NOFV-Oberliga Süd

„Eine gefühlte Niederlage“: FC Grimma mit Remis gegen Neugersdorf

Christoph Jackisch (l.) lässt sich von Louis Schmidt nicht aufhalten.

Christoph Jackisch (l.) lässt sich von Louis Schmidt nicht aufhalten.

Grimma. Nach den beiden Auftaktsiegen gegen Rudolstadt (6:0) und in Wernigerode (1:0) musste Oberligist FC Grimma in dieser Saison zum ersten Mal Punkte abgeben. Im heimischen Husaren-Sportpark trennten sich die Muldestädter vom FC Oberlausitz Neugersdorf 2:2 (1:0) unentschieden und mussten dabei feststellen, dass, trotz aller Euphorie, die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

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Leonhardt Wolf (M.) setzt sich gleich gegen zwei Neugersdorfer durch.

Leonhardt Wolf (M.) setzt sich gleich gegen zwei Neugersdorfer durch.

Dabei spielten die Grimmaer richtig klasse erste Halbzeit, in der man es jedoch verpasste, höher als 1:0 zu führen. Nach dem Wechsel riss bei den Gastgebern jedoch unerklärlicherweise der Spielfaden, so dass Neugersdorf mehr und mehr die Oberhand gewann. Hinzu kam, dass man bei beiden Gegentoren kräftig mithalf, so dass sich die Platzherren am Ende des Tages mit einem Unentschieden zufriedengeben mussten. Dementsprechend war Trainer Steffen Ziffert in der Pressekonferenz sichtlich genervt. „Für mich ist es eine gefühlte Niederlage“, so der Grimmaer Coach. „Wir haben die erste Hälfte komplett dominiert und hätten höher führen müssen. Nach dem Wechsel ist es mir unerklärlich, warum alle Spieler nicht mehr ihre Leistung abrufen konnten. Daher ist das Ergebnis am Ende leistungsgerecht, aufgrund der zweiten Halbzeit hat sich Neugersdorf den Punkt verdient.“ Auf der anderen Seite war Gäste-Trainer Stefan Fröhlich mit dem Punktgewinn natürlich zufrieden. „Wir haben zwei komplett verschiedene Halbzeiten gesehen, wobei wir uns nicht hätten beschweren können, wenn wir zur Pause mit 2:0 oder 3:0 im Hintertreffen gelegen hätten“, so der Oberlausitzer Coach. „Nach der Pause haben wir dann jedoch die Schlagzahl erhöht und aufgrund unserer gezeigten Courage nicht unverdient den Punkt mitgenommen.“

Schwungvoller Start

Dabei gelang es den Hausherren im ersten Durchgang, den Schwung aus den beiden Auftaktsiegen mit in dieses Spiel zu transportieren. Grimma erlangte frühzeitig die Spielkontrolle. Bereits nach sieben Minuten hatten die Fans den Torschrei auf den Lippen, doch rutschte Nikita Bondarenko hauchzart an einer flachen Eingabe von Vincent Markus vorbei. Neugersdorf war im ersten Durchgang nahezu komplett im Defensivbereich gebunden, die Muldestädter erzeugten zunächst mächtigen Druck. Was aus Grimmaer Sicht allerdings fehlte, war der Führungstreffer. Als Michel Schwarz mit seiner Flanke den am langen Pfosten einlaufenden Bondarenko fand, traf der Neuzugang aus Sandersdorf per Kopf aus Nahdistanz nur das Lattenkreuz (16.), bei einer weiteren Eingabe von Lucas Bartsch scheiterte Bondarenko per Kopf an FCO-Schlussmann Zlatan Kostal (25.). Kurz darauf zog Schwarz aus der Distanz beherzt ab, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (drüber, 26.). Nach einer weiteren Bartsch-Flanke wurde der Versuch des einschussbereiten Bondarenko von der vielbeinigen Gäste-Hintermannschaft im letzten Moment abgeblockt (29.), nach Zuspiel von Moritz Griesbach scheiterte Felix Beiersdorf an Kostal (35.).

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Das Neugersdorfs Team hatte im ersten Durchgang nur eine Torannäherung zu verzeichnen, als sich Manuel Seibt aus beträchtlicher Distanz versuchte – Pascal Birkigt im Grimmaer Gehäuse war damit jedoch nicht zu bezwingen (29.). Stattdessen gingen die Muldestädter vor der Pause doch noch in Führung. Nachdem ein Schuss von Bondarenko abgeblockt wurde, nahm Christoph Jackisch die Kugel auf und jagte sie aus zentraler Position unhaltbar zum 1:0 in die Maschen (40.).

Spielfaden gerissen

Mit Wiederanpfiff riss bei den Muldestädtern komplett der Spielfaden, Neugersdorf kam mit richtig Schwung aus der Kabine. So hatten die Gastgeber zunächst das Glück auf ihrer Seite, als Kevin Bönisch mit einem Flachschuss nur den Pfosten traf (54.). Doch bereits Sequenzen später war es soweit – die Gäste bestraften eine grobe Nachlässigkeit der Platzherren zum 1:1-Ausgleich. Manuel Seibt schaltete nach einer flachen Eingabe von Max Keller am schnellsten und spitzelte die Kugel zum 1:1 in die Maschen (55.). Die Grimmaer bettelten dabei völlig um den Ausgleich, doch kurz darauf zogen die Ziffert-Schützlinge abermals in Front. Nach einem sehenswerten Spielzug zog Bondarenko die Kugel von der rechten Seite flach vor das FCO-Gehäuse, Griesbach profitierte im Anschluss von einem Missverständnis zwischen Petrick und Kostal und netzte zum 2:1 ein (58.).

Christoph Jackisch jubelt über sein Führungstor.

Christoph Jackisch jubelt über sein Führungstor.

Wer jedoch glaubte, dass den Grimmaern der erneute Führungstreffer die gewünschte Sicherheit zurückbringen sollte, wurde daraufhin eines Besseren belehrt. Neugersdorf blieb am Drücker, die Gastgeber rannten im Rückwärtsgang in der Folgezeit weiterhin von einer Verlegenheit in die nächste. Nach einer Konfusion im Grimmaer Strafraum riss Birkigt bei einem Schuss von Seibt gedankenschnell die Fäuste hoch (62.), der über die rechte Seite durchgebrochene Max Keller verfehlte per Flachschuss das lange Eck (70.).

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Freiheiten im Sturmzentrum

Vor allem mit der Einwechslung des wieselflinken Toni Orosz hatten die Gäste einen richtigen Trumpf im Ärmel. Immer wieder gelang es den Oberlausitzern fortan, für Gefahr zu sorgen, wobei Orosz dabei immer wieder seine Füße im Spiel hatte. Außer einem Distanzschuss von Schwarz, welchen Kostal sicher meisterte (83.), erzeugten die Muldestädter keinerlei Torgefahr. Dies sah auf der anderen Seite ganz anders aus, und was sich bereits in den vorherigen Minuten mehr als andeutete, sollte dann wenig später auch antreten. An der Torauslinie setzte sich Seibt zunächst viel zu einfach gegen gleich mehrere Grimmaer durch, anschließend freute sich Bönisch über jegliche Freiheiten im Sturmzentrum und drückte Seibts flache Eingabe zum völlig verdienten 2:2-Endstand in die Maschen (85.).

Grimma: Birkigt – Bartsch, Ronneburg, T. Ziffert, Markus (ab 60. Mattheus) – Schwarz, Wolf – Jackisch, Beiersdorf, Griesbach (ab 60. Goldammer) – Bondarenko (ab 64. Funken) – Trainer: St. Ziffert

Neugersdorf: Kostal – Körner, Petrick, Krutoff, Schmidt – Cellarius – Max Keller (ab 74. Orosz), Travniček (ab 81. Selinger), Bönisch, Moritz Keller (ab 64. Herrmann) – Seibt – Trainer: Fröhlich

Schiedsrichter: Jänike (Jena) – Schiedsrichter-Assistenten: Drobe (Hermsdorf), Keith (Arnstadt)

Tore: 1:0 Jackisch (40.), 1:1 Seibt (55.), 2:1 Griesbach (58.), 2:2 Bönisch (85.)

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Gelbe Karten: Jackisch (Foulspiel – 46.), Bartsch (Foulspiel – 65.) – Seibt (Foulspiel – 45.+1), Cellarius (Foulspiel – 64.), Selinger (Foulspiel – 82.) – Reservebänke: Evers (Tor), Konzok, Burkhardt, Walter – Klouda (Tor), Marzok, Hamada

Zuschauer: 116 im Husaren-Sportpark zu Grimma

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