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Ostklubs schweigen, AfD-Chef freut sich

RB Leipzig gewinnt Pokalfinale – nicht alle gratulieren

RB Leipzig gewinnt den DFB-Pokal mit 5:3 gegen den SC Freiburg nach Elfmeterschießen.

Berlin. RB Leipzig hat den DFB-Pokal gewonnen. Im Finale am Samstagabend im Berliner Olympiastadion setzten sich die Sachsen gegen den SC Freiburg im Elfmeterschießen (4:2) durch. Zuvor mussten die Leipziger wegen eines Platzverweises lange in Unterzahl spielen, erzielten aber noch vor dem Ende des Spiels den 1:1-Ausgleich. Die Verlängerung blieb torlos.

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Die Mannschaft ließ sich im Stadion von den Fans feiern, Gratulationen gab es dagegen nicht von allen Seiten. Besonders auffällig: Fast alle Bundesliga-Konkurrenten nahmen den Leipziger Pokalsieg stillschweigend zur Kenntnis.

Werder Bremen an Freiburg: „Bilder, die man sich für Geld nicht kaufen kann“

Der VfL Bochum gratulierte lieber einem anderen Klub: „Herzlichen Glückwunsch an den FV Engers zum Gewinn des Rheinlandpokals! Vielleicht trifft man sich ja wieder in der ersten DFB-Pokalrunde“, schrieb der Verein kurz nach dem Leipziger Finalsieg fast schon verhöhnend auf Twitter.

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„Kopf hoch“, twitterte der SV Werder Bremen in Richtung des unterlegenen SC Freiburg. „Ihr habt eine tolle Pokalsaison gespielt und das sind Bilder, die man sich für Geld nicht kaufen kann.“ Ähnliches kam auch von anderen Bundesligisten, oder eben gar nichts.

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Ebenfalls ruhig verhielten sich andere Klubs aus Ostdeutschland, wie ein Twitter-Nutzer notierte.

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Red Bull und Rasen Ballsport

Der Grund für den Gratulationsboykott ist das Vereinsmodell der Leipziger. Erst vor 13 Jahren wurde der Verein unter anderem von Red-Bull-Chef Dietrich Matteschitz mitgegründet. Mit einer Lizenz eines ortsansässigen Vereins und vielen Millionen des österreichischen Unternehmens spielte sich Rasen Ballsport Leipzig schnell bis in die Bundesliga, was vielen traditionsliebenden Fußballfans sauer aufstößt. Der DFB-Pokalsieg markiert den ersten großen Titel des Klubs.

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Einziger Gratulant aus der Bundesliga war die TSG Hoffenheim. Der Verein war ähnlich wie RB Leipzig erst durch die Millionen eines Unternehmers zum Erfolg gekommen. Hoffenheimer Mäzen ist SAP-Chef Dietmar Hopp, der in der Vergangenheit bereits oftmals Ziel der Anfeindungen von Fußballfans wurde. „Glückwunsch zum DFB-Pokalsieg, Domenico Tedesco und RB Leipzig“, twitterte Hoffenheim nach dem Elfmeterschießen. Selbst Fans des Vereins forderten allerdings in den Kommentaren, den Tweet zu löschen und sich dem schweigenden Protest anzuschließen.

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Einer, der sich am Samstag durchringen konnte, einige lobende Worte auszusprechen, war Oliver Kahn. Sein Verein, der FC Bayern, gratulierte nicht, Vorstandschef und ehemaliger Nationaltorhüter Kahn schrieb auf Twitter: „Gratulation aus München an RB Leipzig zum DFB-Pokalsieg und zum ersten großen Titel. Wir sehen uns im Supercup!“

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Kritik an Tweet von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer

Aus der Politik gab es ebenfalls Reaktionen. So freute sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): „Hart gekämpft und nie aufgegeben. Mit großer Willensstärke gewinnt RB Leipzig den DFB-Pokal. Eine großartige Gemeinschaftsleistung. So geht sächsisch. Herzlichen Glückwunsch“, schrieb er.

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Der Satz „So geht sächsisch“ gefiel nicht allen. Ein Twitter-User kommentierte: „Das Produkt aus Österreich mit der Filiale in Leipzig. Das ist nicht Sachsen, das ist nichts, mit dem ich mich identifizieren könnte! Ein Konstrukt und Marketingprojekt. Moderner Fußball ohne Seele.“

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Auch Sportministerin Nancy Faeser (SPD), die selbst im Stadion war, gratulierte. „Herzlichen Glückwunsch an RB Leipzig zum ersten DFB-Pokalsieg! Beide Teams haben großartig gekämpft mit spannendem Elfmeterschießen“, schrieb sie auf Twitter.

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Chrupalla spricht von „Sieg über politische Korrektheit“

AfD-Chef Tino Chrupalla schrieb bei Twitter von einem verdienten Sieg. „Ich gratuliere RB Leipzig zum verdienten Sieg im DFB-Pokalfinale! Handspiel vor dem 1:0 nicht geahndet, Elfmeter nicht gegeben“, analysierte er und bezieht dann auch Stellung zum Streitthema: „Aber sächsische Standhaftigkeit und österreichischer Unternehmergeist haben letztlich den Sieg über politische ‚Korrektheit‘ davongetragen.“

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Die ARD-Übertragung vom DFB-Pokalfinale war am Samstagabend der Quotenhit, erreichte aber nicht die Zahl aus dem Vorjahr. Im Schnitt 8,1 Millionen Fußballinteressierte verfolgten den Sieg von RB Leipzig. Die Einschaltquote betrug 32,4 Prozent. Außer der ARD hatte auch der Pay-TV-Sender Sky die Partie im Olympiastadion gezeigt.

Im vergangenen Jahr hatten 9,54 Millionen Menschen die ARD beim 4:1-Sieg von Borussia Dortmund gegen die Leipziger eingeschaltet. 2019 waren es mit 9,96 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sogar noch mehr. Damals hatte RB gegen Bayern München das Endspiel verloren. Vor zwei Jahren waren es dann nur 7,01 Millionen Fans, die den Bayern-Sieg gegen Bayer Leverkusen im Free-TV verfolgten.

RND/nis mit dpa

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