Fußball-Sachsenpokal

Entscheidung im Elfmeterkrimi: Lok gewinnt bei Chemie Leipzig

Djamal Zianeund die Spieler von Lok Leipzig jubeln über den Sieg vor dem Gästeblock mit den eigenen Fans.

Djamal Zianeund die Spieler von Lok Leipzig jubeln über den Sieg vor dem Gästeblock mit den eigenen Fans.

Leipzig. Der 1. FC Lok Leipzig steht im Achtelfinale des Fußball- Sachsenpokals, Gastgeber Chemie Leipzig ist nach einem wahren Pokal-Krimi im Elfmeterschießen daheim ausgeschieden. Nach torlosen 120 Minuten gewannen die Gäste vom Punkt 8:7. Im 107. Leipziger Derby zwischen Probstheida und Leutzsch gingen die Blau-Gelben zum 53. Mal als Sieger hervor. Doch Chemie war im Elfmeterschießen zunächst im Vorteil: Benjamin Bellot entschärfte den Ball von David Urban, doch Lok-Keeper Isa Dogan blieb wenig später Sieger gegen Lucas Surek. Nach einem XXL-Elfmeterkrimi schoss schließlich Unglücksrabe Ben Keßler den Ball in den Abendhimmel – die Lok-Kicker jubelten.

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BSG-Regentschaft endet nach viereinhalb Monaten

Die letzte (entscheidende?) Seitenwahl gewann Lok-Kapitän Sascha Pfeffer. Nach der Verlängerung fiel in dem packenden Pokal-Derby die Entscheidung im Elfmeterschießen auf der Seite der nur 320 Gäste-Fans. Für Lok trafen vom Punkt Farid Abderrahmane, Djamal Ziane, Leon Henyke (mit Glück), Sascha Pfeffer, Eric Voufack, Tobias Dombrowa, Maik Salewski und Luca Sirch – für Chemie Dennis Mast, Paul Horschig, Jannik Mäder, Alexander Bury, Philipp Harant, Timo Mauer und Florian Brügmann.

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Viereinhalb Monate lang durften die Chemie-Kicker als amtierender Derby-Sieger mit breiter Brust durch die Stadt spazieren. Lok schaffte die Revanche und behauptete sich bei diesem Auswärtsmatch zugleich einmal mehr als Spezialist für Pokal-Derbys. Denn das letzte Sachsenpokal-Duell im Dezember 2018 hatten die Blau-Gelben in Leutzsch 1:0 gewonnen. Das nächste Stadt-Duell in der Regionalliga steigt bereits in genau drei Wochen am 16. Oktober (16 Uhr) in Probstheida.

Hohes Tempo nur in der Anfangsphase

Das von vielen erwartete Abtasten blieb nach dem Anpfiff zunächst aus, beide Teams begannen durchaus offensiv, ohne den gegnerischen Abwehrriegel vor zu große Probleme zu stellen. Die dickste Gelegenheit der ersten Hälfte hatten die Probstheidaer, die den Gastgeber mit deren eigener gefährlichsten Waffe überraschten. Vor Wochenfrist hatte Chemie gegen den Berliner AK nach einer verlängerten Ecke per Kopf getroffen. Diesmal kam in der 20. Minute eine Ecke von Lok-Kapitän Sascha Pfeffer gefährlich an den Fünf-Meter-Rum, wo Djamal Ziane hochstieg und gekonnt verlängerte. Er servierte auf den am langen Pfosten freistehenden Luca Sirch, der den Ball aber nicht kontrollieren konnte und über das Tor von Benjamin Bellot köpfte. Den Chemie-Fans stockte kurz der Atem, der 23-jährige Innenverteidiger Sirch ärgerte sich über die verpasste Gelegenheit und ließ seinen Frust kurz an einer Werbebande aus.

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Entscheidung fällt spät

Nach dieser Top-Chance nahmen beide Teams ein wenig das Tempo raus. Das eventuelle 120-minütige Arbeitspensum schwebte wie ein Damoklesschwert über dem Alfred-Kunze-Sportpark. Das Derby verlief auf den Rängen wie erhofft stimmungsvoll und auf dem Rasen fair sowie wie erwartet auf Augenhöhe. Bei Chemie machte sich das verletzungsbedingte Fehlen von Philipp Wendt nicht negativ bemerkbar. Auf dem Weg in die Kabine unterhielt sich Gäste-Trainer Almedin Civa lange mit dem Rot-gesperrten Mike Eglseder, während seine Jungs drinnen erst einmal durchschnauften. Lok-Präsident Thomas Löwe erklärte derweil am MDR-Mikrofon, warum nur 320 statt der möglichen 500 Lok-Anhänger den Weg in den AKS gefunden haben: „Eine Rolle spielt sicher, dass wir die Karten nur an Mitglieder verkauft und personalisiert haben. Auf der anderen Seite schreckt der Gang hierher nach den letzten Vorkommnissen viele unserer Mitglieder ab.“ Löwe hoffte, dass Lok noch eine Schippe drauflegt. Ähnliches erwartete Chemie-Vorstands-Chef Frank Kühne von seinen Jungs.

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Ben Keßler auf dem Weg zum Elfmeterpunkt. Er vergab den entscheidenden Versuch.

Ben Keßler auf dem Weg zum Elfmeterpunkt. Er vergab den entscheidenden Versuch.

In Hälfte zwei hatten dann die Grün-Weißen zunächst die dickste Gelegenheit. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison (Meuselwitz lässt grüßen) war ein gegnerischer Eckball der Ausgangspunkt. Pfeffer trat die Ecke zu flach und leitete damit einen blitzschnellen Konter ein, der Chemie in eine Überzahlsituation brachte. Florian Kirstein kam unbehindert im Strafraum zum Schuss, scheiterte aber an Isa Dogan. Der Lok-Keeper machte einen sicheren Eindruck und musste erst ab der 80. Minute bei zwei Bällen ein zweites Mal zufassen. Den nächsten Chemie-Konter unterband Farid Abderrahmane hinter der Mittellinie gegen den heranstürmenden Kirstein. Chemie wirkte nun bissiger und leicht überlegen, doch die nächste Riesenchance hatte der Gast. Eine gefährliche Eingabe von Tobias Dombrowa landete am langen Pfosten bei Osman Atilgan, der den Ball nicht voll erwischte.

Kurz vor der Verlängerung wurde das (alte) Flutlicht im AKS eingeschaltet, der Schiri verteilte nun einige Gelbe Karten. Würden beide Teams noch einmal das Risiko erhöhen? Oder insgeheim auf die „Lotterie“ vom Elfmeterpunkt setzen? Letzteres schien der Fall. Dennoch hatten die Chemie-Fans in der 108. Minute den Torschrei auf den Lippen, doch wie in der Vorwoche hatte Alexander Bury einen Tick zu wenig Zielwasser getrunken. Gegen den BAK hämmerte er einen Freistoß aus 20 Metern ans Gebälk, diesmal zischte sein straffer Schuss hauchzart am linken Pfosten vorbei.

Von Von Frank Schober

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