Fußball-Regionalliga

„Ein absolutes Unding“: Chemie Leipzig wehrt sich gegen Spielverlegung

Chemie hatte sich volle Ränge für das nächste Duell mit BFC Dynamo gewünscht: Im Frühling trafen Florian Kirstein und Michael Blum im Zweikampf aufeinander.

Chemie hatte sich volle Ränge für das nächste Duell mit BFC Dynamo gewünscht: Im Frühling trafen Florian Kirstein und Michael Blum im Zweikampf aufeinander.

Leipzig. Die kurzfristige Verlegung des Regionalligaspieles BSG Chemie gegen BFC Dynamo durch den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) aufgrund einer polizeilichen Vorgabe wird von den Leutzschern so nicht akzeptiert. Chemie geht auf Konfrontationskurs. "Wir haben den NOFV heute Morgen schriftlich in Kenntnis gesetzt, dass wir uns zum jetzigen Zeitpunkt außer Stande sehen, das Spiel an einem Dienstagabend durchzuführen", heißt es in einer Mitteilung des Vereins vom Freitag.

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Im Verein stößt die kurzfristige Verlegung des Spieles auf Unverständnis. „Vor dem Hintergrund, dass der Spielplan der Regionalliga Nordost sowohl der Polizeidirektion Leipzig als auch dem Innenministerium seit mehreren Monaten bekannt ist und das Heimspiel gegen den BFC Dynamo am 26.11.2022 das einzige höherklassige Fußballspiel an diesem Tag in ganz Sachsen ist, können wir eine kurzfristige polizeiliche Anordnung, die uns als Veranstalter nicht kenntlich gemacht wird, nicht nachvollziehen“, so die Begründung des Vereins.

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Aufgrund einer angemeldeten Demonstration gegen die angebliche „US-Besatzung“ Deutschlands am gleichen Tag hatte die Polizei die Vorgabe erlassen und dies dem NOFV mitgeteilt. Dieser legte daraufhin den neuen Termin fest. Im Gespräch mit der LVZ verweist der Verband darauf, dass es in den nächsten Wochen keine freien Termine an Wochenenden gebe und eine zeitnahe Ansetzung zur Einhaltung des Spielplans eine hohe Priorität habe. Chemie wurde nach eigenen Angaben erst während einer routinemäßig anberaumten Sicherheitsberatung von der Polizeidirektion informiert. Die Sicherheitsberatung zur Vorbereitung des eigentlichen Spieltermines sei daraufhin abgebrochen worden.

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Chemie sieht sich nicht imstande, die Partie so kurzfristig neu zu organisieren. In der Mitteilung heißt es: „Für das Spiel sind bisher knapp 4.000 Tickets verkauft, 500 Berliner Gäste haben ihre Anreise nach Leipzig geplant, die Vorbereitungen und Planungen von Ticketing, Catering, Sicherheitsdienst und Fanprojekt laufen bereits seit Tagen. Eine kurzfristige Verlegung eines solchen Spiels mag in der Bundesliga kein Problem sein. In der Regionalliga wird der Spieltag noch immer auf den Schultern vieler ehrenamtlicher Helfer:innen getragen, für die eine kurzfristige Verlegung auf einen Dienstagabend schlichtweg nicht stemmbar ist“.

„Gehen davon aus, dass das Spiel ausverkauft gewesen wäre“

Vorstandssprecher Dirk Skoruppa: „Das ist absolut starker Tobak. Die Sportler und auch die fast 200 ehrenamtlichen Helfer gehen alle arbeiten. Wie soll man eine Woche vorher den Arbeitgebern klar machen, dass man da frei haben möchte? Ein absolutes Unding. Und das schlimmste: Keiner hat mit uns vorher gesprochen, weder mit uns noch mit dem BFC!“ Hinzu kämen erhebliche finanzielle Einbußen durch die Verlegung: „Wir gehen davon aus, dass das Spiel ausverkauft gewesen wäre. Das können wir uns an einem Wochentag knicken!“

Hinzu kommt, dass Chemie bereits drei Tage später, am Freitagabend, in Halberstadt antreten muss. Ein Kraftakt für die unter Amateurbedingungen kickenden Spieler. Und aus Sicht von Chemie Wettbewerbsverzerrung. Nun wollen die Leutzscher die polizeiliche Vorgabe juristisch prüfen lassen und haben den NOFV nach eigenen Angaben um Kenntnisnahme dieser Vorgabe gebeten. Der Ticketverkauf für das terminierte Heimspiel am 26. November ruht zunächst.

Von Jens Fuge und Tilman Kortenhaus

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