Handball

Meisterliche Partie gegen den Meister: NHV Delitzsch schlägt Halle

Niclas Reinhardt von Delitzsch mit dem Torversuch.

Niclas Reinhardt von Delitzsch mit dem Torversuch.

Delitzsch. Das Dankeschön fiel kurz, aber herzlich aus. Wenige Minuten vor Beginn der Oberliga-Partie gegen den USV Halle verabschiedete Sören Raab, Vizepräsident des NHV Concordia Delitzsch, mit Steve Baumgärtel, Marius Harig und Marian Voigt drei Spieler. Doch Wehmut kam an diesem Abend in der Mehrzweckhalle nicht auf. Die Gastgeber schlugen den frisch gekürten Meister aus der Saalestadt überaus deutlich mit 35:25 (17:10), das begeisterte Publikum verfolgte die letzten Minuten stehend, Beifall klatschend. „Es war ein schöner Abschied“, sagte der 38-jährige Baumgärtel, es habe Spaß gemacht. Auch wenn er, fügte er schmunzelnd hinzu, nicht so viel eingesetzt wurde.

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Sein Arbeitsnachweis war in der Tat nicht allzu lang, aber souverän wie immer. In der Abwehr ließ er nichts anbrennen, zwei Tore gingen auf sein Konto, hinzu kamen präzise lange Pässe bei Schnellangriffen. Marian Voigt war im Tor der gewohnt sichere Rückhalt, Marius Harig ein zupackender Deckungsspieler, der maßgeblich mit dazu beitrug, dass der USV im ersten Abschnitt auf lediglich zehn Treffer kam. In der 41. Minute musste Harig nach einer harten Attacke mit rot vom Platz. Doch die Begegnung war da beim Stand vom 24:16 fast schon gelaufen.

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Denn es entwickelte sich von Anpfiff weg im letzten Heimspiel der Saison eine Auseinandersetzung, in der nicht Halle, sondern Delitzsch meisterlich aufspielte. Die Concorden schlugen ein hohes Tempo an, fuhren einen Schnellangriff nach dem anderen, setzten gekonnt die Kreisspieler in Szene und ließen in der Defensive den gegnerischen Angreifern nur selten einen Stich. „Der NHV war auf dem Punkt topfit“, räumte USV-Trainerin Ines Seidler ein. „Es ist krass, was Delitzsch heute abgerufen hat“, kommentierte Halles Torwart Franz Flemming. Die Spieler seien fast immer einen Schritt schneller gewesen als ihre USV-Kontrahenten. Der frühere Delitzscher lobte trotz der Niederlage „die schöne Stimmung“ in der Halle. „Wir waren heute wahnsinnig effektiv“, sagte Jan Jungandreas, Trainer des Heimteams. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“

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Die Gäste zeigten kämpferisch eine gute Leistung, waren in der Offensive über weite Strecken aber wenig effektiv und fanden gegen die quirligen NHV-Angreifer kaum ein Gegenmittel. „Halle war im Kopf nicht so ganz da“, meinte Baumgärtel. Kein Wunder, schließlich hat der USV bereits vor einer Woche den Meistertitel perfekt gemacht. „Das ist eine coole Sache“, freute sich Flemming.

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In überragender Form präsentierte sich, wie schon in den vergangenen Spielen, vor allem Michael Günther. War der Linksaußen lange Zeit eher ein unauffälliger Handballer, so ist bei ihm offenbar vor einiger Zeit der Knoten geplatzt und er mausert sich immer mehr zum Torjäger. Gegen Halle netzte er gleich überragende 13 Mal ein und wurde vom Fanclub Loberhaie zum Man of the Match gekürt, eine alternativlose Entscheidung. In den fünf Playoff-Partien hat der 22-Jährige 41 Treffer erzielt und hat sich in der Torschützenliste einen vorderen Platz erkämpft. Jungandreas erhielt von den Loberhaien die Auszeichnung als Mann der Saison. Begründung: Er hat die vielen jungen Spieler enorm weitergebracht.

NHV: Voigt, Herholc; Eulitz, Günther (13/7), Baumgärtel (2), Prautzsch (2), Harig, Zierau, Kalliske (4), Griehl, Beyer, Wächter, Brodowski (4), Reinhardt (5), Teichert (1), Voigtländer (4).

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