Regionalliga Nordost

Grundlage für langfristigen Erfolg? Lok Leipzig mit professionellem Pragmatismus

Lok-Spieler freuen sich über den Sieg gegen Erfurt.

Lok-Spieler freuen sich über den Sieg gegen Erfurt.

Leipzig. Der Ost-Kracher zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem "sehr ekligen" Gegner Rot-Weiß-Erfurt hielt spielerisch, kämpferisch und emotional, was er im Vorfeld versprach. Nach der spektakulären Schlussphase waren strahlende Gesichter der erleichterten Spieler nicht schwer zu finden. Doch in den Gesprächen war vor allem professioneller Pragmatismus zu spüren – die Grundlage für langfristigen Erfolg?

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Trotz einer verhältnismäßig kurzen Trainingswoche nach dem kräfteraubenden Pokalfight in Leutzsch konnte der 1. FC Lok vor allem kämpferisch auf ganzer Linie überzeugen. Durch gute defensive Koordination und kompaktes Auftreten konnte ein Großteil der sehr gefährlichen Erfurter Konter frühzeitig abgewürgt werden, mit einem Rest Schlafsand in den Augen und Laktat in den Muskeln keine Selbstverständlichkeit. Das sah auch der Ehrengast Steffen Freund ähnlich und lobte die Qualität und Professionalität der Teams und der Liga insgesamt: „Diese Regionalliga ist sportlich sehr eng beieinander, da ist es das Allerwichtigste, dass man defensiv gut organisiert ist, auch wenn das keinen vom Hocker reißt. Man muss stark und kompakt sein und nach vorne dann auch einmal Lösungen finden, die die anderen nicht finden.“ Die Fußball-Legende, die es von Stahl Brandenburg bis an die White Hart Lane in London geschafft hat, lobte zudem das Verhalten beider Trainer: „Ich durfte beide ja kurz kennenlernen, das war wirklich sehr angenehm. Mit so einem freundlichen und respektvollen Umgang erreichst du auch deine Mannschaft und kannst Großes bewirken.“

Coach Civa zufrieden

Cheftrainer Almedin Civa musste während der Partie den Beweis dieser These konstant erbringen und permanent Abwägungen zwischen Risikobereitschaft und Absicherung vornehmen – wer kann noch helfen? Wer ist noch fit? Wer blufft? Die frühe Auswechslung Sascha Pfeffers zugunsten des Ein-Mann-Pressingblocks Zak-Paulo Piplica war ein Schachzug, der sich auszahlte und von Civa wie folgt begründet wurde: „Ich hasse es immer, den Sascha herauszunehmen, weil er permanent eine Idee haben kann, auch wenn es körperlich eigentlich nicht mehr geht. Aber er war sehr müde, ist unrund gelaufen und da haben wir mit Pipi jemanden gebracht, der alle gleichzeitig gepresst hat und den Gegner am Ende noch einmal vor Aufgaben stellt, das haben die nicht mehr erwartet.“

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Über das berauschende Ende der Partie mit dem Siegtreffer Bogdan Rangelovs, welchen er mittels seiner serbischen Kronjuwelen erzielt hat, wird noch lange zu reden sein, aber viel wichtiger ist dem Trainer, dass die Mannschaft offensichtlich willens ist, über 90 und mehr Minuten alles für das gemeinsame Ziel in die Waagschale zu werfen: „Ich freue mich natürlich wahnsinnig über den Sieg und die Emotionen hier im Stadion. Das ist überragend, was da unten alles von den Rängen ankommt. Vor den Jungs ziehe ich meinen Hut, die haben sich wieder voll reingehauen, leidenschaftlich verteidigt, wollten jeden Ball.“

Gleichzeitig stellte Civa klar, dass eine solche Einstellung zum Dauerzustand werden muss, möchte man bis zum Ende oben dabei sein: „Es geht in dieser brutalen Liga nur mit tagtäglicher Arbeit an Prozessen, nächste Woche gegen Cottbus kann schon wieder alles anders sein, vielleicht verletzt sich einer oder Ähnliches - daher bin ich mit der Mentalität heute am zufriedensten. Dafür liebe ich die Jungs, die haben mittlerweile eine Sicherheit und sind einfach geil darauf, die Spiele zu gewinnen.“

Ziane genießt Vertrauen

Für den Matchwinner Bogdan Rangelov zeigte sich der Trainer ebenfalls voll des Lobes: „Der Bogi ist so ein super Junge, so ein toller Mensch. Für ihn ist es keine einfache Situation, letztes Jahr war er noch Stammspieler. Er ist ein Kopfmensch, wenn er nicht immer so nachdenklich wäre, würde er auf einem ganz anderen Niveau spielen. Aber ich hatte heute das Gefühl, bring ihn rein, weil er das Vertrauen auch verdient hat.“

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Einer, der das Vertrauen seit mittlerweile 220 Spielen genießt, ist der Vorlagengeber des Siegtores und frisch gebackener Rekordspieler des Vereins, Djamal Ziane. Nachdem er die wohl längste Ehrenrunde seit Menschengedenken absolviert hatte, resümierte er überglücklich: „Heute haben wir uns endlich mal belohnt für die Arbeit und die Chancen, wem das Tor am Ende gehört, ist mir gleich. Für mich persönlich ist es mit dem Rekord natürlich ein riesiger Meilenstein. Schon eine krasse Zahl, wenn man das mal sacken lässt, jetzt habe ich mir hier schon 220 Mal die Botten geschnürt.“

Am kommenden Samstag steht der Auswärtstrip in die Lausitz an, man hofft auf eine Energie-Krise der anderen Art. Wenn die Loksche weiterhin dem Prozess vertraut, die kämpferischen und läuferischen Grundtugenden erneut an den Tag legt, dann kann man die Truppe von Pele Wollitz weiter distanzieren und einen großen Sprung Richtung Tabellenspitze machen. Ein wenig mehr Torgefahr sollte allerdings mit in das Marschgepäck, damit man das Glück nicht immer bis zur letzten Minute überstrapazieren muss.

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