Fußball

FC Eilenburg mit eineinhalb Beinen in der Oberliga

Anton Rücker vom FC Eilenburg sitzt enttäuscht auf dem Boden.

Anton Rücker vom FC Eilenburg sitzt enttäuscht auf dem Boden.

Eilenburg. Der FC Eilenburg hängt seit dem Ende der Regionalliga Nordost zwischen Baum und Borke. Seit Samstag ist der Abstieg allerdings ein großes Stück näher gerückt. Der BFC Dynamo, Staffelsieger der Regionalliga Nordost, verlor das erste von zwei Relegationsspielen gegen den VfB Oldenburg (Staffelsieger aus dem Norden) verdient mit 0:2 und muss im Rückspiel am kommenden Samstag (4. Juni) in Oldenburg eine Meisterleistung auf den Platz bringen, um das Blatt noch zu wenden – und die Eilenburger froh zu machen. So wie es aktuell aussieht, wird der BFC den Aufstieg in die 3. Liga verpassen und der FC Eilenburg damit nach nur einem Jahr in der Regionalliga wieder absteigen. FCE-Präsident Steffen Tänzer blickt dem Duell realistisch ins Auge, hat aber dennoch ein Fünkchen Hoffnung: „Ich habe die erste Halbzeit gesehen. Oldenburg war deutlich stärker, aber auf der anderen Seite hat bei allen Relegationsspielen nie die Heimmannschaft gewonnen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Ernüchternd“, beschrieb Eilenburgs Sportchef Stephan Hofmann das Spiel. Gemeinsam mit Trainer Nico Knaubel und einem Teil der Mannschaft schaute Hoffi das Spiel im Eilenburger Stadion und war traurig, dass „der BFC sein Leistungsvermögen nicht abrufen konnte“. Hofmann, von Natur aus Optimist, hat den Aufstieg der Berliner aber längst nicht abgeschrieben: „Es ist erst eine Halbzeit gespielt. Wenn der BFC es schafft, eine sehr gute Leistung zu bringen, ist das Wunder noch möglich.“

Lesen Sie auch

Sichere Gewissheit über die Liga-Zugehörigkeit hat der FCE also erst am 4. Juni – und damit drei Wochen nach dem Saisonende. Das ist unverständlich und kein Ruhmesblatt für den Nordostdeutschen Fußballverband. „Die Planung war alles andere als glücklich“, so Tänzer, der trotz des drohenden Abstieges keine Panik schiebt. „Es wäre ärgerlich, wenn es so kommt, weil wir es solide gemacht haben. Im Falle eines Abstiegs bekommen wir aber keine grauen Haare. Es wird weitergehen, wenn auch anders“, so Tänzer. Ähnlich sieht es Hofmann. Der Ärger im Falle eines Abstiegs wäre dennoch riesig. „Wir haben nach dem schweren Start richtig Lust und Laune auf die Regionalliga. Es wäre schade, wenn die Arbeit und der Aufwand vom ganzen Verein nicht belohnt werden würde.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Man habe zweigleisig geplant, der Verein sei auf alles vorbereitet, so Hofmann. Viele erfahrene Leistungsträger haben signalisiert, dass es für sie in Eilenburg weitergehen wird – egal in welcher Liga. „Ein Großteil der Mannschaft wird zusammenbleiben“, meinte Hofmann. Für junge Talente wie Anton Rücker, Ricardo Michael, Raimison dos Santos oder Noah Baumann wird der FCE im Falle eines Abstieges nicht mehr der erste Ansprechpartner sein. Aber solange, die zweite Halbzeit noch nicht gespielt hat, besteht Hoffnung, dass auch diese Talente nächste Saison im Eilenburger Ilburg-Stadion weiter Spielpraxis sammeln.

Sollte der BFC den Aufstieg nicht schaffen uns, wäre der Supergau von fünf Absteigern perfekt. Kein anderer Verband hat eine solche Abstiegsregelung. Hintergrund der Regeln war die Belastung. Kommende Saison wird die Staffel von 20 auf 18 Vereine verkleinert. Nicht nur der FCE empfindet das als Käse. „Wenn wir 38 Spieltage geschafft haben, schafft es jeder andere Verein auch“, so Tänzer über sein Team, in dem alle Spieler noch in der Freizeit und nicht als Profis Fußball spielen. Gerade für Talente aus den zahlreichen Nachwuchsleistungszentren in Sachsen sind die kleinen Vereine wie Eilenburg ein gutes Auffangbecken. Warum zwingend verkleinert werden musste, ist auch mit Blick auf die anderen Viertliga-Staffeln rätselhaft. Im Norden spielten 21 – eingeteilt in die zwei Gruppen, in der Regionalliga West und Bayern jeweils 20 Mannschaften und in der Regionalliga Südwest 19 – nur im Nordosten sind künftig nur 18 Teams am Start. Es gibt Dinge, die sind weder logisch noch nachvollziehbar.

Von Sanny Stephan

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken