Fußball

Das Ende einer Odyssee: Frisch Auf Wurzen „empfängt“ Dynamo Dresden im Pokal

Gegen Lößnitz konnte Frisch Auf Wurzen das Ticket für die drittel Pokalrunde lösen.

Gegen Lößnitz konnte Frisch Auf Wurzen das Ticket für die drittel Pokalrunde lösen.

Wurzen. Wenn aus dem Segen des großen Loses ein Fluch wird. Da hatte der ATSV Frisch Auf Wurzen aus der Landesklasse Nord für die 3. Runde im Fußball-Landespokal mit dem Drittligisten SG Dynamo Dresden einen ganz dicken Fisch aus der Trommel gezogen und dann begann ein unglaubliches Theater bezüglich des Austragungsortes.

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In der eigenen Wohnstube an der Heinrich-Heine-Straße ging aus Sicherheitsgründen nicht, in Grimma wären die Bedingungen auch keine anderen gewesen. Dann schien mit Eilenburg die beste Lösung gefunden worden zu sein, doch Befürchtungen vor Randalen machten auch durch diese Rechnung einen Strich. In Windeseile wurde Pirna als Spielstätte auserkoren, bevor sich die Ereignisse wegen einem Veto der Dynamos nochmals überschlugen. SG-Trainer Markus Anfang wollte seine Mannschaft nicht aus dem geplanten zeitlichen Rhythmus heraus reißen und der SFV folgte diesem Wunsch.

Wahnsinnige Odyssee

Nunmehr steigt die Begegnung auf dem Sportgelände von Borea Dresden im dortigen Jägerpark, wo am Samstag um 16 Uhr der Anpfiff ertönen soll. Praktisch eine Auswärtsbegegnung für den unterklassigen Gastgeber, was nie und nimmer im Sinne des Erfinders sein kann. Eine wahnsinnige Odyssee, die in fataler Art und Weise an das Prozedere bei Teutonia Ottensen gegen RB Leipzig im DFB-Pokal erinnert. Wo Wurzens kommender Gegner übrigens kürzlich auf den Erstligisten VfB Stuttgart traf, die Dynamos unterlagen nur knapp mit 0:1. Vereinsnamen, welche die krasse Außenseiterposition der Ringelnatzstädter nachhaltig unterstreichen.

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ATSV-Coach Marcus Fischer ist sich dessen natürlich ganz klar bewusst, ohne nun sofort in Ehrfurcht zu erstarren. „Schließlich können auch unsere Jungs ordentlich kicken, obwohl sie als Amateure nur zweimal in der Woche trainieren. Obendrein können wir absolut befreit aufspielen, keiner erwartet etwas Außergewöhnliches von uns. Ich werde den Jungs sagen, sie sollen raus gehen und es in vollen Zügen genießen.“ Mit einem Lächeln auf den Lippen entlarvt sich der Frisch Auf-Übungsleiter als ungeduldiger Mensch: „So lange wie möglich die Null halten ist zwar der Plan. Aber nach zehn Minuten selber in Führung zu gehen, wäre natürlich ein absoluter Traum.“

Dem Karrierehighlight beraubt

In personeller Hinsicht passt Fischer die Rolle rückwärts auf den Samstag sogar sehr gut in den Kram, obwohl ihm ein Ausfall innerhalb seines Kaders besonders weh tut. „Am Sonntag hätten wir mehr Leute ersetzen müssen. So stehen uns lediglich zwei Urlauber und ein Gesperrter nicht zur Verfügung. Für Fritz Kurmann tut es mir allerdings wirklich richtig leid. Er hat gegen Lößnitz die gelb-rote Karte bekommen. Dass diese unberechtigt war, hat der Schiedsrichter im Nachhinein sogar zugegeben. Es ist schon tragisch, dass der Bursche deswegen so einen Höhepunkt in seiner Laufbahn versäumt. Aber er wird über den Schmerz hinweg kommen und von draußen mit seinen Mannschaftskameraden mitfiebern.“ Garantiert nicht der Einzige, der dem Underdog Wurzen ganz fest die Daumen drückt.

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