Handball-Bundesliga

Katastrophale Startphase: SC DHfK Leipzig unterliegt Göppingen 25:26

DHfK-Torwart Kristian Saeveraas war gegen Göppingen der beste Leipziger.

DHfK-Torwart Kristian Saeveraas war gegen Göppingen der beste Leipziger.

Leipzig. Die Forderung von Interimstrainer Milos Putera an sein Team war eindeutig. Die Profis vom SC DHfK Leipzig sollten über 60 Minuten konstanten Handball spielen, eine gleichbleibende und solide Leistung demonstrieren. Wenn dadurch ein Sieg rausspringen würde, umso besser. Doch die klare Aufgabe war bei den Grün-Weißen für das Duell mit Frisch Auf Göppingen am Sonntagnachmittag ganz offensichtlich nicht angekommen. Denn statt 60 Minuten auf dem Niveau eines ambitionierten Bundesligisten, wechselten die DHfK-Männer zwischen Weltklasse und Arbeitsverweigerung hin und her. Besonders die Startphase der Partie (1:8 nach zwölf Minuten) sollte der Sieben von Coach-Putera das Leben schwer machen. Diesen Rückstand konnten die DHfK-Männer zwar ausgleichen, doch am Ende reichte es nicht ganz. Mit 25:26 (12:15) verloren die Leipziger überraschend knapp – Punkte bringt ihnen das aber keine.

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Am Publikum soll es dabei aber nicht gelegen haben. 3520 treue Fans des SC DHfK hatten den Weg in die Arena Leipzig gefunden, um ihren Herzensverein gegen Göppingen zum Sieg zu schreien. Trotz der Niederlagen-Serie, dem 16. Platz in der Bundesliga-Tabelle und der wahrlich unatraktiven Spiele der vergangenen Wochen. 3520 Fans stärkten ihrem Team den Rücken, machten auf den Rängen so viel Lärm wie irgend möglich. Und auch Hallensprecher Sascha Röser gab wieder Vollgas. Der Infekt hatte seiner Stimme nichts anhaben können, lautstark wie eh und je machte er die Zuschauer auf den Tribünen heiß auf einen Heimsieg.

Danach sah es allerdings in den ersten gut 15 Minuten des Spiels so gar nicht aus. Denn die Gastgeber zeigten zunächst, dass technische Fehler noch immer ihre Königsdisziplin sind. Einen Angriff nach dem anderen verdaddelten die DHfK-Profis und wurden immer wieder von Marcel Schiller für ihre Patzer bestraft. Selbst vom Siebenmeterstrich ging bei den Grün-Weißen nichts. Zwei Strafwürfe hintereinander vergab Viggo Kristjansson gegen Daniel Rebmann. Innerhalb von zwölf Minuten hatten sich die Sachsen in einen 1:8-Rückstand manövriert – und trugen die volle Schuld daran.

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Besserung sollte die zweite Auszeit von Coach Putera nach lediglich 15 Minuten beim 4:12 bringen. Vielleicht hatte der 40-Jährige seinen Jungs empfohlen, diese Leistung dann doch lieber nicht konstant über 60 Minuten fortzuführen, wenn sie auch weiterhin für die erste Mannschaft auflaufen wollen. Vielleicht hatte er auch nur die richtigen Worte gefunden, um die Abwehr – die ohne Maciej Gebala und Ersatzmann Mika Sajenev (Verletzung an der Hand) auskommen musste – richtig auf den Gegner einzustellen. So oder so: die Auswirkungen waren gewaltig!

Keine dunkle Magie

Eine völlig veränderte Truppe dominierte fortan das Spielgeschehen. Getragen von einer grandiosen Torhüter-Leistung von Kristian Saeveras kämpften sich die Leipziger heran. Erst mit einem 3:0-Lauf auf 7:12, dann immer weiter Richtung Heimsieg. Bis zur Pause hatten die Grün-Weißen auf 12:15 gestellt und in der 38. Minute den 18:18-Ausgleichstreffer erzielt.

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Dunkle Magie war vermutlich nicht im Spiel, obwohl noch am Abend zuvor die Ehrlich Brothers die Arena verzaubert hatten. Stattdessen hatte sich die Putera-Sieben auf ihre Stärken konzentriert und dumme Fehler vermieden. Eine kompakte Abwehr und Keeper Saeveras brachten Lukas Binder und Patrick Wiesmach immer wieder ins Tempospiel, ruhiger Spielaufbau der Rückraum-Truppe ermöglichte den einen oder anderen Treffer im Positionsangriff. Auch die Verletzung von Marcel Schiller auf Seiten der Gäste kam den DHfK-Männer zugute. Nach 39 Minuten gelang den Hausherren die erste Führung – doch von Dauer sollte sie nicht sein.

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Denn das Team von Hartmut Mayerhoffer erholte sich nach und nach von dem Schock, dass der SC DHfK ja doch Handball spielen kann. Ein Spiel auf Augenhöhe in der Schlussviertelstunde sollte die Begegnung entscheiden – und gute Unterhaltung für die Fans bieten. Knapp zwei Minuten vor dem Abpfiff stellte Sime Ivic auf 23:24, hielt den Traum von Punkten aufrecht. Doch der sonst so starke Saeveras konnte die letzten Torwürfe der Göppinger nicht stoppen.

„Druck steigt extrem“

Kristian Saeveras (SC DHfK Leipzig): "In den ersten 15 Minuten haben wir dieses Spiel verloren. Gegen die Rhen-Neckar Löwen waren es die ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit, heute war es diese Phase in der ersten Halbzeit. Wir hatten uns etwas ganz anderes vorgenommen und kommen dann nur zu einem Tor in den ersten zehn Minuten. Wie sollen wir dann ein Spiel gewinnen?"

Lukas Binder (SC DHfK Leipzig):

„Vielleicht hatten wir ein bisschen Angst zu gewinnen oder das Unentschieden zu holen. Nach der Anfangsphase war es eigentlich Wahnsinn, dass wir uns zurück ins Spiel gekämpft haben, aber dann müssen wir uns auch belohnen. In unserer Situation, in der wir aktuell einfach verunsichert sind, muss man mit drei Toren führen in der Schlussphase, um zu gewinnen. Am Ende verwerfen wir aber drei klare Chancen und verspielen unsere Chance auf einen so wichtigen Sieg, Am Anfang haben wir es einfach nicht geschafft ein Tor zu werfen.. Von Minute zu Minute. Und dann steigt der Druck einfach extrem. Das macht es nur noch schwerer.“

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Milos Putera (Interimstrainer SC DHfK Leipzig): "Leider sind wir erst beim 4:12 richtig ins Spiel gekommen. Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir unglaublich viele technische Fehler, verworfene Bälle und einen schlechten Rückzug. Hut ab, dass die Jungs nicht den Kopf in den Sand gesteckt haben und sich Stück für Stück wieder rangekämpft haben. Am Ende haben wir ein paar übermotivierte Fehler in der Deckung gemacht und vorne zu viele Bälle verworfen. Drei verworfene Siebenmeter tragen dann ihren Teil bei. In der stärksten Liga der Welt wird es dann sehr schwer."

Hartmut Mayerhoffer (Trainer Frisch Auf Göppingen): "In diesem Spiel lag bei beiden Mannschaften ganz schön Druck auf dem Kessel. Wir haben super ins Spiel reingefunden, konnten da weitermachen, wo wir im Europapokal aufgehört haben. Das hat uns Selbstvertrauen gegeben. Doch beim 12:4 haben wir dann abreißen lassen und Leipzig hat zurück ins Spiel gefunden und den Kampf gesucht. Am Ende konnten wir den Schalter nochmal umlegen, haben uns auf uns besonnen. Es war ein enges Spiel, beide Teams haben alles gegeben. Wir sind natürlich super glücklich, dass wir die zwei Punkte mitgenommen haben."

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