Regionalliga Nordost

Freistoß ins späte Glück: Chemie Leipzig gewinnt Sachsenderby beim Chemnitzer FC

Dennis Mast (M.) besorgte den entscheidenden Treffer für die BSG Chemie Leipzig, wird entsprechend geherzt.

Dennis Mast (M.) besorgte den entscheidenden Treffer für die BSG Chemie Leipzig, wird entsprechend geherzt.

Chemnitz. Die Grün-Weiße Erfolgswelle rollt weiter durch die Regionalliga. In einem umkämpften und ausgeglichenen Derby beim Chemnitzer FC belohnte sich Chemie Leipzig am Samstagnachmittag wieder einmal nach einer Standardsituation. Per direkt verwandeltem Freistoß krönte sich Dennis Mast zum Derbyhelden (79.). Chemie klettert nach fünf Ligaspielen in Folge ohne Niederlage auf Platz sechs. "Wir können das alles gut einordnen. Das bleibt aktuell eine Momentaufnahme, aber wir werden versuchen, den Schwung mitzunehmen", sagte Chemie-Coach Miro Jagatic nach dem Spiel.

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Für den ambitionierten CFC wird der Abstand zu Spitze auf Platz elf immer größer. „Wenn man die zweite Hälfte sieht, ist es eigentlich ein 0:0-Spiel. Ich kann meinem Team gegen eine Mannschaft, die sehr zweikampfstark ist, keine Vorwürfe machen“, resümierte Christian Tiffert. „Ich habe nicht erwartet, dass wir hier ein Fußballfest auf den Rasen bringen.“ In den nächsten Wochen seien die erfahrenen Spieler verantwortlich, den CFC mit breiter Brust aus der Krise zu führen.

Erste BSG-Chance kurz nach Anpfiff

Im Vergleich zum Sachsenpokal wechselte Jagatic ein Mal. Für Florian Kirstein stürmte Denis Jäpel. Chemie übernahm direkt zu Beginn die Regie. Wie von CFC-Trainer Christian Tiffert erwartet, bissen sich die Leipziger über ihre Zweikampfstärke ins Spiel. Jäpel ließ mit einem Hackenrick im Sechzehner gleich mehrere Chemnitzer stehen, sein Schlenzer streifte aber am Pfosten vorbei (3.).

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Durchpusten musste der Leipziger Anhang, nachdem Chemie den Ball kurz vorm eigenen Strafraum in die Füße der Chemnitzer spielte. Max Roscher setzte sich im Strafraum durch und legte auf Furkan Kircicek, der sofort abzog, Surek klärte für den bereits geschlagenen Bellot (12.). Jagatic hatte angekündigt, sein Team nicht ins offene Messer laufen zu lassen. Schnell wurde sein Matchplan klar. Unermüdlich trieb der Trainer seinen Dreiersturm an, Druck auf die letzte Reihe des CFC zu machen. CFC-Keeper Jakub Jakubov wurde immer wieder zum Schlagen gezwungen, die zweiten Bälle landeten meistens bei Chemie. Es fehlte allerdings die zündende Idee, diese Ballgewinne in Abschlüsse umzuwandeln.

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Jäpel muss früh runter

Chemnitz wurde über seltene Nadelstiche gefährlicher als Chemie. Nach 20 Minuten musste Dominik Pelivan verletzt runter und Kilian Pagliuca sprintete von der Bank fast zum direkten Torerfolg: Chemie bekam eine Ecke nicht verteidigt, Paglicua köpfte einen Aufsetzer aus wenigen Metern an den Pfosten (19.). Wenig später musste auch Chemie wechseln. Auf den nassen Pflastersteinen konnte Jäpel nicht abbremsen, knallte mit seinem Gesicht gegen die Tribünenmauer. Er ging leicht benommen in die Kabine, für ihn kam Kirstein (23.).

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Schrecksekunde für die BSG: Denis Jäpel knallte in die Tribünenmauer, musste behandelt und ausgewechselt werden.

Schrecksekunde für die BSG: Denis Jäpel knallte in die Tribünenmauer, musste behandelt und ausgewechselt werden.

Abgesehen von den obligatorischen Schmähgesängen beider Kurven ging es auf den Rängen gemächlich zu. Nur 3364 Fans hatten sich ins verregnete Stadion an der Gellertstraße verlaufen. Nach den Vorfällen beim Sachsenpokalfinale war der Puls bei den Verantwortlichen in Chemnitz vor der Partie höher als sonst, die Polizei hatte die Partie als Risikospiel eingestuft.

Die Sonne blinzelt, Mast trifft für Chemie Leipzig

Chemie eröffnete die Torchancen im zweiten Durchgang. Mast hatte viel Platz vorm Strafraum und legte auf Eshele, der aus der Drehung zu Mittig in die Arme von Jakubov abschloss (50.). Wie in der ersten Halbzeit gaben beide Teams alles, das Chemnitzer Grün umzugraben. Die Leipziger Trikots offenbarten immer weniger ihrer weißen Farbe, aber auch der CFC warf sich, wie von Trainer Tiffert gefordert, in jeden Zweikampf. Und der Kampf wurde fast belohnt. Chemnitz konterte sich bis an den Leipziger Strafraum, Roscher legte in den Rückraum zu Kircicek, dessen Flachschuss am linken Pfosten vorbei trudelte (68.).

Gerade als Chemies Kräfte schwanden, wurde Tiffert gegen seinen Willen zum Propheten. Leipzigs Manassé Eshele, vor dem der CFC-Coach im Vorfeld explizit gewarnt hatte, konnte am Strafraumeck nur durch ein Trikotzupfen gestoppt werden. Schiri Rasmus Jessen gab Freistoß. Als Mast antrat, blinzelte sogar die Sonne ins graue Chemnitzer Rund. Mast schaufelte irgendwas zwischen Torschuss und Flanke in den Sechzehner, wo Jakubov nur Mann und keinen Ball vor sich sah und die Kugel sich ins Eck senkte (79.). Eine Antwort konnte der CFC in den verbleibenden Minuten nicht mehr finden.

„Verrücktes Spiel“, resümierte Jagatic nach der Partie. „Als es angefangen hat zu regnen, habe ich gesagt: Männer, perfektes Leutzsch Wetter. Wir wollten hier etwas mitnehmen, dass es drei Punkte geworden sind, freut uns sehr.“ Für Chemie geht es am kommenden Freitag gegen Carl Zeiss Jena weiter, Chemnitz muss zum VSG Altglienicke.

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Die Statistik zum Spiel:

Chemnitz: Jakubov – Pelivan (19. Pagliuca), Zickert, Campulka – Berger (70. Ullrich), Kurt, Kircicek (83. Mensah), Löwe, Walther – Roscher, Brügmann.

Leipzig: Bellot – Brügmann, Harant, Horschig (43. Wendt), B. Keßler – Mast, Surek - Mäder (77. Mauer), Bury – Eshele, Jäpel (26. Kirstein).

Tore: 0:1 Mast (80.).

Zuschauer: 3364.

Von Leon Heyde

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