Fußball-Regionalliga

In der Nachspielzeit: Jäpel erlöst in Meuselwitz Chemie Leipzigs Fans

Der Leutzscher Denis Jäpel bejubelt seinen späten Siegtreffer in Zipsendorf.

Der Leutzscher Denis Jäpel bejubelt seinen späten Siegtreffer in Zipsendorf.

Meuselwitz. Wenn das kein goldenes Händchen ist: Chemie-Trainer Miro Jagatic brachte Denis Jäpel im Auswärtsspiel beim ZFC Meuselwitz in der Schlussphase für Manasse Eshele. Der eingewechselte 24-Jährige sprintete in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach einer ZFC-Ecke zum Konter in die gegnerische Hälfte, wurde vom ebenfalls eingewechselten Timo Mauer mustergültig bedient und vollendete aus elf Metern nervenstark ins rechte Eck. Damit gewinnt Chemie vor 1602 Zuschauern in Ostthüringen 1:0 und klettert mit dem zweiten Saisonsieg auf Platz zehn in der Regionalliga Nordost.

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Chemie-Trainer Jagatic sagte hinterher: „Das war sehr nervenaufreibend heute, wir sind überglücklich, dass wir die drei Punkte haben. Wir hatten viel Ballbesitz, in der zweiten Halbzeit waren wir 15, 20 Minuten nicht präsent. Am Ende war es ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten.“ Sein Gegenüber Heiko Weber war enttäuscht: „Wir ärgern uns maßlos, dass wir am Ende nach einer eigenen Ecke in einen Konter gelaufen sind. Wir haben unsere Chancen leider nicht genutzt, haben aber an einen Sieg geglaubt.“

Endlose Kolonnen schlängelten sich am Mittag von Leipzig kommend über die Landstraßen, schleichend ging es in Richtung Glaserkuppe. 15 Kilometer vor Meuselwitz war Schluss mit dem Verkehrsfluss. Gut 1000 Leutzscher hatten sich auf den Weg gemacht, um die gute Serie - zuletzt gewann Chemie zweimal in Meuselwitz - halten zu sehen. Auf den erkrankten Janik Mäder, zuletzt in toller Form, mussten die Gäste wegen Angina verzichten. Auch der Ex-Meuselwitzer Tarik Reinhard (noch immer verletzt) und Neuzugang Mateo Andacic (umgeknickt) fehlten, Alex Bury rückte wieder in den Kader. Die Gastgeber mussten auf Thilo Gildenberg (Bänderverletzung) verzichten, die übrigen kränkelnden oder angeschlagenen Spieler waren wieder fit.

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Chemie lässt viel zu

Die Gäste übernahmen nach einigen Minuten die Kontrolle, versuchten mit ruhigem Spielaufbau Chancen zu kreieren. Über die sehr agile rechte Seite mit Florian Brügmann und Florian Kirstein kamen viele Angriffe. Meuselwitz bemühte sich um Gegendruck, agierte mit langen Bällen in die Spitze, blieb aber oft zu ungenau. Die erste Chance des Spieles hatte Bürger, doch Paul Horschig rettete in höchster Not. Dann immer wieder Gelegenheiten für die Chemiker, doch es fehlte die letzte Konsequenz. Kirsteins Schüsse wurden von der Meuselwitzer Abwehr knapp geblockt, Eshele wurde - fast durchgebrochen - auf Kosten einer Gelben Karte (Raithel) gerade so gestoppt, den Freistoß jagte Philpp Wendt über das Tor.

Dann wieder die Meuselwitzer, aber Eckardt und Rehder vergaben eine aussichtsreiche Doppelchance. In dieser Phase ließ Chemie zu viele Konter und Freistöße in Tornähe zu und geriet immer wieder in Gefahr. Nun drängten die Gäste auf das Führungstor. Eshele traf kurz vor dem Halbzeitpfiff fast zur Führung, doch auf der Linie wurde gerettet. Und auch Wendt hatte das Tor auf dem Fuß, doch der gute Torwart Plath hielt.

Letzte Aktion des Spiels entscheidet

Munter ging es nach dem Wechsel weiter. Wendt flankte auf die Latte , Eckardt vergab die größte Chance bis dahin, als der Meuselwitzer freistehend über das chemische Tor schoss. Wieder Eckardt per Kopf und Pistol (Bellot hielt) waren nun der Gastgeber-Führung nahe. Der 1000-köpfige Chemie-Anhang erkannte die Situation, wurde nun immer lauter und feuerte die Seinen an.

Und es half. Chemie befreite sich wieder, hatte durch Alex Bury und Lucas Surek Chancen. Als Eshele nach einer Ecke umgerissen wurde, hatte Meuselwitz Glück, dass der Elfmeterpfiff ausblieb. Es blieb immer spannend, es ging hin und her. In der Schlussphase regierte Hektik, beide Teams produzierten aber zu viele Fehler, um sich entscheidend durchsetzen zu können. Timo Mauer vergab noch einen Riesen (83.). Birkner hatte sogar das Meuselwitzer Siegtor auf dem Fuß.

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Dann kam Jäpel für Eshele. Die letzte Situation des Spieles: Mauer flankt, Jäpel hält die Innenseite hin, Tor. Das späte 0:1 sorgte für riesigen Jubel beim Chemie-Anhang. Der Torschütze meinte: „Ich hab ,Brügge’ noch zugerufen, er soll den Ball durchlassen. Dann hab ich ihn gut erwischt und gegen die Laufrichtung ins Tor gehauen. Das ist ein gutes Gefühl.“ Und sein Teamkollege Bury ergänzte: „Unser Umschaltspiel war nicht gut, wir haben viel zu schnell unsere gerade eroberten Bälle verloren. Der Sieg war am Ende etwas glücklich.“

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