Bundesliga

Harmlos, kraftlos, ideenlos: RB Leipzig kassiert 0:3-Pleite in Gladbach

Kevin Kampl und Dominik Szoboszlai reagieren enttäuscht nach dem 0:2.

Kevin Kampl und Dominik Szoboszlai reagieren enttäuscht nach dem 0:2.

Mönchengladbach. “Es wäre schon schön, wenn wir heute ein Ergebnis mitnehmen. Denn wir tragen das ja dann 14 Tage mit uns rum“, sagte RB Leipzigs Coach Marco Rose vor dem Anpfiff. Herumtragen muss der 46-Jährige nun nicht nur die 0:3-Niederlage (0:2) bei Borussia Mönchengladbach an sich, sondern auch die Erkenntnis, dass der Weg, den er und sein Team vor sich haben, ein weiter und steiniger sein wird. Denn das RB vom Samstagabend erinnerte so gar nicht an das des Sieges gegen den BVB oder das des mutigen Auftritts bei Real Madrid. Es erinnerte vielmehr an die traurigen Darbietungen in Frankfurt und gegen Shakhtar Donezk.

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Früher Rückstand

Für die dritte Partie innerhalb von acht Tagen nahm Rose vier Änderungen vor. André Silva, Benjamin Henrichs, Kevin Kampl und Josko Gvardiol rotierten ins Team. Timo Werner, Abdou Diallo und Xaver Schlager nahmen zunächst auf der Bank Platz. Mohamed Simakan musste mit Rückenproblemen passen. Bei den Hausherren kehrte Nico Elvedi nach überstandener Sprunggelenksverletzung zurück. Christoph Kramer rückte ins Mittelfeld an die Seite von Manu Koné und Julian Weigl, ersetzte dort den verletzten Florian Neuhaus.

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Während die Fohlen zunächst bemüht waren, Ballverluste zu vermeiden, machte RB dort weiter, wo sie in den letzten beiden Partien aufgehört hatten, presste hoch. Die Gastgeber lauerten, ohne zu tief zu verteidigen, auf Fehler und wurden früh fündig. Nico Elvedi vergab einen Kopfball aus zentraler Position (9.). Jonas Hofmann machte es wenige Augenblicke später besser, nachdem Peter Gulacsi einen Kopfball von Marcus Thuram noch abgewehrt hatte – 1:0 für Gladbach (10.).

Dicker Patzer von Raum

Leipzig zeigte sich nicht geschockt. Mehrere viel versprechende Pässe in die Tiefe fanden jedoch keinen Abnehmer, auch weil der schnelle Werner draußen saß und es sein Ersatz Silva mit dessen Sprintqualitäten nicht aufnehme konnte. Dennoch verpasste der Portugiese den Ausgleich doppelt: freistehend gegen den weit herausgeeilten Yann Sommer (25.) sowie per Kopf (29.).

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Statt 1:1 stand es schließlich noch vor der Pause 0:2 aus Leipziger Sicht, nach kapitalem Bock von David Raum. Der Sommerneuzugang ließ sich nach eigener Ecke den Ball von Thuram abnehmen. Der verlor keine Zeit, stürmte gemeinsam mit Hofmann Richtung Gulacsi. Die RB-Verteidiger hatten Mühe aufzuschließen, der Keeper zögerte einen Wimpernschlag zu lange beim Herauslaufen und Hofmann jubelte zum zweiten Mal (35.). Die Fohlen-Fans feierten ekstatisch. Und RB? Die wackelten nun so richtig, vor allem defensiv, wirkten verunsichert, zu wenig entschlossen. Die Standards passten nicht, die Laufwege in die Tiefe ebensowenig. Noch vor Ende der ersten 45 Minuten schickte Rose Werner zum Warmmachen.

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Gladbach macht alles klar

Der 26-Jährige ersetzte aber nicht Silva, sondern Emil Forsberg. Zudem kam Xaver Schlager für Haidara. Klares Signal von der Bank: Los jetzt hier! Doch los ging es nur bei den Fohlen, auch weil Roses Mannen die Konter der Hausherren weiter nicht ausreichend verteidigten. Hofmann verpasste den Dreierpack, Ramy Bensabaini sprang nach Ecke ein – 0:3, aus Leipziger Sicht war die Messe nach 53 Minuten gelesen. RB verlor nun jegliches Konzept, wirkte bisweilen orientierungslos, Einzelaktionen statt mannschaftiches Agieren spielten den stark und überlegt auftretenden Gladbachern weiter in die Karten.

Auch weitere Wechsel brachten keine Frische mehr ins Leipziger Spiel. Im Gegenteil: Die Borussia vergab weitere Gelegenheiten, hätte locker ein viertes oder fünftes Tor machen können.

Widerliche Banner

Begleitet wurde die Begegnung von unschönen Szenen auf den Rängen. Abseits des üblichen Banners „Keine Akzeptanz für RB“ und eines vorab angekündigten Trillerpfeifen-Protests zeigten die Fohlen-Ultras diverse Schmäh-Machwerke Richtung Max Eberl. Gladbachs ehemaliger Sportvorstand steht kurz vor einem Engagement in Leipzig. „Monatelanges Gepoker mit einem Konstrukt ohne Seele - Max Eberl, dein Sinneswandel macht uns krank“ und „Niemand hier wird je vergessen wo wir herkommen - und wo du hinwillst, du charakterloses Arschloch“ war da zu lesen. Als kurz vor der Pause ein weiteres widerliches Banner mit der Aufschrift „Ein Hurensohnverein stellt nur Hurensöhne ein“ entrollt wurde, drohte der Stadionsprecher schließlich mit einer Spielunterbrechung durch Schiedsrichter Patrick Ittrich.

Die Statistik zum Spiel:

Mönchengladbach: Sommer – Scally, Friedrich, Elvedi, Bensebaini – Weigl (90.+1 Jantschke), Kramer, Koné, Hofmann (90.+1 Lainer), Stindl (80. Wolf/86. Herrmann) – Thuram (90.+1 Ngoumou).

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Leipzig: Gulacsi – Henrichs (80. Novoa), Orban, Gvardiol, Raum – Haidara (46. Schlager), Kampl – Szoboszlai, Forsberg (46. Werner), Nkunku – Silva (67. Poulsen).

Tore: 1:0/2:0 Hofmann (10./35.); 3:0 Bensebaini (53.).

Zuschauer: 50.186.

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