Fußball-Oberliga Süd

Die Sauers machen lustig: FC Eilenburg fährt Sieg nach der Pause ein

Die Eilenburger jubeln nach einem Treffer.

Die Eilenburger jubeln nach einem Treffer.

Eilenburg. Der FC Eilenburg hat seinen Lauf fortgesetzt: Der 3:1-Sieg gegen Einheit Wernigerode war schon der dritte Sieg im dritten Spiel. Besser geht nicht. Oder doch? „Viel zu meckern habe ich nicht, aber man sieht, dass es immer schwerer wird“, sagte Trainer Sascha Prüfer, dessen Start bei seinem neuen Verein besser hätte nicht laufen können.

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Nach einem Sieg am Freitagabend sah zumindest 45 Minuten lang nichts aus. Eilenburg tat sich schwer, machte viel zu viele Fehler im Passspiel, brachte keine PS auf den Rasen und hatte Glück, dass Wernigerode gute Chancen nicht in Tore ummünzte. „Wir hatten in den ersten 20 Minuten große Probleme“, resümierte Prüfer und gestand: „Wernigerode war bisher die härteste Nuss, die wir knacken mussten.“ Er konnte sich einmal mehr auf seinen Kapitän verlassen. Adam Fiedler ließ seine Torgefährlichkeit in der 26. Minute aufblitzen. Nach dem Einheit-Keeper Kevin Wellhausen den Ball beim Abschlag wie ein Schüler-Keeper nur gut 25 Meter weit bugsierte, spritzte der einzige Eilenburger mit Normalform, Benjamin Luis, dazwischen, setzte sich energisch durch und flankte auf den Kopf von Fiedler. Der wählte die schwerste Art zu köpfen, ließ die Pille aber herrlich über den Scheitel rutschen und drehte anschließend zum Jubeln ab. „Da hat sich das Flankentraining gelohnt“, scherzte Fiedler. Zu lachen hatte Eilenburg anschließend aber nichts. Mit einem abgefälschten Schuss traf Kevin Hildach (34.) zum absolut verdienten Ausgleich.

Eilenburgs Tim Bunge will am Gegner vorbei.

Eilenburgs Tim Bunge will am Gegner vorbei.

Mit der Einwechslung von Philipp Sauer kurz nach der Halbzeit wendete sich das Blatt. Sauer kam für Niklas Borck, der bisher immer als gefährlicher Joker agiert hatte und erstmals im Herrenbereich von Beginn an auflaufen durfte. Sauer brachte deutlich mehr Schwung. „Saui war überall, links, rechts und in der Mitte“, lachte Prüfer. Auf jeden Fall war er nicht zu stoppen und entwischte Wernigerode nahezu in jeder Aktion. „Ich hatte schon ein gutes Gefühl, dass wir das Spiel noch wenden“, sagte Sauer, der an guten Tagen ein Unterschiedsspieler ist. So ein Tag war am Freitag. Sauer traf nur 15 Minuten nach seiner Einwechslung nach einem flotten Spielzug aus 16 Metern – humorlos flach ins Eck. Unhaltbar. Viele dürften sich gefragt haben, warum so einer nicht von Beginn an spielt. Die Auflösung kommt hier: Sauer urlaubte mit Freunden im Tropical Island, hielt sich mit Brustschwimmen, aber ohne Sprints fit und war alles andere als sauer, dass er zunächst auf die Bank musste. „Ich hätte es extrem unfair gegenüber den anderen empfunden, wenn ich von Beginn an gespielt hatte“, sagte der Lehrer, der in drei Wochen in die Flitterwochen fliegt und Eilenburg erneut fehlen wird.

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Der frischgebackene Ehemann verpasste schon in der Vergangenheit hin und wieder ein Spiel. Mit einem Fokus komplett auf dem Fußball, wäre das Dribbelwunder längst nicht in den regionalen Sphären unterwegs. So aber freut sich Eilenburg seit Jahren über Sauer und seinen Spielwitz. „Wir haben den Sieg eingewechselt“, frohlockte Prüfer, denn auch Sauers jüngerer Bruder Pascal kam von der Bank und stellte nach traumhafter Vorarbeit von Luis auf 3:1. Mit neun Punkten haben sich die Eilenburger an die Tabellenspitze gesetzt und sind fortan die Gejagten. „80 Prozent werden in der Oberliga nicht reichen. Wir müssen immer 100 Prozent geben, das hat man gegen Wernigerode deutlich gesehen“; so Fiedler ausgepumpt, aber glücklich nach dem Abpfiff. Am kommenden Wochenende gilt es mit FC Oberlausitz den nächsten schweren Brocken aus dem Weg zu räumen.

FCE: Naumann, Jarosch, Bunge (83. Pascal Sauer), Fiedler, Borck, Majetschak, Vogel, Borck (53. Philipp Sauer), Alvarez, Baumann (89. Kim), Luis (89. Wadewitz), Schlicht

Von Sanny Stephan

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