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Fußball

Die Geschichte des FC Bad Lausick: Neuling auf der Trainerbank

Eric Ziffert (rechts oben) ist auch heute noch für den FC Bad Lausick aktiv. Hier gewinnt er im Landesklasse-Spiel gegen Wurzen ein Kopfballduell gegen Martin Neustadt.

Eric Ziffert (rechts oben) ist auch heute noch für den FC Bad Lausick aktiv. Hier gewinnt er im Landesklasse-Spiel gegen Wurzen ein Kopfballduell gegen Martin Neustadt.

Bad Lausick. Nach Wolfgang Fischer und René Vierig übernahm in der Saison 2008/09 mit Ingmar Nehring ein Kurstädter Neuling den Platz auf der Trainerbank. Und dies gleich mit einer knallharten Vorgabe: „Wer dreimal Platz vier belegt, kann schlecht einen Platz unter den ersten fünf als Ziel ausgeben. Da muss es schon nach oben gehen.“ Am Ende wurde es doch Platz vier in der Bezirksliga und als Zugabe gab es den vierten Gewinn des Leipziger Bezirkspokals.

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Wie gewohnt ging es mit zwei Pokalspielen los. Dem 6:0 in Mügeln folgte ein 3:1 in Liebertwolkwitz. Zum Auftakt der Punktspiele gelang ein unerwartetes 4:0 beim Döbelner SC und ein 3:1 gegen den SSV Stötteritz. Am dritten Spieltag stand damit das erste Spitzenspiel an, denn der SSV Markranstädt lag mit einem Tor mehr vor dem FC.

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Die Kurstädter setzten sich an einem Mittwochabend im Stadion am Bad durch zwei späte Tore von Tino Kleinert und Eric Ziffert mit 3:1 durch, rückten auf Rang eins – und gaben diesen drei Tage später durch ein 0:1 gegen den FSV Krostitz wieder ab. Das Fehlen von Ziffert und Mathias Wipper allein konnte die schwache Leistung nicht erklären.

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Spieltag fünf sah den FC beim Lieblingsgegner Nordwest mit 2:0 erfolgreich. Inzwischen nahm auch die Tabelle Formen an. Der SSV II war abgerutscht, an der Spitze lag Taucha mit 13 Punkten vor den Lausickern (12), Delitzsch und Torgau folgten mit zehn Punkten.

Bad Lausick war weiter oben dran

Dem 3:0-Erfolg gegen Wurzen, das eine schwere Saison erlebte, folgte das Pokalspiel in Naunhof. Beim SV ging es in Sachen Trainerwechsel erneut munter drunter und drüber. Klaus Havenstein musste gehen, es übernahm Jörg Barth. Der sah einen 3:1-Sieg der Lausicker, die den Erfolg aber mit drei verletzten Spielern in Halbzeit eins teuer bezahlten. Naunhof beendet die Partie nach Gelb/Rot und Rot mit nur neun Spielern.

Das nächste Spitzenspiel stand bereits eine Woche später auf dem Spielplan, als der ESV Delitzsch (3.) beim FC (2.) antrat und ein 2:2 erkämpfte. Dann ging es für den FC erneut in die Naunhofer Clade. Dort saß mit Roland Werner bereits der nächste Trainer auf der Bank. Matthias Walter sorgte nach 54 Sekunden für die Kurstädter Führung. Am Ende stand ein 2:0 im Spielbericht. Der FC war weiter oben dran und Naunhof fand sich auf Rang zwölf wieder.

Der VfB Zwenkau unterlag am neunten Spieltag mit 0:2 in Bad Lausick. Danach musste der FC zu Rotation Leipzig. Nach der 1:2-Niederlage ließen die Gäste die Köpfe hängen. Ein Sieg hätte die Tabellenführung bedeutet, denn zeitgleich unterlag Spitzenreiter Taucha auf eigenen Platz sensationell gegen den Tabellenletzten Nordwest mit 0:2.

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Partie gegen Bad Düben viel ins Wasser

Beim Aufeinandertreffen der beiden Verlierer am elften Spieltag verlor der FC daheim erneut mit 1:2, was Taucha mit 28 Punkten Platz eins vor Delitzsch (26) und den Lausickern (22) bescherte. Vor 320 Zuschauern kam das 1:2-Anschlusstor durch Marcel Hengst (90.+2) viel zu spät.

Die beiden am Tabellenende gegen den Abstieg kämpfenden Teams aus Sermuth (3:0-Auswärtssieg) und Wurzen (8:0 im Pokal/Heimspiel) hatten gegen die Lausicker keine Chance. Der November 2008 endete mit zahlreichen Spielausfällen. Lausicks Match gegen den LVB wurde abgesagt, aber am 14. Spieltag ging die Reise nach Torgau. Am Ende stand ein 1:0-Erfolg der Lausicker. Es war ein von zahlreichen unfairen Zweikämpfen geprägtes Match mit dem späten Siegtreffer von Kleinert (84.Minute).

Zum Abschluss der Hinrunde fiel die Partie gegen Bad Düben ins Wasser. In der Tabelle hielten die Lausicker aber weiter Kurs Richtung Spitze. Taucha lag mit 33 Punkten vor Delitzsch (32), beide hatten alle 15 Spiele absolviert. Bad Lausick und Naunhof hatten je 28 Zähler, der FC aber zwei Spiele weniger ausgetragen.

Auftakt 2009 in Markranstädt

Noch im Dezember begann die Rückrunde. Für den FC brachte das Heimspiel gegen Döbeln allerdings nur ein 1:1. Den Ausgleich erzielte Kleinert erst in der 83. Minute. Der Jahresabschluss geriet kurz vor Weihnachten zur Blamage. Gegen den sieglosen Tabellenvorletzten aus Bad Düben wich man auf den Kunstrasenplatz in Grimma aus. Die beste Abwehr der Liga (neun Gegentore) zog gegen die schwächste Offensive (vier Tore in 14 Spielen) mit 0:3 den Kürzeren.

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Der Auftakt ins Jahr 2009 fand durch eine Absage nicht in Stötteritz, sondern gegen den SSV Markranstädt II in Lausick statt. Am Ende gewann der FC auf hoher Schneedecke mit 3:1, die Gäste waren inzwischen ins Mittelfeld der Tabelle abgerutscht. Am 19. Spieltag kassierte die Mannschaft in Krostitz mit dem Schlusspfiff den Ausgleich zum 1:1. Doch eine Woche später schoss sich der FC beim 6:0 gegen Abstiegskandidat Nordwest den Frust von der Seele.

Tabellarisch wuchs der Abstand zur direkten Spitze weiter an. Taucha hatte alle 20 Spiele absolviert und 48 Punkte gesammelt. Delitzsch (41) und Bad Lausick (36) hatten jeweils nur 18 Partien ausgetragen.

405 Zuschauer beim Derby

Das folgende 1:1 in Wurzen war nicht so toll. Nun kamen nun die direkten Duelle in Taucha und Delitzsch. Taucha gewann vor 260 Zuschauern mit 3:2, wobei der Schiedsrichter insofern mithalf, da er eine Notbremse nicht mit Rot bestrafen konnte, weil er die Karten vergessen hatte und sein Assistent nur mit Gelb aushelfen konnte.

Das klare 0:3 in Delitzsch kommentierte Lausicks Trainer mit den Worten: „Wir haben gegen Taucha und Delitzsch nur einen von zwölf möglichen Punkten geholt, also verbietet es sich, uns als Spitzenmannschaft zu sehen.“ Das Derby gegen Naunhof zog am 24. Spieltag zwar 405 Zuschauer an. Die sahen keine Tore, dafür aber, wie wieder zwei Naunhofer vorzeitig unter der Dusche verschwanden.

Es folgten die Nachholspiele gegen LVB (2:0) und in Stötteritz. Falk Bauers Treffer in letzter Minute sicherte das 2:2, gefolgt von einem unerwarteten 5:1-Sieg in Zwenkau, als die Gäste zwischen der 82. und 87. Minute drei Tore erzielten. In der Tabelle lagen die FC-Kicker nach 25 Spieltagen genau dort, wo sie Trainer Nehring nicht sehen wollte - auf dem vierten Rang. Die Spitze hatte mit 58 Punkten weiter Taucha inne, es folgten Delitzsch (52) und Naunhof (46), der FC hatte 45 Zähler.

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„Kommt mir ja nicht wieder mit Platz vier daher!“

Nachdem gegen Rotation eine 2:0-Führung in den letzten sieben Minuten aus der Hand gegeben wurde, stand das Pokalhalbfinale gegen Bad Düben im Mittelpunkt. Dank eines überzeugenden 4:1-Sieges vor 350 Zuschauern zogen die Lausicker zum sechsten Mal ins Leipziger Pokalfinale ein. Anlauf nahm die Mannschaft am 27. Spieltag mit einem 5:1 bei der als Absteiger feststehenden Sermuther Mannschaft.

Wie es auch in anderen Ligen und Klassen immer mal passiert kam es innerhalb von wenigen Tagen zweimal zu Duell Bad Lausick gegen LVB. Zunächst trennte man sich in Leipzig 0:0, wobei hier der Gedanke verletzungsfrei zu bleiben und dem Gegner nicht irgendwelche Denkanstöße für das folgende Pokalfinalspiel zu liefern, unübersehbar war. Im Endspiel setzte sich der FC vor 600 Fans mit 2:1 gegen LVB durch und holte damit zum vierten und letzten Mal den Bezirkspokal.

Trainer Nehring hatte ja die Zielstellung „Kommt mir ja nicht wieder mit Platz vier daher!“ ausgegeben, doch selbst ein 5:1 gegen Torgau und ein 4:1 in Bad Düben zum Abschluss der Punktspiele konnte dies nicht verhindern, denn auch die Naunhofer gewannen ihre letzten Spiele. Am Ende der Bezirksliga 2008/09 holte der ESV Delitzsch mit 68 Punkten (81:40 Tore) den Meistertitel vor der SG Taucha (68/55:31), dem SV Naunhof (57/51:24) und dem FC Bad Lausick (56/66:29).

Im Nachwuchsbereich gut vertreten

Wie in den Vorjahren endete die Spielzeit allerdings nicht auf dem Rasen, sondern auf dem Tisch des Leipziger Verbandes. Delitzsch hatte angesichts unklarer Platzbesitzerverhältnisse ebenso wie Taucha den Aufstiegsverzicht erklärt. Beide zogen diesen Beschluss nach dem 29. Spieltag zwar zurück, aber das war zu spät. So wurde Naunhof zum Aufsteiger erklärt. Auch das zog sich hin, da Delitzsch vors Sportgericht zog, dort aber scheiterte.

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Zu Pfingsten fand in der Kurstadt ein weiteres Pokalendspiel statt. Die Frauenmannschaft, die kurz zuvor Kreismeister geworden war, unterlag vor 250 Zuschauern allerdings gegen die SG Hartha im Neunmeterschießen mit 1:2. Die zweite Männermannschaft des FC erreichte in der Muldentalliga Platz sechs.

Gut vertreten waren die Kurstädter auch im Nachwuchsbereich. Lausicks A-Junioren - als SG mit Flößberg in der Bezirksklasse am Ball - belegten hinten der SG Geithain (50 Punkte) mit 43 Zählern Platz zwei. Die B-Junioren mussten die Bezirksklasse als Vorletzter verlassen. Die C-Jugend hielt als Tabellenfünfter die Klasse. Die D-Junioren wurden in der MTL Nord mit 188:7 Toren souveräner Staffelsieger und Lausicks E-Jugend entging knapp dem Abstieg.

Von Hans-Peter Weiske

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