Bundesliga

Von „Fehlstart“ bis „kein schlechtes Ergebnis“: So sieht die Presse RB Leipzig

RB-Trainer Domenico Tedesco und seine Mannschaften stehen früh in der Saison in der Kritik.

RB-Trainer Domenico Tedesco und seine Mannschaften stehen früh in der Saison in der Kritik.

Leipzig. Toll, toll, toll, da geht einem Fußball-Fan das Herz auf. Die Fans in Sektor B haben geglänzt. "Mein Messestadtverein - sollst für immer Pokalsieger sein" – tolle Choreografie aus dem Block beim ersten Heimspiel der Saison. Die Stimmung beim Messestadtverein namens RB Leipzig? War dennoch schonmal besser. Zum Beispiel nach dem DFB-Pokal-Sieg. "Es ist ein beschissener Start", grantelte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff in den Katakomben nach dem glanzlosen 2:2 (1:1)-Remis gegen den 1. FC Köln inklusive Comeback samt Tor von Timo Werner.

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Man kann auch sagen: Die Kölner machten dort weiter, wo sie in der vergangenen Spielzeit aufgehört hatten. Und die Leipziger nicht, nach der starken Rückrunde. Wobei: Wie im Pokalfinale kämpften die Leipziger in der zweiten Halbzeit gegen Köln in Unterzahl nach der umstrittenen Roten Karte für Dominik Szoboszlai.

Nur zwei Punkte aus zwei Spielen: Die Alarmglocken schrillen verdächtig früh – wahrscheinlich auch wegen der schwachen Hinrunde der vergangenen Saison. Wie ist die Wahrnehmung von Beobachtern von RB? Deutsche Medien tendieren ebenfalls in Richtung Fehlstart. Die LVZ hat sich umgeschaut und Pressestimmen gesammelt.

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„BILD“ (Print): Wieder kein Sieg! Rot! Fehlstart! Deshalb schnaubte Mintzlaff vor Wut

„Leipzig schon im Krisenmodus! (…) Ein ungewöhnlich harter Ausraster von Mintzlaff, der für derartige Wut-Reden nicht bekannt war. (…) Mit Transfers von Raum und Werner hat er den Kader exzellent verstärkt. Auch wenn offiziell die Champions League-Quali als Ziel gilt, träumt der RB-Macher insgeheim von der Schale. (…) In der Vorsaison hielt er sich trotz des Fehlstarts von Ex-Coach Jesse Marsch (48) lange zurück, griff erst ein, als die Champions League außer Sichtweite war. Jetzt zählt er Trainer Domenico Tedesco (36) und sein Jungs frühzeitig an. (…) Nur drei Monate nach dem Pokalsieg gibt Mintzlaff Tedesco das Zeichen, dass auch er nicht unantastbar ist. Seine Botschaft: Der Trainer muss liefern!“

„kicker“ (Print): Warnstufe Gelb

„Mit spektakulären Coups wie den Verpflichtungen der Nationalspieler David Raum und Timo Werner sowie der Vertragsverlängerung von Topscorer Christopher Nkunku glaubte Mintzlaff die Grundlage geschaffen zu haben, dass der Pokalsieger vom Saisonauftakt an richtig durchstartet. Doch bislang bringt der hochdotierte Kader seine Qualitäten nur in vielversprechenden Offensiv-Ansätzen auf den Platz. Es mangelte wie schon in Stuttgart an elementaren Voraussetzungen wie Entschlossenheit, Ernsthaftigkeit und dem unbedingten Willen, die Partie für sich entscheiden zu wollen. (…) Warnstufe Gelb also in Leipzig vor dem schweren Auswärtsspiel bei Union Berlin. Trainer Domenico Tedesco ist gefordert, die Mannschaft so zu stabilisieren, dass die Gegner nicht so leicht zu Großchancen kommen wie zuletzt.“

„Süddeutsche Zeitung“ (Online): Timo Werner und die Rückkehr des Flutschfingers

„Aber wenn die Technik schon keine Geschenke macht, darf man doch manchmal auf das hoffen, was etwas abschätzig „Faktor Mensch“ genannt wird. In diesem Fall machte Kölns Keeper Marvin Schwäbe in der 36. Minute die Rückkehr des Flutschfingers an diesem Sommerwochenende perfekt. Nachdem tags zuvor schon Freiburgs Mark Flekken einen eigentlich leichten Ball unglücklich kassiert hatte, rutschte nun Schwäbe ein ziemlich lösbarer Distanzball Werners durch. (…) Mit dem Wort „Fehlstart“ beworfen, sagte Tedesco, wenn man sich die Punkte anschaue, „zwei von möglichen sechs, dann ist es natürlich ein Fehlstart“. Wenn er sich hingegen das „Wie“ anschaue, im Sinne der Spielweise, dann müsse er sagen: „schon alles ok“, die Verteidigung womöglich ein wenig ausgenommen.“

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„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Online): Rückkehr des Gefühlsmenschen Timo Werner

„Das 2:2 gegen Köln bedeutete das zweite Leipziger Unentschieden im zweiten Spiel und war dennoch kein schlechtes Ergebnis, weil die Mannschaft nach der Roten Karte gegen Dominik Szoboszlai eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen musste. Für Timo Werner war nach gut einer Stunde Schluss, entkräftet wurde er ausgewechselt. Er ging mit Applaus, auch dieses Gefühl hatte er lange vermisst.“

„Mitteldeutsche Zeitung“ (Print): Allein Werner ist zufrieden

„Der Fehlstart des ambitionierten Klubs aus der Messestadt ist damit amtlich. Weil die Sachsen einen Kader haben, von dem sich Mintzlaff & Co. mehr erwarten: einen Champions-League-Rang Minimum am Ende der Saison, gern aber darf es auch ein paar Plätze weiter oben sein. Man will höher hinaus auch um die Meisterschaft mitspielen.“

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