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Fußball-Sachsenpokal

„Darf nicht sein“: Chemie-Trainer Jagatic vor dem Duell mit Krostitz zwischen Phrasenschwein und Seriosität

Gefährliche Hereingabe: Chemie-Stürmer Marcel Hilßner zeigte beim 1:0 gegen den Chemnitzer FC mehrfach seine Klasse, nicht nur beim Siegtor per Fernschuss.

Gefährliche Hereingabe: Chemie-Stürmer Marcel Hilßner zeigte beim 1:0 gegen den Chemnitzer FC mehrfach seine Klasse, nicht nur beim Siegtor per Fernschuss.

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Leipzig. Es hätte ein schöner Kurztrip in die nicht ganz so ferne Vergangenheit werden können. Ein Pokal-Derby auf dem „Dorfplatz“ unweit der Brauerei. Doch der Anhang der BSG Chemie ist um seinen Ausflug zum FSV Krostitz gebracht worden, weil das Stadion in Nordsachsen umgebaut wird und der Aufwand der Organisation des Sachsenpokalspiels gegen den Regionalligisten immens groß gewesen wäre. Die Zeitreise in Prä-Regionalliga-Zeiten muss warten. Jetzt also Abendspiel (Freitag, 19 Uhr) im Alfred-Kunze-Sportpark, der Trost könnte wohl kaum tröstlicher sein.

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Wie motiviert sich einer, der schon vor Zehntausenden kickte und vergangenen Samstag gegen den (einmal) großen Chemnitzer FC zum Mann des Spiels wurde? Marcel Hilßner nimmt die Pflichtaufgabe praktisch: „Wir haben keinen breiten Kader, sondern es sind immer die gleichen 13, 14 Spieler, die da infrage kommen. Das Spiel ist eine gute Chance, um Abläufe zu festigen.“ Der 28-Jährige braucht die Zeit auf dem Platz auch ganz persönlich. Nach Kreuzbandriss vor anderthalb Jahren ist er noch immer nicht bei 100 Prozent.

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Minuten für die jungen Wilden

„Minuten sind Minuten, die in die Beine gehen. Und das liegt an mit, wie intensiv ich die gestalte. Und das hilft mir auf jeden Fall“, sagt Hilßner, der beim 1:0-Sieg gegen Chemnitz 65 Minuten auf dem Platz stand. „Ich habe es dann hinten raus schon gemerkt, ab der 60., in den Kopfballduellen. Man ist dann doch einen Schritt zu spät, die Millisekunde, in der man normalerweise noch einen Fuß dazwischen kriegt.“ Prompt kam die Auswechslung des Matchwinners, der nach einer Viertelstunde per Fernschuss den 1:0-Sieg ebnete.

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Ob „Hilße“ gegen Krostitz wieder im Sturmzentrum agiert, situativ als hängende Neun, ist noch im Kopf seines Trainer verborgen. Jagatic mache vom Gegner abhängig, wo er seinen Hochveranlagten aufstelle. Weil Alexander Bury, der mit Kniebeschwerden langsam wieder rangeführt werden soll, noch ausfallen wird, sind die Möglichkeiten noch größer.

Blamage darf es für Chemie nicht geben

Die jungen Thilo Gildenberg (22), Maximilian Jagatic (18) Elias Ndukwe Oke (18), alle zuletzt gegen Chemnitz eingewechselt, sowie Vin Kastul (18) und Justin Gröger (20) können sich wohl auf mehr Minuten als üblich freuen. Auch wenn der Chemie-Coach die Seriosität der Aufgabe betont: „Wir unterschätzen gar keinen Gegner, jeder wird gleich angegangen.“ Pokale und eigene Gesetze, jaja – den Verweis aufs Phrasenschwein schob Jagatic freiwillig hinterher. Was eine mögliche Blamage angeht, hat der Coach dann doch eine genaue Erwartungshaltung: „Es wird nicht sein, darf auch nicht sein.“

Die Formkurve der Krostitzer deutet aber auch nicht auf eine Überraschung hin. Erst einen Punkt holte das Team von Tobias Heede in drei Spielen der Landesklasse Nord, rangiert damit auf dem vorletzten Platz. Die Qualität des FSV ist unbestritten. Andreas Luck und Sebastian Albert kommen gemeinsam auf 449 Regionalliga-Partien, inzwischen aber auch auf 73 Lebensjahre. Weit im Rentenalten angekommen, wird das Duo darauf brennen, dem Favoriten noch mal ein Bein zu stellen.

LVZ

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