Fußball-Regionalliga

Auf Lok Leipzig wartet die beste Defensive der Liga – Top-Torjäger Ziane fit

Lok-Torjäger Djamal Ziane ist fit für das Gastspiel beim FC Carl Zeiss Jena.

Lok-Torjäger Djamal Ziane ist fit für das Gastspiel beim FC Carl Zeiss Jena.

Leipzig. Ärgerlich – am vergangenen Wochenende waren Leipzigs Fußballfreunde nun doch gezwungen, mit mehr als einem halben Auge auf die Kirmes-WM im gelobten Land zu schauen. Regionalliga war nicht – unbekannte Flugobjekte in Form von weißen Flocken machten das angedachte Spektakel gegen den Chemnitzer FC zunichte. Mit so viel außerplanmäßiger Freizeit wussten verdutzte Fußballer gar nichts so recht anzufangen – der Spielrhythmus ging verlustig. Dabei wollte der 1. FC Lok seinen Fans ein wahrhaft vergnügliches Sonntagsprogramm kredenzen, nach dem unfassbaren Herzschlagfinale gegen den Berliner AK wenige Tage zuvor wäre das Bruno-Plache-Stadion mutmaßlich richtig voll geworden. Alles für die Katz. Statt voller Ränge und lauter Gesänge gab es für die bedauernswerten Akteure nur täglich Brot auf dem Trainingsplatz, Gänsehaut lediglich vom nasskalten Wetter. Kapitän Sascha Pfeffer fasst die Vorbereitung wie folgt zusammen: "Wir haben uns ganz normal vorbereitet wie auf jeden anderen Gegner auch. Mit den Witterungsbedingungen haben wir alle zu kämpfen, es gibt ein paar angeschlagene und kränkliche Spieler."

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In Jena wartet die beste Defensive der Liga

Doch vielleicht kam die anderthalbwöchige Pause nicht ausschließlich ungelegen. Ein paar Tage mehr Vorbereitungszeit können dem akribischen Baumeister Almedin Civa durchaus in die Karten gespielt haben. Auch kleinere Risse im Putz der spielerischen Bausubstanz konnten so übertüncht werden –Top-Top-Stürmer Djamal Ziane konnte sich muskulär erholen, sein Oberschenkel glänzt wie neu, auch wenn der Kapitän noch warnt: „Er wurde im Training langsam wieder herangeführt, letztlich muss er selber in seinen Körper reinhorchen, ob es klappt. Wir sind zwar immer in der Lage, vorne Tore zu machen, aber man merkt schon, wenn der Djamal fehlt. Jetzt darf er keinesfalls überpacen, damit nichts Schlimmeres im Muskel passiert.“

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Gegen die abwehrstarken Carl-Zeiss-Jünger, die mit nur elf Gegentoren die beste Defensive der Liga stellen, muss das Objektiv vor dem Tor messerscharf justiert sein, will man etwas Zählbares mitnehmen. Dazu soll laut Pfeffer der Schwung aus dem emotionalen Auswärtssieg beim BAK mitgenommen werden: „Auch wenn das nun schon mehr als eine Woche her ist, diesen Sieg wollen wir am Samstag vergolden und oben dran bleiben. Der Gegner ist trotz der letzten Krise sehr eklig, das haben sie zuletzt gegen Babelsberg bewiesen - wir müssen gewappnet sein.“ Die Mannschaft von Trainer Henning Bürger, der im November den geschassten Andreas Patz ersetzte, will sich ihrerseits nach zuletzt durchwachsenen Auftritten spielerisch stabilisieren. Nach furiosem Start in die Saison folgte eine echte Durststrecke, die Patz letztlich auch den Arbeitsplatz kostet – Jena ist derzeit wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt.

Lok-Bilanz gegen Jena ist ausbaufähig

Neben dem allsehenden Auge Almedin Civa wird auch Außenverteidiger Eric Voufack dennoch eine Vorahnung haben. Für den 21-jährigen wird es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Von 2016 bis 2020 durchlief der bullige Modellathlet die Jugend der Thüringer, spielte sowohl für die zweite Mannschaft in der Oberliga als auch sporadisch bei den Profis in Liga 3. Verfrühte Geschenke werden allerdings nicht verteilt. Voufack ist durchaus bereit, gegen alte Weggefährten die Rute sprechen zu lassen. Bedingungsloser Einsatz wird allen Beteiligten abverlangt, um den direkten Vergleich mit dem ewigen Rivalen ein wenig aufzuhübschen – von den neun Regionalliga-Partien der jüngeren Vergangenheit seit 2012 konnten die Probstheidaer lediglich zwei siegreich gestalten.

Mit 26 Punkten steht Lok indes gegenwärtig blendend da. Wird auch in der letzten englischen Woche vor der Winterpause artig gepunktet, winkt eine echte Spitzenplatzierung. Dazu müssen die unmittelbaren Tabellennachbarn aus Jena, Chemnitz (14.12.) und Babelsberg (17.12.) jeweils in direkten Duellen auf Distanz gehalten werden. Als möglicher Tabellenführer schaut man bestimmt auch frohgemut das WM-Finale an, Herbst- statt Weltmeister.

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