wir unsere Chancen zum 2:0 nicht genutzt haben, hätten wir uns auch nicht beschweren können, wenn die Panitzscher das gedreht hätten. Dass wir so kurz vor Schluss doch gewonnen haben, kann ich noch gar nicht in Worte fassen.“

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Übrigens ging der Stadtpokal auch bei den Frauen nach Leutzsch: Bereits am Freitagabend hatte der TuS das Endspiel gegen Eintracht Schkeuditz durch ein Tor von Tina Reimann gewonnen.

Panitzsch/Bdf.: Saewe, Pohl (83. Schönfeld), Wagner, Fischer, Klemm, Kaiser, Walter (71. Winkler), Bär (64. Hertwig), Stelzner Fröhlich (96. Schröck), Rau.

Chemie II: Raschdorf, Manewaldt (65. Schmidtke) Schilling, Zimmer, Heine, Knoth (76. Lachmann), Schweigert, Winkler (87. Bakkush), Jawneh (113. Meier), Albaghdadi, Peters.

Tore: 0:1 Peters (62.), 1:1 Rau (89.), 1:2 Albaghdadi (120.). SR.: Zander (Leipzig). Z.: 1080.

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