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Regionalliga

Fannachmittag im „Bruno“: Lok Leipzig will Anhängern letzten Sieg schenken

Für die Lok-Fans soll das letzte Saisonspiel nochmal ein absolutes Highlight werden.

Für die Lok-Fans soll das letzte Saisonspiel nochmal ein absolutes Highlight werden.

Leipzig.Wenn am kommenden Sonntag um 13 Uhr der FSV Luckenwalde zum letzten Saisonspiel in Probstheida vorstellig wird, geht es für die Mannen von Lok-Trainer Almedin Civa nur noch um ein paar Dinge: Sonne genießen, Urlaubsplanungen durchgehen und ein letztes Mal mit den blau-gelben Fans ein Fußballfest feiern. Eine lange und anstrengende, aber auch erfolgreiche Saison liegt hinter den Regionalligisten, mit berauschenden Siegesserien und mit enttäuschenden Einbrüchen.

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"Was wäre gewesen, wenn" ist im Fußball eigentlich eine unzulässige Ansammlung von Konjunktiven. Dennoch zeigte sich Civa während der Saison durchaus angriffslustig, sah sogar die Möglichkeit, bis zum Schluss ganz oben mitzuspielen: "Auch wenn du als Trainer immer ein bisschen kühler und nüchterner bist, denkst du schon, dass man mit ein bisschen Glück auch ein Wunder schaffen kann. Ich habe allerdings schon vor der Runde gesagt, dass für mich der BFC und Jena Favoriten sind, uns hatte niemand so richtig auf der Rechnung", sagt der Coach und fügt hinzu: "Ich sehe unsere Entwicklung aber sehr positiv, für mehr hätte dieses Jahr wirklich alles passen müssen."

Die Liga wird stärker

Schwarzmalen gilt aber nicht, die Planungen für die neue Saison müssen mit klarem Kopf und möglichst dickem Geldbeutel angegangen werden. Doch gerade bei Letzterem wird es erneut gewisse Grenzen geben, große Sprünge sind mit klammer Klubkasse kaum möglich. Stürmer Djamal Ziane bringt die alljährliche Problematik auf den Punkt: „Wir müssen nicht um den heißen Brei herumreden, wir sind wahrscheinlich beim Klubetat nicht einmal unter den Top acht in der Liga, da sind gerade in Sachen Kaderbreite keine Wunderdinge möglich. Die Anderen werden auch wieder stark aufrüsten, ich erwarte im kommenden Jahr eine nochmal stärkere Spielklasse.“

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Auch in Leipzig können Fußballer eben nicht nur von der guten Luft und Fanliebe leben. Dennoch hebt Ziane gewisse Standortvorteile über den schnöden Mammon: „Wir sind nach wie vor ein ganz besonderer Verein. Das Umfeld mit den Fans und der tollen Stadt könnte schon den ein oder anderen begeistern. Wir haben dieses Jahr als Klub und Mannschaft nicht viel falsch gemacht. Diese Entwicklung müssen wir weiter verfolgen.“

Zu letzten Spieltagen gehören traditionell auch Verabschiedungen. Zur definitiven Anzahl wollte sich Almedin Civa nicht in die Karten schauen lassen, stattdessen saß ihm der Schalk im Nacken: „Vielleicht müssen wir am Sonntag fünfzehn Minuten eher rauskommen, um das alles abzuhandeln.“ Galgenhumor oder stoische Unterwerfung der Mechanismen des Geschäfts – Civa hat bereits eine Menge Spieler in seiner Karriere kommen und gehen sehen. Bleibt zu hoffen, dass nicht ausgerechnet Ziane selbst zu den Abtrünnigen gehört. Der Stürmer selbst betont die generelle Absicht, bleiben zu wollen, die „Gespräche laufen beiderseits sehr gut, auch der Verein hat ein Interesse, dass es weitergeht. Ich will bei der Entwicklung der Mannschaft gerne weiterhin dabei sein.“ Angesichts der vielen Nebelkerzen würde wohl nur ein Blick in die Auftragsbücher der Floristen Aufschluss über die Zahl der Abgänge (neben den bereits feststehenden Jan-Ole Sievers, Robert Berger, Luca Sirch und Eddi Lucenka) geben können.

Fannachmittag mit DJ

Die typischen Nebengeräusche eines sicher geschäftigen Transfersommers sollen am Sonntag zumindest für ein paar Stunden mit Schalldämpfern versehen werden. Nach dem letzten Spiel wird es einen Fan-Nachmittag auf dem Vereinsgelände geben – die Mannschaft wird sich zu elektronischer Stimmungsaufhellung eines DJs unters gemeine Volk mischen. Eine letzte Labsal für die müden Köpfe, bevor es dann ab Montag direkt in die Urlaubsdomizile geht – zumindest für die Spieler. Civa selbst hat in den kommenden Tagen laut eigener Aussage „noch drei, vier Entscheidungen zu treffen“, er muss also mit dem Packen des Koffers noch etwas warten.

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Zum Start der Saisonvorbereitung am 20. Juni erwartet Civa hoffentlich gut erholte und hoch motivierte Spieler zurück. Von der Verteilung von personalisierten Trainingsplänen und Spezialprogrammen hält er nichts, schwört auf die Eigenmotivation der Jungs: „Die sollen erstmal ein, zwei Wochen an gar nichts denken und sich komplett entspannen. Und wenn denen dann nach zwei Wochen am Pool langweilig wird, dann gehen Sie von ganz allein mal 45 Minuten laufen.“ Leicht scherzhaft fügte er an, dass die Spieler „ruhig auch mit 4-5 Kilo Übergewicht kommen können, ich bekomme jeden in sieben Wochen wieder fit, auch ihren Nachbarn, wenn es sein muss.“ Topfit und angriffslustig – trotz aller Fragezeichen und Unbekannten sind das gute Voraussetzungen für eine neue Saison in einer noch stärkeren Regionalliga.

Von Georg Meyer

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