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Das war die Woche mit RB Leipzig: Die Vorwürfe an Eberl verbieten sich

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Ein herzliches Hallo aus der Sportredaktion,

endlich Gewissheit! Max Eberl kommt. Auch wenn zur offiziellen Verkündung zuletzt nur noch wenig fehlte, kam die finale Meldung am Montag dann doch wieder überraschend. Der folgende Anti-Eberl-Shitstorm in den sozialen Netzwerken war ebenso erwartbar wie eklig und widerlich.

Ja, es gibt Dinge, über die wird zu reden sein. Dazu gehört die Meinungstrendwende, die der 49-Jährige offensichtlich vollzogen hat. Schließlich gehörte er lange Zeit zu den prominenten und vor allem lautstarken Kritikern des RB-Konstrukts, bemängelte unter anderem Wettbewerbsvorteile aufgrund der Nähe zum FC Salzburg oder des Engagements von Red Bull. Dazu gehört auch die Frage, warum er nicht bei den Fohlen in seinen Job zurückkehren möchte. Es hilft in dieser Hinsicht aber wenig, beständig und immer wieder und in immer schrillerem Tonfall über Eberl zu reden. Aufklärung kann nur er selbst leisten. Die erste große offizielle Gelegenheit dafür dürfte es zum Dienstantritt am 15. Dezember geben. Bereits jetzt ist eine Pressekonferenz angekündigt, auf der genau diese Fragen gestellt werden können und sicher auch gestellt werden.

Absolut indiskutabel sind dagegen die Vorwürfe, Leipzigs künftiger Geschäftsführer Sport habe seine Erkrankung zu Jahresbeginn nur vorgetäuscht, die Erschöpfung simuliert, Borussia Mönchengladbach und dessen Fans mit dem Burnout und dessem öffentlichen Eingeständnis am Nasenring durch die Manege geführt. Ich weiß nicht, ob es Max Eberl schwergefallen ist, diesen Schritt nach außen zu gehen. Außer ihm selbst und wenigen sehr engen Kontaktpersonen kann das niemand einschätzen. Ich kann mir dennoch vorstellen, dass es kein leichter Schritt gewesen ist. Vor einem breiten Publikum eine wenn auch nur vermeintliche Schwäche zu zeigen, ist nie einfach. Schon gar nicht für Menschen, die von ihrer Power und deren Ausstrahlung leben.

Außer Max Eberl selbst und seinem engsten Umfeld kann ebenso wenig jemand einschätzen, wie schlecht es ihm warum ging, welche Schritte er unternommen hat, um daran etwas zu ändern. In diesem Zusammenhang verbietet sich jede Spekulation. Gleiches gilt für die Frage, ob und wann es denn „gestattet“ ist, wieder zurückzukehren ins Leben, den Job, den Alltag. Es gibt keine Patentrezepte, keine Leitfäden, keine festgelegten Pausenzeiten, nichts dergleichen. Jede und jeder Betroffene entscheidet individuell für sich. Und es steht schlicht niemandem zu, darüber zu urteilen. Max Eberl hat entschieden, dass er wieder fit ist, dass er wieder Lust hat mitzumischen. Völlig unabhängig von jeglicher Vereinspolitik und persönlicher Interessenlage ist das eine wirklich gute Nachricht. Und zwar nicht in erster Linie für den Fußball oder RB Leipzig, sondern für Menschen, die ebenfalls erschöpft sind, nicht mehr weiter können. Ihnen zeigt dieses Beispiel: Es ist in Ordnung, Schwäche zu zeigen. Und es ist möglich zurückzukommen, neue Kraft zu sammeln, wieder stark zu sein.

Ich wünsche Euch allen ein entspanntes bundesligafreies Wochenende.

Antje Henselin-Rudolph

Leiterin Sport Desk

 

Lese-Empfehlungen

  • Kleiner Kader, große Ziele: „Das ist einfach zu viel für die Jungs, sie stoßen irgendwann an ihre Grenzen“, sagt RB-Trainer Marco Rose. Zu Wochenbeginn hat er auf seine Mannschaft in der Länderspielpause sowie danach geblickt. Hier geht‘s zum Text.
  • Rollenfragen: Max Eberl kommt. Doch was bedeutet sein Einstieg bei RB Leipzig für die anderen Mitglieder der sportlichen Führung, allen voran für den Technischen Direktor Christopher Vivell? Das hat der 35-Jährige nun selbst erklärt.
  • Was lange währt: Er ist da, zumindest vertraglich. Max Eberl übernimmt bei RB Leipzig den Posten des Geschäftsführers Sport. Seinen neuen Job tritt der 48-Jährige allerdings nicht sofort an. Los geht‘s am 15. Dezember. Alles Wichtige zur Personalie haben wir hier zusammengefasst.
  • Wort gehalten: RB Leipzig hatte angekündigt, Teutonia Ottensen zu unterstützen - und das nun in die Tat umgesetzt. 50.000 Euro gingen insgesamt an die Hamburger und damit deutlich mehr als „nur“ die gesamten Einnahmen aus dem Erstrundenspiel im Pokal. Alle Infos hier.
 

Kein Podcast der Woche

An dieser Stelle findet Ihr sonst immer die aktuelle Folge der „Rückfallzieher“. Und nun das: Auch das unverwüstliche Podcast-Duo beklagt plötzlich einen Verletztenfall. Nein es ist nicht Meigl Hoffmann, der sich bei einer seiner Bergtouren den Fuß vertreten hat. Guido Schäfer hat‘s erwischt. Nicht an den Ex-Kicker-Füßen, sondern an den für Journalisten so wichtigen Händen. Also an einer Hand, der wichtigen zum Tippen. Der Chirurg musste in dieser Woche ran und verordnete dem lieben Guido nach erfolgreicher Schnibbelei eine Pause. Und zwar eine echte.

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Deshalb gibt‘s in dieser Woche nichts Neues auf die Ohren von Eurem Lieblingspodcast. Statt dessen gehen herzlichste Genesungswünsche raus an den lieben Kollegen.

 

Wortmeldungen

Länderspielpause ist Interviewzeit. Auch in dieser Woche meldeten sich folglich diverse RB-Kicker zu Wort. Mit teilweise interessanten Aussagen:

 

Und sonst so?

Kevin Kampl, auch einer der wenigen RB-Kicker, die aktuell in Leipzig weilen und trainieren, hat die Länderspielpause genutzt und sich frisurtechnisch neu orientiert. Wie gefällt es Euch?

Bei Kevin Kampl sind die langen Haare passé. Er setzt jetzt auf einen Undercut.

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