Fußball

Kompliment trotz Niederlage: Bornaer SV verliert bei Lipsia Eutritzsch

Eine Torchance für den Bornaer SV.

Eine Torchance für den Bornaer SV.

Leipzig. Mit 1:3 verlor der Bornaer SV am Samstag sein Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten SV Lipsia Eutritzsch und rutschte in der Tabelle wieder einen Platz nach unten auf Rang sieben. Soweit so gut und die nüchternen Fakten. Wenn man sich dann aber mal die personelle Not beim BSV ansah muss man die Niederlage anders werten, wer Augenzeuge in Eutritzsch war muss der Mannschaft sogar ein Kompliment aussprechen für die gezeigte kämpferische Leistung.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von der personellen Entspannung, von der Coach Marco Gruhne noch am Freitag in der Presse sprach war dann am Samstag nicht mehr viel zu sehen, auf der Bank nahmen nur Rodger Baetge mit Rückenproblemen und Nick Brehmert (Beinverletzung) Platz, beides übrigens keine Nachwirkungen von den Feiern zum Herrentag. Und ein Erik Mäder, der weit weg studierend zurzeit pausiert und nur gelegentlich am Wochenende da ist. Ansonsten blieb das Papier ziemlich weiß, personell war dies schon eher Karies als Zahnfleisch. Aber das Beste aus der Situation machen, achtbar schlagen, keine Fehler machen, eventuell fällt dann ja was vom Laster, so lässt sich die Ansprache von Gruhne vor der Partie kurz zusammenfassen. Und die ersten Spielminuten ließen auf jeden Fall hoffen, Borna kompakt verteidigend und kämpferisch auf alles eingestellt, die Hausherren natürlich mit mehr Ballbesitz und der spielerischen Überlegenheit.

Lesen Sie auch

Das trotzdem sich fast alles zwischen den Strafräumen abspielte lag am BSV, die diszipliniert alles hineinwarfen, was es zum Werfen gab. Zwei Mal rutschte dann doch was durch, und beide Male konnte Johann Burkhardt mit der Grätsche des Spieltages noch retten. Ansonsten passierte nicht viel, langweilig war es aber trotzdem nicht, eher unterhaltsam. Und es dauerte weit mehr als dreißig Minuten, bis sich Maximilian Welz im Tor des BSV mal so richtig auszeichnen musste, eine Flanke von der rechten Seite, der Eutritzscher Pokowietz sprang am höchsten, den Kopfball aus Nahdistanz konnte Welz mit einer klasse Parade auf der Linie noch klären. Selbst sein Gegenspieler zollte dieser Parade Respekt und klatschte dafür ab. Borna war offensiv bis dahin ganz wenig in Erscheinung getreten, kurz vor der Pause dann aber mal so richtig heftig. Etienne Wangermann sah kurz hinter der Mittellinie, dass Patrick Baum zu weit vor seinem Tor stand, ein spitzbübischer Distanzschuss als Heber, Baum konnte im Zurücklaufen das Leder noch mit den Fingerspitzen gerade noch so zur Ecke klären. Zu Hilfe kam da auch noch der böige Gegenwind, in Hälfte zwei wäre der Ball im Tor gelandet.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Hoffnung blühte auf

Nach dem Seitenwechsel zuerst das gleiche Bild, Eutritzsch mit spielerischen Vorteilen, Borna versuchte auf den Laster wartend alles zu verteidigen. Das irgendwann mal was durchrutschen musste war klar, aber zuerst war dann noch ein stark aufgelegter Welz zur Stelle. So wie in Minute 57, Lucien Unger bediente den durchgebrochenen Viet Duc Pham, dessen Schuss konnte Welz mit dem Fuß klären, auch in den Nachschuss von Maximilian Stöckmann konnte er sich noch werfen. Zwei Minuten später konnte aber auch Welz nicht mehr retten, was unvermeidlich schien. Ein einziger Fehler des BSV in der Abwehrarbeit, ein Fehlpass zum Gegenspieler, der brachte das Leder nach innen und im Rücken der unsortierten Gästeabwehr konnte Stöckmann einschieben (59.).

Lipsia erhöhte nun noch einmal seine Angriffsbemühungen, Borna blieb aber standhaft in der Abwehr und versuchte sich mehr und mehr aus der Umklammerung zu befreien. Einzig das Privatduell Welz mit Pokowietz fand eine Fortsetzung, wieder ein Kopfball, wieder Welz bärenstark auf der Linie (70.). Ansonsten tauchte Borna vermehrt in der Hälfte der Gastgeber auf, auch wenn vorerst wenig unmittelbar vor dem Tor der Hausherren passierte, der Willen des BSV war spürbar. Und mitten hinein in diese Bemühungen das 2:0. Ein schlechter Einwurf ermöglichte Lipsia Ballbesitz, eine Flanke diagonal, Borna versuchte auf Abseits zu stellen, was misslang. So konnte Duy Anh Do von rechts flanken und im Zentrum Pokowietz bedienen, der nun endlich im Privatduell mit Welz auch sein Pünktchen holen konnte und zur Vorentscheidung einschob (82.). Dachten zumindest viele, die die Rechnung ohne den BSV gemacht hatten. Denn der wollte nicht so einfach Punkte in Eutritzsch liegen lassen und sich den Lohn für die engagierte Leistung abholen. Zuerst trat Schiedsrichter Björn Kühn im Aktion, der sah, dass das vom Assistenten angezeigte Abseits nie eins war. Kompliment für den Mut und die Aufmerksamkeit von Kühn. Dadurch konnte ein eben nicht im Abseits stehender Marik Mäder in den Strafraum eindringen, dessen Abschluss konnte zuerst noch abgewehrt werden, der zuvor eingewechselte Erik Mäder stand goldrichtig und der konnte das Leder ins Netz zum Ausgleich nageln (86.).

Nun blühten Schwarz- Gelbe Hoffnungen auf, Lipsia hatte nun gut zu tun. Und mitten hinein in die Bemühungen des BSV, die nun alles nach vorn warfen und auch die Abwehr öffneten ein Konter der Hausherren und Erik Zimmer konnte mit einem schönen Distanzschuss auf 3:1 erhöhen. Schiedsrichter Kühn pfiff die Partie nicht wieder an, unglückliche Gäste verließen mit hängenden Köpfen den Rasen. Was aber ob der gezeigten Leistung eigentlich die falsche Reaktion war.

Von Ingo Dießner

Mehr aus Sport in Sachsen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken