Fußball-Regionalliga

Chemie fährt hochmotiviert nach Chemnitz: „Dafür machen wir das hier“

BSG-Trainer Miro Jagatic will die Standard-Stärke seines Teams in Chemnitz nutzen und in der Liga punkten.

BSG-Trainer Miro Jagatic will die Standard-Stärke seines Teams in Chemnitz nutzen und in der Liga punkten.

Leipzig. Das Positive an einer Derbyniederlage? Das nächste Derby steht bereits vor der Tür. Chemie Leipzig kann nach dem schmerzhaften Aus im Sachsenpokal gegen den 1. FC Lok seine Serie in der Regionalliga von vier Spielen ohne Niederlage gegen den Chemnitzer FC (Samstag, 14 Uhr) fortsetzen. Grün-Weiß gegen Himmelblau, das gab es zuletzt im Sachsenpokalfinale im Mai. Chemie verlor damals mit 1:2. Nach einem holprigen Saisonstart wirkt der hochambitionierte CFC jedoch angeschlagen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Auch für uns wird es in dieser Saison wieder holprig werden“

Die Köpfe seiner Spieler sind nach dem verlorenen Elferkrimi gegen Lok wieder oben, sagt Chemie-Trainer Miro Jagatic. Nur einen Moment habe man sich geärgert, inzwischen liege der Fokus ganz bei Chemnitz. Sein Team sei bereit für das nächste emotionale Highlight. „Das sind genau die Duelle, auf die sich jeder Spieler, das Trainerteam und alle drumherum freuen. Dafür machen wir das hier“, sagt Jagatic.

Auch Christian Tiffert erwartet die Leipziger mit breiter Brust im Stadion an der Gellertstraße. Der CFC-Coach attestiert Chemie ein „extremes Selbstvertrauen“, daran habe auch die Derbyniederlage im Sachsenpokal nichts geändert. „Chemie macht es jedem Gegner schwer. Sie sind in den Zweikämpfen immer präsent, immer bissig. Das wird auch eine Mentalitätsfrage für mein Team“, sagt Tiffert. Nach gerade einmal zwei Siegen und zwei Unentschieden (Platz zehn) ist der Weg an die Ligaspitze weit.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch

Auch wenn der Trend für sein Team spricht, will Jagatic keinen Hochmut aufkommen lassen. Die Serie der Leipziger sei nur eine Momentaufnahme. „Auch für uns wird es in dieser Saison wieder holprig werden“, sagt Jagatic, der vor der Saison von einem schweren Jahr sprach. „Wir befinden uns im Umbruch, haben vor der Saison Schlüsselpositionen neu besetzt. Deshalb steht die Entwicklung von Konstanz im Mittelpunkt.“

Worum sich in Chemnitz die Gedanken drehen, hatte Vereinschefin Romy Polster bereits Ende letzter Saison verraten: Himmelblau will aufsteigen. Die selbstauferlegte Favoritenrolle, die der CFC in dieser Saison einnimmt, scheint bei einigen Himmelblauen bisher allerdings für Grübeln und nicht für Hochleistungen zu sorgen. Tiffert nimmt den Druck von seiner Elf: „Jedes Spitzenteam wünscht sich, in allen Spielen Top-Leistungen abzurufen. Aber das ist einfach fernab der Realität. Es kommt teilweise einfach darauf an, während der 90 Minuten zu improvisieren – Matchplan hin oder her.“

„Du musst es nur wollen“

Insbesondere im Angriff fehlt es Chemnitz bisher an improvisierter Kreativität, lediglich sechs Tore erzielte der CFC in der Liga. Auch beim 4:0-Erfolg im Sachsenpokal beim SV Tanne Thalheim (Landesklasse) monierte Tiffert die fehlende Konsequenz im letzten Drittel. Kritikfähig scheinen Tifferts Jungs zu sein: „Ich habe ein sehr konzentriertes Team im Training gesehen, da hat keiner die geäußerte Kritik in Schmollen umgewandelt.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein Extrakapitel in der Videoanalyse widmete der ehemalige Bundesligaprofi der Standardstärke der BSG. Gegen die langen Leipziger setzt Tiffert auf Giftigkeit im Zweikampf: „Wir können unsere Spieler nicht größer machen. Aber selbst wenn du 15 Zentimeter kleiner bist, kannst du die Zweikämpfe gewinnen. Du musst es nur wollen.“ Tatsächlich könnte auf den CFC da etwas zukommen. „Teil der Analyse des Lok-Spiels war die Erkenntnis, dass wir uns für Standards mehr Zeit nehmen müssen“, sagt Jagatic. Allerdings ist das nur ein Teil des Plans für Samstag: „Wir werden nicht mit Pauken und Trompeten ins offene Messer laufen.“

Und das Sachsenpokalfinale? Ist vom Tisch, sagen Tiffert und Jagatic. O-Ton: Äpfel und Birnen lassen sich schlecht vergleichen. Spieler-Köpfe, sie ticken manchmal anders als die ihrer Trainer.

Von Leon Heyde

Mehr aus Sport in Sachsen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken