11. Leipziger Cup

Blau-Weiß und Olympia verhindern Double-Siege ihrer Finalgegner

Auch die kleinsten Kicker waren mit viel Spaß und Engagement bei der Sachen und kürten ihren Cup-Sieger.

Auch die kleinsten Kicker waren mit viel Spaß und Engagement bei der Sachen und kürten ihren Cup-Sieger.

Leipzig. Unbeschwertheit konnte im Leipziger Nachwuchsfußball in den letzten zwei Jahren nur phasenweise erreicht werden. Die elfte Auflage der Leipziger-Cups am Samstag auf dem Gelände der Abtnaundorfer Sportschule Egidius Braun war damit auch der Versuch, den Nachwuchskickern ein wenig Leichtigkeit zurückzugeben. „Wichtig ist, dass wir die Zeit jetzt nutzen, Kinder und Jugendlichen, die zuletzt individuell zurückstecken mussten, das zu ermöglichen, was für uns alle vor der Pandemie Normalität war“, erzählt Oliver Gebhardt, Vizepräsident des Fußball Verbands der Stadt Leipzig (FVSL).

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Kinderfußballfest für die Kleinsten

„Das ist ein Riesenhighlight, in dieser Atmosphäre ein Pokalfinale zu erreichen. Wir geben alles, dass dieser Tag jahrelang in Erinnerung bleibt.“ Neben den Pokalfinals von der E- bis zur A-Jugend richtete der FVSL ein Kinderfußballfest für die Kleinsten aus. Für Gebhardt ein voller Erfolg: „Wenn man sieht, wie breit das Grinsen ist, wenn sie ihre Geschenke mitnehmen, hat sich das für alle gelohnt. Wir sind froh über jeden einzelnen, den wir nach dieses zwei Jahren am Sport halten können.“

Mehr als Geschenke gab es in den anderen Altersklassen. Bei den E-Junioren zitterte sich RB Leipzig gegen Eintracht Leipzig-Süd im Elfmeterschießen zum Pokalsieg. Die D-Jugend von Lipsia Eutritzsch machte es gegen Rotation deutlich klarer (3:0). In der C-Jugend setzte sich MoGoNo mit 2:0 gegen den Leipziger SC durch.

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Mit der aufziehenden Mittagssonne stellte sich im Finale der B-Junioren auch die Frage: Wie lang würden die Kräfte bei den Teams von Lok Engelsdorf und Olympia Leipzig halten. Die Lokisten, durchschnittlich mit einigen Zentimetern mehr Körpergröße ausgestattet, fanden gegen die junge Olympia Mannschaft kaum ins Spiel. Das Mittelfeld des Teams von Trainer Manuel Erdmenger erzwang immer wieder Lücken in der robusten Engelsdorfer Viererkette. Allen voran Jonas Simmen, eigentlich noch C-Junior, verknotete die Beine seiner Gegenspieler und hatte im richtigen Moment das Auge für den Mitspieler.

SG Olympia wehrt sich nach Kräften

Einzig im Abschluss schien Olympia fahrig, Torwart Lion Holzmann wurde zu selten vor unlösbare Aufgaben gestellt. Lok Trainer Ronny Nehring tigerte in seiner Coaching Zone hin und her, forderte mehr Kommunikation. Klare Aufforderung: „Leute, hier gibt’s keinen Schönheitspreis zu gewinnen!“ Erst in der Halbzeitpause schienen die Ohren der Engelsdorfer Elf aufnahmefähig. Mit dem Herzen in der Hand kamen die Roten zurück aufs Grün. Ramin Ali Zada nutze ein Durcheinander im Strafraum der SG und stellte auf 1:0 für Engelsdorf (45.). Dass das spielerisch wenig verdient war, kümmerte die aufs Feld stürmende Bank der Lokisten wenig – zumindest die Mentalität stimmte.

Langsam konnten die Weißen nicht mehr die Wege der ersten Halbzeit gehen, verloren sich und ihr Spiel in Diskussionen mit Schiedsrichter Stefan Martini. Also Standardsituationen. Freistoß aus dem Halbfeld, Linus Kubel nimmt den Ball auf Brusthöhe mit dem Fuß, die Latte zittert. Direkt im Anschluss kommt der Ball wieder an den Fünfmeterraum, von den Händen von Torwart Lion Holzmann klatscht die Kugel vor die Füße von Kubel, der nur noch einschieben muss (73.). Zweimal zehn Minuten Verlängerung sollten die Entscheidung bringen. Und was für eine. Aus gut dreißig Metern knallte Olympias Alland Schech den Ball Richtung Lok Tor. Sekunden des Hoffen und Banges, bis sich das Kunstleder hinter Lok-Torwart Holzmann in den Winkel senkte (96.).

Schrecksekunde beim SV Lok Engelsdorf

Kurz vor Schluss wurde es still auf den aufgeheizten Rängen. Ein Engelsdorfer blieb nach einem Zweikampf benommen an der Seitenlinie liegen, wurde von der anwesenden Rettungssanitäterin Christine Konschelle behandelt. Der Spieler winkte seinem Team zu, bevor er unter notärztlicher Betreuung ins Krankenhaus gebracht wurde. Die ersten Gedanken nach der schmerzlichen Niederlage drehten sich bei Lok Trainer Ronny Nehring dementsprechend um seinen Schützling: „Ihm geht es wieder relativ gut, ist ansprechbar und er wird wieder. Das geht einem natürlich Nahe, man macht sich seine Gedanken. Hauptsache ist, dass er wieder auf die Beine kommt.“ Olympia Trainer Manuel Erdmenger beschreibt die bangen Minuten: „Wir hatten einen sehr fairen Austausch mit den anderen Trainern. Ich hoffe, dass alles nur halb so schlimm ist.“

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Erdmenger begleitete Freitagabend bereits den Landesliga-Aufstieg von Olympias B1, der Sieg im Pokalfinale ließ seine Stimme lädiert zurück. „Wer unsere U15 schon mal in der Landesliga spielen sehen hat, von denen heute sieben Jungs dabei waren, konnte so einen Auftritt erwarten“, krächzte der Coach nach dem Spiel. „Ich habe den Jungs gesagt, wenn wir nach 20 Minuten nicht hinten liegen, gewinnen wir das Spiel. Wenn bei Engelsdorf die Kraft ausgeht, sind wir das bessere Team. Auch wenn es am Ende ein enges Spiel war.“

Blau-Weiß setzt sich bei den A-Junioren durch

Im anschließenden Finale der A-Junioren zwischen Blau-Weiß Leipzig und Tapfer Leipzig starteten beide Teams mit wenig Geduld ins die 90 Minuten. Blau-Weiß scheiterte zweimal aus aussichtsreicher Position im Sechzehner. Stadtmeister Tapfer überspielte immer wieder die letzte Reihe der Gegner. Schlitzohr Alaa Shehabi, der früher in der ersten syrischen Liga gegen den Ball trat und heute die Blau-Weißen trainiert, hatte seinem Team für das Finale eine besondere Spielerei auf der Tafel gezeigt. Überrascht von einer kurz ausgeführten Ecke stand Tapfer nur staunend daneben, als der Ball von der Grundlinie durch den Strafraum trudelte. Theo Fritz Leube hatte schon schwierigere Aufgabe zu bewältigen – 1:0. Blau-Weiß wirkte nun selbstsicherer, übernahm bis zur Halbzeit die Spielkontrolle. Nach dem Pausen-Eistee das gleiche Bild. Das Shehabi-Team kombinierte sich durch die Tapfer-Reihen, auf dem linken Flügel tanzte Ahmad Shah Mosavi Kabir an staunenden Gegnern vorbei. Er war es auch, der auf Leube steckte, der nur noch Torhüter Tom Bax vor sich hatte und seinen Doppelpack schnürte.

Tapfer konnte seinen körperlichen Vorteil bis zum Spielende nicht ausspielen, es fehlte der Plan in der Offensive. Als Dustin Branser Gelb-Rot sah und kurz darauf auch Jaffer Hany Hunain den überragenden Shah Mosavi kurz vorm Strafraum als letzter Mann legte und vom Platz flog, wusste auch der letzte auf der gut gefüllten Tribüne, wer den Pokal in die Höhe strecken würde. Dass der Gefoulte den fälligen Freistoß in den Winkel zirkelte, war dann nur noch spektakuläre Nebensache. Tapfer-Torhüter Bax war der einzig verbliebene Blaue, der noch Gegenwehr leistete, Freistöße in der gegnerischen Hälfte trat, um beim anschließenden Konter ins Laufduell zu gehen und auf der eigenen Linie schlimmeres verhinderte.

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„Wir haben heute keine Lösungen gefunden, kein Druck auf das Aufbauspiel gemacht. Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns“, erklärte Thomas Tapfer-Coach Thomas Spiegel, bei dem dennoch der Stolz auf das Team überwog, mit dem er nach der Stadtmeisterschaft kommende Saison im Landespokal angreift. Blau-Weiß-Trainer Alaa Shehabi tropfte noch das Wasser der Siegerdusche von der Stirn, als er verriet, wie er sein Team auf das Finale einstellte. „Gestern habe ich in die Gruppe geschrieben, dass die Spieler die Zeit auf dem Platz genießen sollen. Nur wenn du ohne Druck spielst, kannst du zeigen, was du draufhast“, freute sich Shehabi. „Wir haben jetzt unsere Abschlussfeier. Die hätten wir auch durchgezogen, wenn wir verloren hätten.“ Umso ausgelassener wird der Samstagabend nun werden.

Von Leon Heyde

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