Fußball

FC Eilenburg gegen Sandersdorf: Erst Torfeuerwerk, dann viel heiße Luft

Bei ihm läuft’s einfach: Auch gegen Sandersdorf konnte Benjamin Luis (r.) wieder treffen.

Bei ihm läuft’s einfach: Auch gegen Sandersdorf konnte Benjamin Luis (r.) wieder treffen.

Eilenburg. Benjamin Luis hatte sich endlich mal wieder klare Verhältnisse gewünscht. Einen satten Vorsprung, viel Genuss, wenig Krampf. Klappte beim 4:1-Sieg gegen Union Sandersdorf am Samstag perfekt. Zur Pause führte der FC Eilenburg mit 4:0, zeigte nach der 1:2-Niederlage in Zorbau eine „bombastische Reaktion“ (Trainer Sascha Prüfer). Dass in der zweiten Hälfte nicht mehr viel ging – geschenkt. Die vom Ex-Eilenburger Thomas Sawetzki trainierten Sandersdorfer kamen so noch zum verdienten Ehrentreffer. „Das ärgert mich echt. Ich wollte zu Null spielen“, grämte sich Eilenburgs Schlussmann Andreas Naumann.

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Es war Ärgern auf hohem Niveau und fast so unverständlich wie die Zwischenrufe einiger Fans in der zweiten Halbzeit. Wer jemals selbst gegen den Ball getreten hat, weiß, dass mit einem satten Vorsprung der letzte Biss, der letzte Schritt, das letzte Risiko über Bord geht. Zu keinem Zeitpunkt hatte man am Samstag das Gefühl, dass Spiel könnte noch kippen. Auch Sawetzki glaubte nicht daran, wollte nach dem 0:4 zur Pause nur eins: keine sechs oder sieben Gegentore bekommen. Selbst nach dem Anschluss ließ er nicht bedingungslos pressen, ordnete an, in den Strukturen zu bleiben.

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Die Eilenburger nahmen nach einer furiosen ersten Hälfte drei Gänge raus. In diesem 45 Minuten hatten die Eilenburger alles serviert, was Freude macht. Die Flügelzange Philipp und Pascal Sauer beackerte die Außen, war lustig – nur für Sandersdorf nicht. Philipp Sauer traf schon nach 120 Sekunden mit einem Traumtor ins Dreiangel. Der aufgerückte Abwehrspieler Alexander Vogel legte präzise nach. Logisch, dass auch Benjamin Luis treffen musste. Er trifft schließlich in letzter Zeit immer. Umjubelt war auch das 4:0 (40.) von Toni Majetschak, der den Ball nach einer Ecke mit Urgewalt ins Tor wuchtete. Das Ilburg-Stadion kochte, Sawetzki auch – vor Ärger. „Wir waren ein angenehmer Gegner und das Spiel war früh entschieden. Beim 0:4 musst du höllisch aufpassen, um die Jungs zur Disziplin zu rufen, weil sie immer nach vorn spielen wollen.“

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Die zweite Halbzeit war von vielen Nickligkeiten, taktischen Fouls und gelben Karte geprägt. Eine – seine erste – kassierte auch Eilenburgs Trainer Sascha Prüfer, der sich zu oft und laut über die Entscheidungen des Schiedsrichters ärgerte. Referee Max Göldner verlor zwischenzeitlich die Linie, ließ manchmal laufen, pfiff andere, ähnliche Situationen zurück. „Ich muss die Klappe halten, ich denke, dann schießen wir noch ein Tor. So hat die Hektik auf meine Mannschaft abgefärbt.“

„Klar war das Gegentor zu einfach“

Die einzige klare Chance zum fünften Tor hatte Lennert Möbius. Das Eilenburger Eigengewächs bekam den Ball per Kopf aus Nahdistanz nicht über die Linie. Passte irgendwie zu seiner bisherigen Saison. Nach starken Auftritten in der Regionalliga verhaspelt sich der 20-Jährige zu oft, bringt seine PS nicht auf den Rasen und bleibt zu oft auf selbigem liegen. Er braucht ein Erfolgserlebnis, dann platzt der Knoten von allein. Kicken kann er. Genauso wie die Sandersdorfer, die in der zweiten Halbzeit ihre wahre Stärke auf den Platz, die Eilenburger aber nie ernsthaft in Gefahr brachten.

Prüfer war vor allem stolz, dass es seiner Mannschaft gelang, nach der Niederlage in Zorbau direkt wieder in erfolgreiches Fahrwasser einzubiegen. „Am Ende des Tages sind die Punkte wichtig, die haben wir heute geholt. Klar war das Gegentor zu einfach. Wir haben natürlich gesagt, heute zu null. Aber wenn du 4:0 führst, wirst du leichtsinnig und fahrlässig. Man darf aber nicht vergessen: Wir sind eine Oberliga-Mannschaft und nicht Bayern München.“ Und selbst die Bayern spielen nach einem klaren Vorsprung nicht immer souverän, siehe den Auftritt bei Hertha BSC am Samstag. Insofern: Chapeau für die bisherige Leistung, FC Eilenburg.

FC Eilenburg: Naumann, Ph. Sauer (57. Möbius), Aguilar, Majetschak (75. Dos Santos), Jarosch, Pa. Sauer (57. Bartlog), Fiedler, Vogel (84. Nathe) Schlicht, Kim, Luis (84. Borck)

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