Ringen und Judo

Leipziger Kämpferinnen jubeln in Bukarest und in der Brüderstraße

Anastasia Blayvas (l.) und Naemi Leistner präsentieren ihre EM-Bronzeplaketten. Nicht minder stolz ist Trainer Florian Rau.

Anastasia Blayvas (l.) und Naemi Leistner präsentieren ihre EM-Bronzeplaketten. Nicht minder stolz ist Trainer Florian Rau.

Bukarest/Leipzig. Im Kampfsport gaben am Wochenende die Leipziger Frauen den Takt an. Fünf der acht deutschen Ringerinnen bei der U23-EM trainieren am hiesigen Bundesstützpunkt, zwei von ihnen kommen mit der Bronzemedaille aus Bukarest heim. Derweil begeisterten die Powerfrauen des Judoclubs in der Brüderstraße die 200 Zuschauer bei ihrem Bundesliga-Comeback mit einem 8:6-Sieg – mit dem gleichen Resultat setzten sich die Männer im Freundschaftsduell gegen den Erstligisten Spremberg durch.

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Für Anastasia Blayvas war es die letzte EM in der U23 – der Blick der 22-jährigen Freistilringerin geht längst Richtung Eliteklasse. Sie will so schnell wie möglich den Anschluss bei den Frauen schaffen und bei der EM Mitte April in Zagreb ein Achtungszeichen setzen. „In Bukarest wollte ich Europameisterin werden oder zumindest ins Finale kommen. Das hat leider nicht geklappt, weil ich im Auftaktkampf taktische Fehler gemacht habe“, sagte das Aushängeschild vom KFC Leipzig. Gegen eine Ukrainerin, die sie im Vorjahr noch bezwungen hatte, setzte es eine 1:6-Niederlage. Doch ab der Hoffnungsrunde zeigte sich die 53-Kilo-Kämpferin von ihrer besten Seite. Im kleinen Finale ging sie gegen eine Lokalmatadorin aus Rumänien schnell 5:0 in Führung und sicherte Bronze. „Am Ende bin ich glücklich, dass es eine Medaille geworden ist“, so die aus Halle stammende Athletin.

18-jährige Sächsin schon auf dem Treppchen in der U23

Für Aufsehen sorgte ihre Trainingskollegin Naemi Leistner vom RV Thalheim, die mit 18 Jahren als eine der Jüngsten ebenfalls Bronze errang. Trainer Florian Rau meinte: „Schade, dass Lily Schneider nach Führung ihren Bronzekampf am Ende verloren hat. Dennoch bin ich stolz auf die Mädels. Einige Schwächen müssen wir noch aufarbeiten.“

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Auch auf der Judomatte in der Brüderstraße kämpfte am Samstag eine Athletin mit internationalen Zielen und hohen Ansprüchen an sich selbst: Nicole Stakhov vom JC RBS verstärkt in der Bundesliga via Zweitstartrecht die JCL-Powerfrauen. Die 19-Jährige hatte mit zwei Ippons ihren Anteil am 8:6-Auftaktsieg gegen die Gäste vom SV Neuhaus aus Bayern. Anschließend wertete sie ihre Kämpfe ausführlich mit Trainer Mike Göpfert aus. Dann sagte deutsche U21-Meisterin der LVZ: „Das Trainingslager in Tschechien steckte mir noch in den Knochen. Nächste Woche in Bad Blankenburg wird es auf internationaler Bühne ernst, da möchte ich in Top-Form sein.“ Das Ziel der WM-Fünften von Ecuador ist klar: In diesem Jahr soll bei der U21-WM eine Medaille her – parallel will sie die Lücke zu den besten deutschen Frauen verkleinern.

JCL-Kapitänin bringt die Mannschaft spektakulär auf Kurs

Einige ihrer Kolleginnen im Bundesligateam betreiben keinen Hochleistungssport mehr, gehen aber nicht minder motiviert für die Mannschaft auf die Tatami. Zum Beispiel Kapitänin Carina Märtens, die am Gymnasium Engelsdorf gerade ihr Referendariat absolviert. Sie übernahm am Samstag die nicht einfache Aufgabe des ersten Kampfes – noch dazu zwei Klassen über ihrem Körpergewicht. „Gegen die Schweren hatte ich im letzten Jahr schon Erfahrung gesammelt. Inzwischen weiß ich, welche Fehler ich nicht machen darf.“

Starker Auftakt: Powerfrauen-Kapitänin Karina Märtens (weiß) wirft ihre bayrische Gegnerin Claudia Fink spektakulär auf Punkt.

Starker Auftakt: Powerfrauen-Kapitänin Karina Märtens (weiß) wirft ihre bayrische Gegnerin Claudia Fink spektakulär auf Punkt.

Spektakulär brachte sie ihr Team in Führung. Da der JCL aber keine der eigentlich vier gelisteten 48-kg-Kämpferinnen fit an den Start bringen konnte, gingen die Gastgeberinnen quasi mit einem 0:2-Rückstand in das Duell. Umso dankbarer waren alle, dass wegen eines Corona-Ausfalls Maxime Brausewetter die Aufgabe im Schwergewicht übernommen hatte. Eigentlich sollte sie nach der Geburt ihres zweiten Kindes noch ein wenig Zeit bekommen. Mit Pauline Wulff stand eine weitere Mama für den JCL auf der Matte.

Yara Slamberger: Warum ihr Herz für zwei Männer schlägt

Im Gegensatz zu ihrem Zwillingsbruder Lennart trainiert auch Yara Slamberger nicht mehr den ganzen Tag, sondern konzentriert sich aufs Zahnmedizinstudium. Doch wenn sie auf der Matte steht, gibt die 22-Jährige Gas. „Ich bin froh, dass ich wieder in Form bin, nachdem ich mir letztes Jahr im Training den Ellbogen ausgekugelt hatte“, meinte die Vizekapitänin, Trainerin Jenny Sättler für ihre motivierenden Worte dankte. Die 30-Jährige bringt mit ihrer erfrischenden Art den Spirit ins Team und predigt immer wieder einen aggressiven Kampfstil von der ersten Sekunde an – dies brachte den Powerfrauen gleich mehrere Blitzsiege ein.

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Yara Slamberger hat im 57-Kilo-Limit alles im Griff.

Yara Slamberger hat im 57-Kilo-Limit alles im Griff.

Yara Slamberger schaut an den Wochenenden viel Judo im Internet und fiebert gleich mit zwei Männern: Bei Bruder Lennart (U21-Vizeweltmeister) und ihrem Freund Daniel Herbst (ebenfalls WM-Teilnehmer 2022) schlägt ihr Herz besonders schnell. Der Halbschwergewichtler brauchte zuletzt Trost und Zuspruch, als er gleich bei zwei Europacups in Folge knapp die Medaille verpasste und gegen deutsche Gegner unterlag. Nun wird es für den 27-Jährigen schwer, weitere große internationale Chancen zu bekommen. Bei ihrem Zwillingsbruder indes ist sich Yara sicher: „Er ist bei allen Turnieren einer der Jüngsten, Irgendwann platzt der Knoten und er wird sich durchsetzen.“

Die JCL-Männer testeten beim 8:6 nach 3:5-Rückstand gegen Spremberg erfolgreich für den Liga-Start in vier Wochen. Statt bei Ippon (10 Punkte) aufzuhören, war ein Duell frühestens bei 25 Zählern beendet. Dieses Format kam auch bei den Zuschauern gut an und bot allen Judoka die Chance auf Wettkampfpraxis. Dies soll sich Mitte April in Rüsselsheim auszahlen.

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