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Fußball

Blau-Weiß Deutzen zieht sich aus der Kreisoberliga zurück

Eine Szene vom März-Heimspiel der Deutzener gegen den TSV Lobstädt. Hier versucht Christoph Ertner (links/Deutzen) seinen Gegenspieler Dominik Grübel zu stoppen.

Eine Szene vom März-Heimspiel der Deutzener gegen den TSV Lobstädt. Hier versucht Christoph Ertner (links/Deutzen) seinen Gegenspieler Dominik Grübel zu stoppen.

Neukieritzsch. Neun Spieljahre sind nicht nur im Profifußball beinahe eine halbe Ewigkeit, sondern auch im Amateurbereich. Für die Männermannschaft des SV Blau-Weiß Deutzen endet nunmehr eine solch lange Ära. Seit dem 17. August 2013 waren die Kicker aus dem schönen Neuseenland in der damals noch jungen Kreisoberliga vertreten. Mit einer 1:2-Niederlage vor 160 Zuschauern zu Hause gegen Geithain hatte alles begonnen.

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Es war ein Aufstieg im zweiten Versuch. 2012 hatte man als Staffelsieger der Kreisliga A zunächst auf den Sprung nach oben verzichtet und es sich dann anders überlegt. Doch einen Rückzug vom Rückzug ließen die Regularien nicht zu. Die Deutzener holten Versäumtes nach und wurden wieder Meister. Sie kletterten dann wirklich hoch und kamen in Folge siebenmal hintereinander auf einem einstelligen Tabellenplatz ins Ziel. Das beste Abschneiden war ein vierter Rang in der Saison 2019/20. Anschließend wurden sie Vierzehnter und Zwölfter. Damit deuteten sich die personellen Schwierigkeiten bereits ein wenig an.

„Ständig auf der Autobahn unterwegs gewesen“

Der 2015 aus Böhlen in die Glück-Auf-Sportstätte gewechselte Trainer Rolf Tröger – in den beiden Serien zuvor saß der Bad Lausicker Klaus-Dieter Fekete auf der Bank - erläutert die Hintergründe: „In unserem zuletzt 18 Stammkräfte umfassenden Kader mussten wir seit mehreren Wochen auf fünf bis sechs Langzeit-Verletzte verzichten. Hinzu kommt, dass regelmäßig zwei bis drei Leute wegen beruflicher Verpflichtungen ausfallen. So standen uns vor der Begegnung in Leisnig lediglich acht Spieler zur Verfügung. Daraufhin blieb uns nichts anderes übrig, als die Partie abzusagen. Mir hat dieser ärgerliche Spielausfall überhaupt nicht geschmeckt, aber es führte leider kein Weg daran vorbei.“

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Der erfahrene Coach hat in der zweiten Halbserie – zusammen mit dem immer kleiner gewordenen Team – das Beste aus der Situation gemacht. „Wir wollten sportlich den Klassenerhalt schaffen, das ist uns gelungen“, sagt Tröger. „Vor allem mit unserer Heimstärke haben wir dieses Ziel erreicht, weil auswärts halt kein Sieg geglückt ist. Obwohl wir uns selbst da in Roßwein und in Döbeln so teuer wie möglich verkauft haben.“ Zum Saisonabschluss im Macherner Tresenwald kratzte Tröger nochmals elf seiner Schützlinge zusammen, die in späterer Unterzahl beim 0:3 etwas unter Wert geschlagen wurden.

Die freiwillige Rückstufung in die Kreisliga A hat unterschiedliche Gründe. Tröger: „Etliche unserer Spieler sind schon jenseits der 30. Hinzu kommen die unheimlich weiten Touren in die Döbelner Region oder auch ins Muldental. Wir sind ständig auf der Autobahn unterwegs gewesen und dann in die entlegensten Ecken gereist. Was da an Kilometern geschrubbt wurde, ist unglaublich. Der Tacho ist heiß gelaufen, das macht doch keinen Spaß.“

„Wichtig, Freude am Fußball zu haben“

Im kommenden Spieljahr bilden die Blau-Weißen eine – in der Kreisoberliga nicht genehmigungsfähige – Spielgemeinschaft mit den Sportfreunden Neukieritzsch, die bereits 2017 die Segel gestrichen hatten: „Das hat sich förmlich angeboten. Beide Vereine gehören zur selben Kommune, wir haben in den Wintermonaten ohnehin schon in Neukieritzsch trainiert, dort sind die Bedingungen mit hellerem Flutlicht und einem Kleinfeld-Kunstrasenplatz günstiger als in Deutzen.“

Rolf Tröger bleibt nach der Kooperation als Coach an Bord. Ein blau-weißes Gerüst bleibt erhalten, der neue Partner bringt acht A-Jugendkicker als Hochzeitsgeschenk mit in die Ehe ein. „Mal schauen, wie alles anläuft. Wir sind mit Sicherheit nicht sofort Favorit in der niedrigeren Spielklasse. In erster Linie ist es wichtig, Freude am Fußball zu haben. Das andere ergibt sich dann von allein.“

Von Heiko Henschel

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