Handball-Bundesliga

In letzter Sekunde: SC DHfK Leipzig verliert auch gegen HSV Hamburg

Es ist wie verhext: Auch nach vier Saisonspielen stehen der SC DHfK und Trainer André Haber bei null Punkten.

Es ist wie verhext: Auch nach vier Saisonspielen stehen der SC DHfK und Trainer André Haber bei null Punkten.

Leipzig. Es war ein Nervenkrimi um die ersten Leipziger Bundesliga-Punkte der Saison. Am Ende jubelte der HSV Hamburg über einen 23:22-Sieg, die DHfK-Handballer lagen frustriert auf dem heimischen Hallenboden. Auch im vierten Saisonspiel ging das Team von André Haber am Sonntag vor 3545 Zuschauern leer aus. Die nächste (Heim-)Chance auf Zählbares folgt am Donnerstag (19.05 Uhr) gegen Erlangen.

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Beim 20:20 in der 55. Spielminute kamen die DHfK-Männer in den Genuss einer doppelten Überzahl. Doch die Hanseaten verteidigten geschickt und nahmen vorn ebenso clever Zeit von der Uhr. Als sie in der Arena Leipzig wieder mit sieben Spielern auf der Platte standen, zogen die Gäste 22:20 davon. Die Vorentscheidung? „Das Ding ist noch nicht weg“, sagte Trainer André Haber in der Auszeit. Per Siebenmeter schaffte sein Team noch einmal den Anschluss, dann per Konter tatsächlich den Ausgleich. Doch mit der Schlusssirene erzielten die Gäste mit einem Fernwurf den Siegtreffer.

„Das war heute kein Handball-Leckerbissen, wir tun uns extrem schwer nach dem Saisonstart. Das letzte Tor war symptomatisch für unsere Situation, wir sind einfach nicht im Flow, machen zu wenig Kontertore. Den Druck haben viele andere Mannschaften auch“, sagte Simon Ernst am Sky-Mikrofon.

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Die Leipziger, mit den beiden Urgesteinen Lucas Krzikalla und Lukas Binder in der Start-Sieben, legten diesmal nicht so druckvoll los wie bei den beiden am Ende klaren Niederlagen gegen Kiel und bei den Rhein-Neckar Löwen zuletzt. Nach gut zwei Minuten führte der HSV mit 3:1 und die Partie schien früh erneut auf die für den SC DHfK falsche Straße einzubiegen. Doch Keeper Mohamed El-Tayar hatte einen richtigen Toptag erwischt und schwang sich in der ersten Halbzeit zum entscheidenden Leipziger Akteur auf. Nicht nur kam der Ägypter in den ersten 30 Minuten auf fünf Paraden, dreimal setzte er auch Binder ein, der kongenial vollendete. Wobei einmal auch einiges Glück dabei war, als Binder eigentlich den Hamburger Schlussmann Johannes Bitter anwarf, dessen Parade aber an Binders Hinterkopf prallte und von da ins Tor.

Unglückliches Ende für Leipzig

So blieben die Hausherren trotz erneuter Abstimmungsprobleme dran und ließen die Gäste nie auf mehr als zwei Tore wegziehen. Beim 10:9 in der 21. Minute gelang Binder dann auch die erste Führung für den SC DHfK. Mittlerweile war mit Julius Meyer-Siebert auch der kurzfristig von den Eulen Ludwigshafen zurückgeholte Ersatz für die verletzten Oskar Sunnefeldt und Lovro Jotic auf der Platte. Aber auch das Toptalent konnte nicht verhindern, dass die Hamburger zur Pause wieder eine knappe Führung herauswerfen konnte. Maciej Gebala blieb wegen einer Verletzung zum zweiten Durchgang hin in der Kabine, in der 35. Minute ging beim Stand von 14:15 erstmals Kristian Saeveraas ins Leipziger Gehäuse und führte sich mit einem gehaltenen Siebenmeter gleich gut ein.

Es blieb eine Partie spitz auf Knopf. Die Grün-Weißen überstanden auch die Zwei-Minuten-Strafe für Simon Ernst unbeschadet und schafften beim 16:16 den erneuten Ausgleich (41.). In der 49. Minute dann eine üble Szene: Hamburgs Leif Tissier knickte bei einem Wurfversuch um und musste von seinen Kollegen vom Feld getragen werden. Eine Minute später nahm DHfK-Coach André Haber seine letzte Auszeit beim Stand von 18:18. Aber es blieb bei den Problemen im Leipziger Angriff, über die sich Co-Trainer Milos Putera so echauffierte, dass er die Gelbe Karte sah (55.). Mit einem weiteren Binder-Treffer zum 20:20 ging es kurz darauf in die heiße Endphase, die für die Gastgeber kein glückliches Ende fand.

„Da braucht es mal einen Dosenöffner“

Nach der Partie war Lukas Binder sichtlich enttäuscht: „Mir geht’s auf gut Deutsch beschissen, weil wir uns heute sehr viel ausgerechnet hatten. Dass wir so wenige Tore zu Hause werfen - darüber müssen wir sprechen. 23 Gegentore sind absolut in Ordnung, Mohamed macht hinten ein super Spiel. Wir haben uns einfach das Leben zu schwer gemacht. Uns geht’s damit auch überhaupt nicht gut, aber immerhin haben wir am Donnerstag schon das nächste Spiel zu Hause und damit die Chance, es wiedergutzumachen.“

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Trainer André Haber : „Ich weiß nicht, ob es viel bitterer geht. Ich denke, dass ein Unentschieden gerecht gewesen wäre. Ich habe ein sehr intensives Spiel gesehen, zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Wir haben alles gegeben und um jeden Ball gekämpft. Meine Mannschaft hat versucht, mit viel Power ins Spiel zu kommen. Auch in der Halbzeit habe ich noch viel Energie gespürt, jetzt dagegen herrscht die sprichwörtliche Leere vor, wenn man ein Spiel so verliert. Nach 59:53 Minuten dachten wir: Diesen einen Punkt haben wir uns heute erkämpft, egal, ob schön oder nicht. Wir haben leider wieder zu wenige Tore geworfen. Aber wenn es gerade nicht läuft, wird die Hand auch mal etwas schwerer. Dann wird es auch schwierig, ins Spiel zu kommen. Da braucht es mal einen Dosenöffner.“

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