Abschied fix: HC Leipzigs Lotta Röpcke wechselt im Sommer in die Bundesliga
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Lotta Röpcke spielte sich in den Fokus der Bundesligisten – nun geht sie den nächsten Schritt in ihrer Karriere.
© Quelle: Christian Modla
Leipzig. Vor wenigen Wochen sprach der Handball-Club Leipzig (HCL) noch über Aufstiegsträume und die Ambition Bundesliga – nun folgt ein erster Rückschlag auf dem Weg ins Handball-Oberhaus: Talent und Leistungsträgerin Lotta Röpcke wird den HCL zum Saisonende Richtung VfL Oldenburg verlassen. Die Niedersachsen spielen bereits in der Bundesliga.
Die Rückraumspielerin, die 2021 den German Handball Award als beste Nachwuchsspielerin verliehen bekam, wechselt wehmütig aus der Heimat weg: „Mir ist die Entscheidung alles andere als leicht gefallen, da ich sehr an Leipzig hänge. Trotzdem denke ich, dass ich nun den nächsten Schritt für meine persönliche Entwicklung gehen muss.“ Dass solche Leistungen Begehrlichkeiten wecken, ist logisch, dennoch weiß Röpcke, wem sie das zu verdanken hat: „Ich habe 13 Jahre hier gespielt und Leipzig sehr viel zu verdanken. Dieser Verein wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben und vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal wieder.“
Abgang schmerzt aus zweierlei Sicht
Die 19-Jährige machte ihre ersten Schritte bei den Sachsen, durchlief sowohl die Jugendmannschaften beim HCL als auch beim DHB und kam durch überzeugende Leistungen in die erste Mannschaft unter Trainer Fabian Kunze. „Ihr neuer Verein kann sich glücklich schätzen“, so der Coach, der die Schlagwürfe und das Eins-gegen-Eins bei Röpcke besonders lobt.
Im Verein hört man Anerkennung von allen Seiten. „Wir verlieren mit Lotta nicht nur eine sehr gute Spielerin, sondern auch eine menschlich geschätzte und liebenswerte Persönlichkeit“, sagt HCL-Präsident Torsten Brunnquell, der eine Rückkehr von Röpcke in ferner Zukunft nicht ausschließt: „Die HCL-Familie wird Lotta immer mit offenen Armen willkommen heißen.“ Ein Abgang der aus zweierlei Sicht schmerzt, sowohl sportlich als auch emotional.
Sportliche Qualität muss sich steigern
Was auf der einen Seite ein großes Lob für die Nachwuchsarbeit beim HCL ist, ist auf der anderen Seite ein immenser sportlicher Verlust, den es für die Macher des Vereins aufzufangen gilt. Vizepräsident Ronald Schierbok blickt der Realität ins Auge: „Für den HC Leipzig ist dieser Wechsel natürlich ein Verlust.“ Mit weiterhin gelungener Nachwuchsarbeit könne der Abgang vielleicht aber aus den eigenen Reihen kompensiert werden.
Um aber das kürzlich ausgerufene Ziel Bundesliga in den nächsten Jahren zu erreichen, muss mit sportlicher Qualität nachgelegt werden, nicht nur um Röpcke zu ersetzen. Denn Lottas Schwester Lilli Röpcke als auch Lara Seidel spielen schon per Zweitspielrecht Teilzeit in der Bundesliga – auch hier drohen Abgänge. Schierbok ist mit der Kaderplanung schon voll beschäftigt: „Der Verein richtet jedenfalls den Blick nach vorn und bastelt am Kader für die neue Zweitliga-Saison.“
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Den Blick nach vorne richten, ist auch das Motto nach dem vergangenen Spiel, welches die Leipzigerinnen beim Spitzenreiter Solingen-Gräfrath verloren. Am Sonntag (Sporthalle Brüderstraße/16 Uhr) trifft der HCL auf die TG Nürtingen. Mit den Württembergerinnen haben die HCL-Damen noch eine Rechnung offen, verloren sie das Hinspiel noch knapp mit 23:25. Trainer Kunze fordert Leidenschaft: „Wir müssen uns über Lust und Kampf in der Abwehr finden und vorne die Chancen nutzen!“ Dabei kann er im besten Fall auch auf eine groß aufspielende Lotta Röpcke vertrauen, die bis zum Saisonende alles für den HCL geben will.
LVZ