Fußball – Sachsenpokal

FC Eilenburg vor Pokalhit gegen FC Erzgebirge Aue: „Wir haben null Druck“

„Wir müssen versuchen, in die Köpfe von Aue zu bekommen“, sagt Sascha Prüfer, Trainer des FC Eilenburg, vor dem Spiel am Sonntag.

„Wir müssen versuchen, in die Köpfe von Aue zu bekommen“, sagt Sascha Prüfer, Trainer des FC Eilenburg, vor dem Spiel am Sonntag.

Eilenburg. Große Bühne für den FC Eilenburg: In der dritten Runde des Sachsenpokals kommt Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue am Sonntag (16 Uhr) ins Ilburg-Stadion. Mit keinem anderen mitteldeutschen Topverein verbindet den FCE so viel wie mit dem "Kumpelverein" aus dem Erzgebirge.

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Der Sonntag wird ein Tag der großen Wiedersehen. Noah Baumann spielte einst acht Jahre im Nachwuchs bei Aue und ist jetzt Eilenburgs Kreativkopf. Tomislav Piplica sprang in der Not ein, als beim FCE Torwartnotstand herrschte und hinterließ später als Trainer positive Duftnoten. Am Sonntag kommt der Torwarttrainer der "Veilchen" zurück. Dazu gibt es erstmals das Bruderduell der Majetschaks. Seit Dienstag hat Aue auch noch einen Interimspräsidenten, der aus der Muldestadt stammt. Torsten Enders wurde in Eilenburg geboren und unterstützt heute noch den hiesigen Judo-Verein.

Erzgebirgler in der Krise

Geschenke wird Aue nicht im Gepäck haben. Die Erzgebirgler stecken tief in der Krise, haben nach neun Spielen ohne Sieg unter der Woche Trainer Timo Rost nach nicht einmal vier Monaten entlassen und hoffen auf den Befreiungsschlag in Eilenburg. „Die Trainerentlassung ist schon ein Nachteil für uns. Es wird sicher schwerer, aber nicht weniger interessanter“, glaubt FCE-Trainer Sascha Prüfer und weiter: „Wenn die Spieler von Aue ein Herz für ihren Verein haben, wovon ich ausgehe, werden sie beweisen, dass sie es besser können.“

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Während der Neustart in Aue in die Hose ging, zeigte Eilenburg, wie ein Verein mit neuem Trainer und Präsidenten erfolgreich wirbeln kann. Dabei gingen die Nordsachsen ähnliche Wege wie Aue und verpflichteten einen Trainer, der die Liga nicht kannte. Doch Sascha Prüfer und Eilenburg passt, weil der Wechsel gut vorbereitet war und die Mannschaft hinter dem Coach steht. Routinier Toni Majetschak schwärmt: „Er ist sportlich und menschlich absolut top.“

Verteidigung muss stimmen

Am Sonntag steht der 35-Jährige vor seinem bisher größten Spiel. "Man spürt schon, dass es etwas Besonders ist. Jede Einheit ist extrem intensiv und fokussiert. Jeder will auf die Plattform, spielen oder eingewechselt werden." Es sei eine "geile Trainingswoche", sagt Prüfer und legt nach: "Die war es aber auch schon letzte Woche und dann stimmte das Ergebnis nicht." Der FC Eilenburg kassierte in Grimma seine erste Saisonniederlage – und das vor den Augen des Auer Interimstrainers Carsten Müller. Der Leiter des Nachwuchszentrums war am Sonnabend mit der Kamera vor Ort, womöglich ahnte/wusste er da schon, dass er im nächsten Spiel für die Profis die Verantwortung trägt.

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„Dass Aue uns beobachtet zeigt, wie ernst sie uns nehmen“, so Prüfer, der locker bleibt und meint: „Wir haben null Druck und können beweisen, was wir drauf haben.“ Seine Mannschaft sei für eine Überraschung gut, dafür müsse aber zuallererst das Verteidigen zu fast 100 Prozent klappen. „Wir müssen klug spielen, um keine sinnlosen Gegentore zu kassieren. Ich traue uns ein, zwei Treffer zu“, so der Coach und weiter: „Wir müssen versuchen, in die Köpfe von Aue zu bekommen. Wenn die Psyche kippt, machen sie vielleicht Fehler. Dann müssen wir da sein.“

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Baumann spielt gegen seinen Ausbildungsverein

Personell sieht es besser aus als zuletzt. Wadenbeißer Kevin Wadewitz ist zurück und mit ihm deutlich mehr Pfeffer. "Es ist lauter und aggressiver. Das trägt Wade in seinem Charakter mit sich und tut unserem Training wahnsinnig gut", lobt Prüfer seinen Mittelfeldspieler. Auch Baumann wird gegen seinen Ausbildungsverein spielen können und ist voller Vorfreude: "Die Freude über das Los und auf das Spiel ist riesig. Ich habe acht Jahre lang für den FC Erzgebirge Aue gespielt und durfte sogar einige Minuten bei den Profis in der 2. Liga absolvieren. Auch deswegen hat das Spiel einen enormen Stellenwert für mich." Er schaue regelmäßig nach den Ergebnissen der Profis, der A- und B-Junioren. "Es ist sicherlich keine einfache Situation momentan und schmerzt schon etwas, aber ich bin mir sicher, dass der Verein das übersteht und eine vernünftige Restsaison abliefern wird." In Eilenburg kann das "Veilchen" gern noch einmal vertrocknen, danach kann es gern wieder aufblühen, das einst als gallisches Dorf in der 2. Bundesliga gefürchtete Aue.

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