Fußball – Bundesliga

Kleiner Kader, große Ziele: So steuert RB Leipzig in Richtung WM

Das war noch in Madrid: Leipzigs Trainer Marco Rose tröstet Amadou Haidara nach der 0:2-Niederlage bei Real Madrid.

Das war noch in Madrid: Leipzigs Trainer Marco Rose tröstet Amadou Haidara nach der 0:2-Niederlage bei Real Madrid.

Leipzig. Madrid, Mönchengladbach und dann kommt … Mali! Zumindest für Amadou Haidara, Mittelfeldmann in Diensten von RB Leipzig und Nationalspieler des westafrikanischen Staates. An diesem Freitag spielt Mali in der Hauptstadt Bamako gegen Sambia.

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Nur ein Beispiel aus der Reisewelt der Profis von RB Leipzig. Achtung, anschnallen: 15 RB-Kicker sind in der aktuellen Länderspielpause unterwegs, via Flugzeug, Shuttlebus und gern auch mal einige Meter zu Fuß. Für die drei DFB-Kicker (Timo Werner, David Raum und Benjamin Henrichs) und das Ungarn-Trio (Peter Gulacsi, Willi Orban, Dominik Szoboszlai) gibt es immerhin ein echtes Heimspiel: Leipzig, Red Bull Arena, Freitag, 20.45 Uhr. Natürlich können auch die deutschen Nationalspieler nicht mit dem Fahrrad anreisen. Seit Montag bereitet sich die Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick auf dem nagelneuen DFB-Campus in Frankfurt vor, reist am Donnerstagnachmittag ins Hotel "The Westin" an.

„Wir sind schmal“

Marco Rose bleibt daheim in Leipzig. Der Weg zum Länderspiel wäre für ihn ein kurzer. Der Weg ins Trainingszentrum der Roten Bullen am benachbarten Cottaweg ist es auf jeden Fall. Bis zum Donnerstag kommender Woche trifft man dort keine der nominierten Nationalspieler. Der RB-Trainer, seit zwei Wochen und drei Partien im Amt, kann aktuell mit nur noch fünf Profis arbeiten.

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Auch ohne Länderspiel-Abstellungen ist sein Kader nicht allzu groß (21 Feldspieler + vier Torhüter). Das war ein expliziter Wunsch seines Vorgängers Domenico Tedesco, der auf diese Weise hoffte, weniger unzufriedene Akteure zu haben. „Ich mache die Debatte nicht auf: Der Kader ist zu klein. Wir sind schmal und wir werden schauen, wie wir durchkommen. Das kann uns unter Umständen auch helfen“, sagte Rose am Montag in einer Medienrunde bei RB. Die Langzeitausfälle Lukas Klostermann, Konrad Laimer und Dani Olmo werden erst einmal nicht weiterhelfen in Roses neuer Mannschaft, wobei der Spanier wohl deutlich früher zurückkehren wird als seine beiden Leidensgenossen.

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Wie hat der Coach seine Mannschaft bisher erlebt? „Ich habe viel von dem gesehen, was wir auf den Platz bringen wollen, allerdings auch viel, was wir besser machen können. Nur als Team kannst du erfolgreich sein. Es sind oft Kleinigkeiten. Wir brauchen Ergebnisse, das ist das Allerwichtigste“, so Rose nach seinen ersten drei Spielen. Dortmund (Sieg), Madrid (Niederlage) und Mönchengladbach (Niederlage) – ob Mali gegen Sambia gewinnt, ist nicht entscheidend, Hauptsache Haidara kommt fit zurück. Genau das ist Roses Hauptwunsch an die Legionäre: „Sie sollen gesund wiederkommen.“ Und gern ein paar Erfolgserlebnisse mitbringen von ihren Reisen, für den Kopf.

Zentrales Thema: Belastungssteuerung

Fitness-Probleme sieht der RB-Cheftrainer erst einmal nicht – 250 Sprints in Gladbach sind ein Wert, der Fußballlehrern wie Rose gefällt. Auch wenn am Ende das Ergebnis zählt. Bekanntlich ging es mit einer 0:3-Niederlage in die Länderspielpause. Damit seine Jungs trotz internationalen Einsätzen und einer nie gekannten Ballung von Pflichtspielen fit bleiben, nimmt das Thema Belastungssteuerung in den kommenden Wochen eine zentrale Rolle ein. Kleiner Kader ja, aber kein Thema. Die Belastung der Nationalspieler ist dagegen DAS Thema, "ein leidiges", wie Rose meinte. Leipzigs Legionäre kommen aus drei Englischen Wochen, haben nun zwei Länderspiele und gehen dann in sechs Englische Wochen in Folge bis zur WM.

Yussuf Poulsen ist einer der wenigen RB-Kicker, die nicht mit ihren Nationalteams unterwegs sind. Möglich macht das eine Absprache mit dem dänischen Verband.

Yussuf Poulsen ist einer der wenigen RB-Kicker, die nicht mit ihren Nationalteams unterwegs sind. Möglich macht das eine Absprache mit dem dänischen Verband.

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"Dann summieren sich Dinge manchmal auf, dann müssen am Ende des Tages manche Spieler auch mehr spielen - das wollen wir eigentlich nicht, dass wir die Jungs in Dinge reinjagen, die uns dann wieder Folgeprobleme bringen", befand Rose. "Das ist einfach zu viel für die Jungs, sie stoßen irgendwann an ihre Grenzen." In der Bundesliga stehen bis zur WM in Katar ab 20. November noch acht Spiele auf dem Plan, in der Champions League vier , zudem das DFB-Pokal-Zweitrundenspiel gegen den Hamburger SV (18. Oktober, 18 Uhr). "Wir haben intensive Wochen vor uns, man weiß nie was passiert", sagte der Coach.

Deutschland und die WM? Es geht um Kleinigkeiten

Ein optimales Ergebnis nach dem suboptimalen Start? Anschluss an die Champions-League-Plätze in der Liga, trotz zweier Niederlagen die K.o.-Phase der Königsklasse erreichen und ins Achtelfinale des DFB-Pokals einziehen. Nicht optimal ist, dass Rose sein Team dafür kaum justieren kann. Denn „normale“ volle Trainingseinheiten gibt es in Englischen Wochen wenig bis gar nicht. Statt dessen wechseln sich Abschlusstraining und Spielersatztraining sowie Regeneration ab. Und dann ist ja bald WM und das Jahr rum.

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Apropos WM: Wie wird Deutschland bei selbiger abschneiden? Bei aller Arbeit mit RB hat der Bundesligatrainer Rose auch die DFB-Kicker im Blick. „Die Nationalmannschaft hat den besten Kader seit vielen Jahren. Hansi und die Jungs machen einen guten, willigen Eindruck. Spannend wird sein: Wie nimmt wer die Konstellation an. Auch dort wird es um Kleinigkeiten gehen.“ Kader (bester), Kleinigkeiten (oft entscheidend): Wie bei RB in der bisherigen Saison.

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