Leipziger Derby

Derby ohne Fans: Urteil des Sportgerichts trifft Lok und Chemie schwer

Beim Derby zwischen der BSG Chemie und Lok kam es zu Ausschreitungen.

Beim Derby zwischen der BSG Chemie und Lok kam es zu Ausschreitungen.

Leipzig. Diese Entscheidung trifft den 1. FC Lok Leipzig und die Rivalen von der BSG Chemie bis ins Mark. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) hat die beiden Vereine nach Ausschreitungen beim vergangenen Derby im Alfred-Kunze-Sportpark nicht nur zu Geldstrafen verurteilt, sondern die Blau-Gelben zusätzlich verpflichtet, das nächste Duell der beiden Regionalligisten im Bruno-Plache-Stadion ohne Fans auszutragen. Bei den Probstheidaern stand von einem vergangenen Duell mit den Leutzschern eine solche Strafe auf Bewährung aus, nach Auffassung des Sportgerichts hat der 1. FC Lok am 7. Mai gegen diese verstoßen, weshalb das nächste Derby unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden soll.

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Was war passiert: Beim Regionalliga-Duell der beiden Leipziger Teams am 07. Mai 2022 im Alfred-Kunze-Sportpark kam es zu schweren Ausschreitungen durch Anhänger beider Vereine. Aus dem Gästeblock wurden unter anderem Leuchtraketen in andere Zuschauerbereiche und auf das Spielfeld geschossen, weshalb das Spiel für knapp 17 Minuten unterbrochen werden musste. Zudem kam es im Stadion während des Spiels zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans der Grün-Weißen und Polizeieinsatzkräften, bei denen mehrere Personen verletzt wurden.

„Werden uns mit unserem Rechtsbeistand beraten“

Das Sportgericht des NOFV hat am Mittwoch hart durchgegriffen und die BSG zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt. Der 1. FC Lok wurde wegen des unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger zu einer Geldstrafe von 8000 Euro verurteilt. Hiervon kann der Klub einen Betrag in Höhe von bis zu 2600 Euro für gewaltpräventive Maßnahmen verwenden, was er bis zum 31. Dezember 2022 nachzuweisen hat.

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Die deutlich härtere Strafe ist jedoch das anstehende Derby ohne Fans, auch finanziell. Denn die Gastgeber aus Probstheida werden ohne die wichtigen Ticketeinnahmen des Derbys – das in der Vergangenheit ein absoluter Zuschauermagnet war – auf den Kosten des Spiels sitzen bleiben. Auf Anfrage der LVZ, ob der Verein das Urteil anfechten wolle, erklärte Lok-Geschäftsführer Martin Mieth: „Wir werden uns mit unserem Rechtsbeistand beraten und in den kommenden Tagen eine Entscheidung treffen.“

Ganz ähnlich bewertet auch die BSG Chemie die aktuelle Lage. Die Leutzscher wollten am Donnerstag zunächst kein Statement zu dem Urteil abgeben. Der Verein verwies jedoch darauf, dass er eine Woche Zeit hat, das Urteil zu prüfen und gegebenenfalls Schritte einzuleiten. Ziel der BSG Chemie sei es wie bisher, Fußballspiele mit Zuschauern auszutragen. Doch auch im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark könnte ein Derby ohne Fans ausstehen. Das Sportgericht hatte die Leutzscher ebenfalls zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt – jedoch zunächst auf Bewährung. Die Bewährungszeit läuft bis Ende Juni 2023.

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