Fußball

In der 90. Minute: Bad Lausicks Routinier bezwingt ATSV Wurzen

Bad Lausick siegte in Wurzen 0:1 – und das kurz vor Schluss.

Bad Lausick siegte in Wurzen 0:1 – und das kurz vor Schluss.

Wurzen. Im Krankenhaus Wurzen dürfte am Samstagnachmittag der Eindruck entstanden sein, dass auf den Sportplätzen des ATSV eine wüste Prügelei im Gange sei. Dabei liefen dort, nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit, zwei normale Punktspiele der Männer ab, die allerdings für drei Akteure mit dem Besuch der angeforderten Krankenwagen endeten. Darunter auch die Landesklassepartie des ATSV Wurzen gegen den FC Bad Lausick, welches die Gastgeber erst in der letzten Minute der regulären Spielzeit hergaben.

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Während Wurzens Trainer Marcus Fischer, auch infolge der Nachwehen des Spiels gegen Dresden, die Spieler abhanden gekommen waren, konnte sein Kollege Ronald Werner endlich wieder auf 15 gesunde Kicker zugreifen. Die ersten 45 Minuten sahen ein Spiel auf ein Tor: Die Gäste aus Bad Lausick ließen den Gastgeber kaum in ihre Spielfeldhälfte kommen. Der erste, zudem abgefälschte Schuss, Richtung FC-Torhüter David Hofmann erfolgte erst in der 41. Minute. Zu einem Zeitpunkt, an dem der FC längst hätte zumindest ein, zwei Treffer auf dem Konto haben müssen. Dass dies aber nicht so war, lag am Auslassen eines halben Dutzend guter Möglichkeiten. Pascal Naujoks scheiterte bereits nach drei Minuten frei an Herber im ATSV Tor, dann zog Paul Richter ein Zuspiel Julien Peters aus 20 Metern über die Latte (8.). Eric Zifferts Freistoß wurde abgefälscht (12.), sein späterer Schuss aus der Drehung streichte rechts am Pfosten vorbei (20.). Die größte Chance bot sich Jeremy Dust, als er auf der linken Seite die Verteidigung überlief. Doch statt abzuschließen, wollte er den Ball an der Torraumgrenze quer zu Danny Kamke legen. Der stand zwar völlig frei, aber Herber roch den Braten und warf sich in das Zuspiel (26.). Mit dem Pausenpfiff bot sich Lausicks Nummer 8 die nächste Chance, schneller am Ball setzte er diesen aber knapp am rechten Pfosten vorbei.

Gastgeber starten stark in Halbzeit zwei

In der Kabine muss Wurzens Trainer die richtige Worte gefunden haben: Seine Jungs, die nach 35 Minuten, den mit einer zumindest schmerzhaften Fußverletzung ausgeschiedenen, Tim Schneeweiß ersetzen mussten, kamen deutlich besser ins Spiel, setzten sich zeitweise sogar im FC Strafraum fest. Wurzens Walther verzog übers Tor (48.), auch Schmidt zielte zu hoch (53.), in der Luft prallte Lausicks Keeper mit Langer zusammen (56.). Hier forderten Fans und Spieler Strafstoß, allerdings schauten beide nach dem Ball – eine normale Aktion also.

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Die Gäste kamen immer mehr von ihrer Linie ab, viele Bälle gingen verloren, vom Druck Richtung Wurzens Strafraum war nichts mehr zu sehen. Nichts, bis auf jene Szene in der 65. Minute, als Dust ein Zuspiel erlief, aber viel zu früh einen Heber über den herauslaufenden Keeper ansetzte – der Ball strich am leeren Tor vorbei. Ein zwar nicht leeres, aber eben 7,32 Meter breites Tor, hatte dann Wurzens Max Brose vor sich, als ein Konter mit einer exakten Flanke auf den Elfmeterpunkt endete. Völlig frei einlaufend entschied er sich allerdings für die komplizierte Variante und donnert den Ball Richtung Gartenanlage.

Walter macht den Unterschied

Die Unruhe auf der Bank der Gäste aus Bad Lausick steigerte sich: Denn was nützt Ballbesitz, wenn das runde Ding nicht einmal wenigstens auf das gegnerische Tor kommt, so die einhellige Meinung. Denn Wurzens Schlussmann Herber musste nicht einmal eingreifen. Dies änderte sich aber nach 80 Minuten. Auch, weil der eingewechselte Bad Lausicker Matthias Walter seine Erfahrung mit auf den Rasen brachte. Zischte zunächst ein Querpass Kamkes durch den gesamten Strafraum an Freund und Feind vorbei (83.), so stand kurz darauf dann Walter am linken Torraumeck völlig frei. Doch sein Volleyschuss landet in den Armen des Torhüters (86.).

Wurzen kam nicht mehr aus der gefährlichen Zone, kassiert Eckbälle in Serie. Den letzten bekam Herber, vom Mitspieler bedrängt, nicht unter Kontrolle. Walter war zur Stelle und befördert den Ball aus Nahdistanz zum 0:1 ins Netz.

Für die Moral der Wurzener spricht, dass sie die folgenden fünf Minuten Nachspielzeit alles versuchten, doch noch einen Punkt zu retten. Es gelang nun ihrerseits die Gäste in deren Strafraum zurückzudrängen, doch mehr als drei Eckbälle und wüstes Pingpong vor dem Lausicker Kasten war ihnen nicht vergönnt.

Von Hans-Peter Weiske

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