Fußball-Regionalliga

Ein letzter Kick vor altem Flutlicht: Chemie Leipzig empfängt Jena

Die neuen Masten stehen längst, alles ist vorbereitet – doch die Genehmigung liegt noch nicht vor, weshalb vor den alten Lichtern gespielt wird.

Die neuen Masten stehen längst, alles ist vorbereitet – doch die Genehmigung liegt noch nicht vor, weshalb vor den alten Lichtern gespielt wird.

Leipzig. Ein letztes Mal wird der Alfred-Kunze-Sportpark am Freitagabend von seinem mobilen Flutlicht angestrahlt. Eigentlich sollten die Genehmigungen für die neue Anlage schon da sein, jetzt müssen die ausgedienten Masten die Bühne für ein letztes großes Highlight bereiten. Chemie Leipzig empfängt den Tabellenzweiten Carl Zeiss Jena im AKS (19 Uhr). Die Thüringer kommen ungeschlagen nach Leipzig, aber mit zwei glücklichen Remis im Rücken. Bei Chemie weckt das Erinnerungen: Das letzte Team, das ohne Niederlage nach Leipzig reiste, war der Berliner AK. Zurück in die Hauptstadt ging es ohne Punkte.

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Trickkiste gegen Jena

Vier Ligasiege in Folge und Tabellenplatz sechs: Chemie hat über die letzten Wochen ziemlich viel richtig gemacht. BSG-Trainer Miro Jagatic bringt die Grün-Weiße Mentalität in dieser Saison auf den Punkt: „Nur positives Denken und Reden zieht auch Positives an.“ Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Babelsberg und Altglienicke ist man in Leutzsch nicht in Panik verfallen, beschwor sich auf die eigenen Tugenden. Insbesondere die physische Präsenz der BSG macht es den Gegnern schwer, das spürte zuletzt der Chemnitzer FC.

Aber auch spielerisch treten die Leipziger in dieser Saison reifer auf. Mit dem Ball am eigenen Fuß zog Chemie sein Spiel zuletzt ausgehend von einer Dreierabwehrkette auf. Im Vierermittelfeld sorgen zwei offensive Außenverteidiger für die nötige Breite und vorn wirbelt ein Dreiersturm. Gegen den Ball wird dieses 3-4-3 auch mal zum 4-3-3. Es war ein langer Weg, um diese taktische Finesse ins Spiel zu integrieren. „Wir haben uns das über die letzten vier Jahre zusammen erarbeitet“, sagt Jagatic. „Inzwischen können wir zwischen drei bis vier Spielsystemen wechseln. Das ist für einen Verein auf unserem Niveau ein Riesen-Ding.“

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Gegen Jena wird Jagatic wieder tief in die Trickkiste greifen müssen. Jagatic sieht „brutale individuelle Klasse“ bei Carl Zeiss. Aber auch Schwächen. Gegen Cottbus und Erfurt spielte Jena jeweils 1:1-Unentschieden, zweimal musste ein Strafstoßtor her, um nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Jagatic sieht sich in seiner Analyse der Liga bestätigt: „Vor der Saison wurde ich noch belächelt, als ich gesagt habe, hier kann jeder jeden schlagen. Inzwischen hat sich gezeigt, wenn du nicht von Anfang an wach bist, wirst du bestraft.“ So findet sich Vorjahresmeister BFC Berlin nach nur einem Sieg derzeit auf Platz zwölf wieder. Dass Carl Zeiss oben mitspielen würde, hatte man selbst in Jena so nicht erwartet. 14 Neue begrüßte Trainer Andreas Patz in seinem Team, die meisten davon blutjung.

„Wird schon irgendwie gehen“

Einer der Erfahrenen ist Torwart Kevin Kunz, der bisher nur dreimal hinter sich greifen musste. Für Chemie wird es darauf ankommen, den 30-Jährigen vor Herausforderungen zu stellen. Bisher ging der BSG die Zielstrebigkeit am Sechzehner noch zu oft verloren. „Wir müssen unsere Angriffe mutiger zu Ende spielen und davon wegkommen, den Ball ins Tor tragen zu wollen“, sagt Jagatic. Er fordert Abschlüsse von seinem Team, auch außerhalb des Strafraums.

Sorgen macht Jagatic eine Erkältungswelle im Team, zu Beginn der Woche lagen mehrere Spieler flach. „Wird schon irgendwie gehen“, bleibt Jagatic gewohnt optimistisch. Länger ausfallen wird hingegen Tarik Reinhard, der sich nach Verletzung gerade wieder ans Team kämpfte und nun im Training umknickte. Ob Denis Jäpel wieder dabei ist, der nach seinem Crash in die Stadionmauer in Chemnitz eine Nacht im Krankenhaus verbrachte, werden die Teamärzte kurzfristig entscheiden.

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Von Leon Heyde

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