Bobsport

Wenige Wochen nach schwerem Sturz: Leipziger Bob-Anschieber Tim Kesseler ist U23-Weltmeister

Bob-Anschieber Tim Kesseler (SC DHfK) ist U23-Weltmeister. Der gebrochene Helm ist sein Andenken an seinen ersten Sturz im Dezember.

Bob-Anschieber Tim Kesseler (SC DHfK) ist U23-Weltmeister. Der gebrochene Helm ist sein Andenken an seinen ersten Sturz im Dezember.

Leipzig. Gold für Tim Kesseler bei der U23-WM in Winterberg, Silber für Felix Straub bei der EM der Profis in Altenberg: Innerhalb von acht Tagen jubelten die DHfK-Leichtathleten gleich über zwei hochwertige Viererbob-Medaillen. Die Kooperation zwischen dem Leipziger Spitzenclub und den Bobsportlern aus Oberbärenburg hat sich ausgezahlt.

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Felix Straub krönte mit der Silberplakette gleich seine erste Saison im Team des weltbesten Piloten Francesco Friedrich, der trotz einer abklingenden Muskelverletzung nur neun Hundertstelsekunden hinter dem britischen Europameister Bradlay Hall blieb. Der ehemalige 200-m-Läufer Straub ist eigentlich Ersatzmann, startete aber bei der EM anstelle des Ex-Leipzigers Alexander Schüller, der für die WM in St. Moritz geschont wurde. „Bei der WM ist Felix dann wieder Ersatzmann – aber so etwas kann sich schnell ändern“, sagt DHfK-Abteilungsleiter René Hecking, dessen Sohn selbst ins Bob-Lager gewechselt ist.

Felix Straub (l.) gehörte in Altenberg zur silbernen EM-Crew von Francesco Friedrich (r.).

Felix Straub (l.) gehörte in Altenberg zur silbernen EM-Crew von Francesco Friedrich (r.).

Hecking ist wie Vereinspräsident Bernd Merbitz ebenso stolz auf Tim Kesseler. Der 19-Jährige rast seit gut drei Jahren die Bobbahnen hinunter. Seine U23-Goldmedaille von Winterberg kam gleich doppelt überraschend. Denn zum einen hatte sich sein Stammpilot Alexander Czudaj – Sohn des Olympiasiegers Harald Czudaj – wegen eines Sturzes nicht für die Junioren-WM qualifiziert. Vor allem aber hatte sich der Leipziger selbst bei diesem Missgeschick im Dezember („Es war mein erster Sturz überhaupt – nach einem kleinen Eishügel auf der Bahn standen wir zu hoch in der Kurve, dann sind wir umgekippt“) eine Gehirnerschütterung zugezogen. „Ich war tagelang müde, jeder Gang zum Kühlschrank fiel mehr schwer. Erst nach drei Wochen gaben die Ärzte Grünes Licht, dass ich ins Training zurückkehren darf“, berichtet der angehende Abiturient der Leipziger Rahn Education.

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Nicht von Anfang an begeistert vom Bobsport gewesen

Dennoch brachte er sich Anfang Januar wieder in Form – und plötzlich war die WM in Winterberg ein Thema. Denn im bayrischen Team um Piloten Laurin Zern hatte sich der Anschieber auf der rechten Seite verletzt – dies ist Kesselers Position. So entschied der Trainerrat, eine gemischte Crew der Teams Zern und Czudaj an den Start zu schicken. Den goldenen Sonntag erlebten Tims Eltern live im Hochsauerland mit. Neben der Goldmedaille holte der DHfK-Anschieber noch Rang sechs in der U26-Wertung – hier lagen fünf deutsche Schlitten und eine Schweizer Crew in den Top 6.

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Vor dreieinhalb Jahren sei Tim Kesseler nicht von Anfang an Feuer und Flamme für den Bobsport gewesen. Doch sein Vater empfahl ihm, es wenigstens zu versuchen, um später nichts zu bereuen. Und der frühere Weitspringer biss sich fest. Das gezielte Krafttraining schlug an, der 1,80 m große Athlet wiegt statt 70 nun 96 Kilo und sprintet 30 Meter fliegend in beachtlichen 2,77 Sekunden. „In den nächsten Jahren geht es darum, die Power noch besser aufs Eis zu bringen“, sagt Tim Kesseler. Die Goldmedaille motiviert ihn zu weiteren rasanten Fahrten bei bis zu 130 km/h.

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