Fußball-Sachsenpokal

Siege für Chemie und Lok – Ende September folgt das Leipziger Derby

Nach dem Sachsenpokal ist vor dem Leipziger Stadtderby.

Nach dem Sachsenpokal ist vor dem Leipziger Stadtderby.

Leipzig. Es war spannender als von vielen Experten und Fans vermutet. Eine Stunde lang spürten die Leipziger Fußball-Regionalligisten Chemie und Lok Leipzig ihre unterklassigen Kontrahenten im Nacken, denn sie führten in der 2. Runde des Sachsenpokals nur mit einem Treffer Vorsprung. Doch am Ende setzten sich die Leutzscher am Sonntag beim Achtligisten VfB Schöneck souverän 7:0 (1:0) durch, während sich die Probstheidaer beim Sechstligisten SC Borea in Dresden mit 4:2 (3:2) behaupteten. Damit steht fest: In knapp drei Wochen kommt es im Alfred-Kunze-Sportpark zum Pokalderby zwischen der BSG Chemie und dem 1. FC Lok. Dies hatte die Doppelauslosung im August ergeben.

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Beide Vereine hatten hinter den Kulissen ebenso wie der Sächsische Fußball-Verband (SFV) in den vergangenen Tagen bereits die ersten organisatorischen Weichen für das sehr wahrscheinliche Aufeinandertreffen gestellt. Seit Sonntag kurz vor 17 Uhr steht die Ansetzung fest. In einem ersten Statement sagte SFV-Präsident Hermann Winkler: „Wir freuen uns, dass unsere Pokalderbys immer wieder für so große Aufmerksamkeit und Begeisterung bei den Fans sorgen. Diesmal sogar schon, bevor die Paarung überhaupt feststand. Das spricht für die Attraktivität unseres Landespokals. Und nun ist es eben so, dass wir zu den zwei Leipziger-Derbys in der Regionalliga noch ein drittes im Pokal dazubekommen.“

Hermann Winkler: „Ein Restrisiko bleibt immer“

Der Grimmaer ergänzte: „Wir wissen natürlich auch um die Brisanz dieses Duells und haben die Bilder und Schlagzeilen aus der jüngsten Vergangenheit nicht vergessen, die vor allem abseits des Platzes entstanden sind. Auf dem Platz geht zwar sportlich hart, aber trotzdem sportlich fair zur Sache und die Spieler gehen respektvoll miteinander um.“ Beide Vereine hätten ihm versichert, dass die Vorfälle vom letzten Regionalliga-Derby (2:1 für Chemie) intern aufgearbeitet wurden, Jetzt gehe es direkt in die Vorbereitungen mit allen Instanzen. „Ich bin überzeugt, dass alle ihr Bestes geben, um das Spiel so sicher wie möglich zu machen. Ein Restrisiko bleibt aber immer und ich kann nur an alle Fans appellieren, die Aggressionen zu Hause zu lassen und gemeinsam ein gewaltfreies Fußballfest zu feiern.“

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Je zwei Doppeltorschützen bei Chemie und Lok

Ein Fußballfest gab es am Sonntag bereits in Schöneck, nachdem die Vogtländer ihren Platz für das Duell gegen Chemie Leipzig herausgeputzt hatten. Florian Kirsten brachte die Gäste früh auf die Siegerstraße (13. Minute), mit Timo Mauer und Philipp Harant gab es zwei Doppeltorschützen, ein Treffer resultierte aus einem Eigentor. Allgemeines Erstaunen bei der Verkündung der Aufstellung: Trainer Miro Jagatic stellte die volle Kapelle auf, ließ keinen der „Reservisten“ ran und setzte auf die volle Power. Neuzugang Mateo Andacic saß auf der Bank

Das halbe Vogtland schien auf den Beinen, am Ende war das schmucke Stadion des VfB Schöneck 1912 ausverkauft. Und die 1000 Zuschauer sahen einen überlegenen Favoriten, der einen Angriff nach dem anderen auf das Tor der Gastgeber initiierte. Doch die meisten Angriffe verpufften. Der starke Torwart der Gastgeber, Jan Max Denschel, hielt alles fest und wurde zum Helden. Vor allem „Manni“ Eshele verzweifelte fast, mehrere Versuche fanden nicht den Weg ins Tor. Die Gastgeber trauten sich nun auch mal nach vorn, Marcel Schlossers Freistoß ging über das Tor (53.). Es brannte noch mal vor dem grün-weißen Gehäuse, aber Banny Bellot hatte den Ball sicher. Und dann klingelte es noch mehrfach im Schönecker Kasten.

Torsten Kracht: BFC-Spiel zunächst wichtiger als das Derby

Beim Spiel zwischen Borea Dresden und dem 1. FC Lok mussten die Gäste nach dem 2:0 und 3:1 jeweils wieder den Anschlusstreffer hinnehmen. Für die Blau-Gelben erzielte Goalgetter Djamal Ziane das 1:0 und 2:0, die beiden anderen Treffer besorgte Tobias Dombrowa. Der Dresdner Nordwind wurde gleich zu Beginn vom Leipziger Passat verweht, es dauerte keine fünf Minuten, bis Djamal Ziane per Kopf die anvisierte Richtung vorgab. Der Mut zur Dresdner Pokalüberraschung sollte offensichtlich umgehend zum lauen Lüftchen degradiert werden. Lok agierte konzentriert und dominant, das der zweite Treffer war die logische Folge. Wieder schlug Ziane zu, der es bei dieser Jagd auf fette Trophäen abgesehen hatte. Nach Pass von Eric Voufack umlief er den Dresdner Keeper Tom Schmidt. Ganz ohne Gegenwehr wollte sich der Siebtligist aber nicht das Fell über die Ohren ziehen lassen, Borea schöpfte nach der Pause neuen Mut.

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Lok-Trainer Alemedin Civa hatte trotz der beiden Gegentore keine großen Bedenken, die Qualität seiner Mannschaft setzte sich durch. Vizepräsident Torsten Kracht meinte: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir zu Null spielen. Das Pokalderby interessiert mich und die Mannschaft erst mal weniger. Wichtig ist, dass wir in der Liga in die Spur finden und am Freitag gegen den BFC erfolgreich auftreten.“

Frank Kühne: „Das ist etwas zeitig für so einen Gegner“

Der Chemie-Vorsitzende Frank Kühne, der den Ausflug ins Vogtland mitgemacht hatte, schaute schon voraus auf das Derby Ende September. Seine Meinung: „Na klar ist das etwas zeitig für solch einen Gegner, aber wir müssen das sportlich nehmen. Und wenn man weiterkommen will, muss man Lok eben schlagen, egal, ob jetzt oder später.“

Von Jens Fuge Frank Schober

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