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Motorsport

Licht und Schatten: Kevin Orgis mit durchwachsener Bilanz in Estoril

Kevin Orgis in Estoril.

Kevin Orgis in Estoril.

Estoril/Arnsdorf.Am vergangenen Wochenende fanden im portugiesischen Estoril die ersten beiden Rennen zur Moto2-Europameisterschaft statt. Auch für die Arnsdorfer Rennsportfamilie Orgis begann damit offiziell die neue Motorsportsaison 2022. Nachdem Kevin und Leon im vergangenen Jahr beide in der Superstock-Kategorie an den Start gegangen waren, wird in diesem Jahr nur der ältere, der beiden Brüder für das Esponsorama Avintia Junior Team in der Europameisterschaft fahren.

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Leon ist Ersatzfahrer

„Leon ist in diesem Jahr nur Ersatzfahrer, was in erster Linie der finanziellen Situation geschuldet ist“, erklärt Vater und Teamchef Rene Orgis. „Unsere Sponsoren können in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage uns leider nicht so unterstützen, wie sie es vielleicht gern möchten, und damit wir keine halben Sachen machen, musste ich eine Entscheidung treffen, wie es in diesem Jahr weitergeht und was sinnvoll ist. Leon ist bei vielen Teams als Ersatzfahrer gesetzt und ich bin mir sicher, er wird in diesem Jahr auch zum Zuge kommen.“ Das Budget für beide Fahreinsätze wäre zwar vorhanden, aber während Orgis im vergangenen Jahr abwägen musste, welche Tests und Trainings finanzierbar sind, soll die diesjährige Saison von vornherein auf festeren Beinen stehen, um der spanischen Konkurrenz mit so wenig wie möglich Trainingsrückstand entgegen treten zu können.

Gute Trainingszeiten

Dies zahlte sich zumindest am ersten Tag in Estoril direkt aus. Die Freien Trainings liefen nahezu perfekt für Yamaha-Pilot Kevin Orgis, der in diesem Jahr mit einem komplett neuen aufgebauten Motorrad unterwegs ist und in der Winterpause eifrig mit einem anderen Bike trainieren konnte. „Kevin kam von Anfang an sehr gut mit seinem neuen Motorrad zurecht. Und normalerweise fängt man auf so einer Strecke mit einem Rückstand von drei bis fünf Sekunden an “, erklärt Vater Rene. „Seine erste Runde war keine zwei Sekunden langsamer, als seine jemals gefahrene beste Rundenzeit und das hat richtig gut gepasst, denn Estoril ist eine Strecke, auf der wir im Winter nicht vorab testen konnten.“

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Im ersten Qualifying konnte Kevin Orgis schließlich einen guten dritten Startplatz einfahren, sein Potenzial im zweiten Quali durch einen heftigen Abflug aber nicht auf die Strecke bringen. Viel Zeit, um neue Dinge zu probieren, blieb somit nicht und das Motorrad musste in einer Nachtschicht für den Renntag hergerichtet werden. Im ersten Rennen kam der 22-Jährige schlecht vom Start weg und hatte durch viele Positionskämpfe den Anschluss an die Spitze verloren, erreichte jedoch in den Top 5 das Ziel.

Sturz im zweiten Rennen

Im zweiten Rennen traf es die Truppe dann jedoch richtig hart. Bereits in der ersten Kurve war Schluss, nachdem Orgis von einem Mitstreiter zu Fall gebracht wurde. „Wir haben uns eigentlich mehr erhofft vom ersten Rennwochenende, denn eigentlich wollen wir in diesem Jahr die Meisterschaft gewinnen. Kevins Pace war das gesamte Wochenende über sehr stark, dass ist etwas, worauf wir weiter aufbauen wollen,“ resümiert Rene Orgis. „Aber so ist Racing manchmal. In zwei Wochen wartet bereits die nächste Chance in Valencia auf uns.“

Ungeplante Rennpause für Freddie Heinrich

Landsmann Freddie Heinrich wäre hingegen gern überhaupt in Estoril an den Start gegangen. Der junge Sachse startet für das Team Fau55 Tey Racing in diesem Jahr ebenfalls in der Moto2 EM in der Superstock 600-Klasse. Mit dem Einsatz in Spanien wollte Heinrich mehr Routine erlangen, um es im MotoGP Red Bull Rookies Cup 2022 nach vorn zu schaffen, denn auch bei den Rookies haben die spanischen Mitstreiter einen enormen Vorsprung an Fahrzeiten. In der Winterpause verbrachte der angehende Zweiradmechaniker daher viel Trainingszeit unter spanischer Sonne und trainierte auch daheim bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit einem Motorrad. Doch ein Sturz beim Auftaktrennen der Rookies in Jerez vor 14 Tagen sorgte für eine ungeplante Rennpause. Freddie Heinrich zog sich bei dem Unfall eine Fraktur am Ellenbogen und an der Speiche seines Gasarmes zu, die zunächst von den behandelten Ärzten unentdeckt blieb. Erst in der vergangenen Woche wurde der 17-Jährige in der Heimat operiert und dabei der zweite Bruch entdeckt. Nun hoffen er und seine Familie auf eine schnelle und komplikationslose Genesung, um bald wieder mit dabei sein zu können.

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Aufgrund seiner Verletzung wird Heinrich auch den nächsten Lauf in Valencia auslassen müssen. Sein Heimrennen auf dem Sachsenring in sechs Wochen, bei dem dann wieder die Red Bull Rookies an den Start gehen werden, möchte der einstige Vizemeister des ADAC Pocketbike Cup auf keinen Fall verpassen. Auch seinen Platz in der Moto2-Europameisterschaft gilt es für Heinrich so schnell wie möglich wieder einzunehmen.

Von Doreen Müller-Uhlig

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