Fußball-Regionalliga

Offensiv-Spektakel in Babelsberg: Chemie Leipzig verliert zum Saisonstart 2:4

Daniel Frahn (rechts) erzielt das Führungstor für den SV Babelsberg 03 gegen Chemie Leipzig.

Daniel Frahn (rechts) erzielt das Führungstor für den SV Babelsberg 03 gegen Chemie Leipzig.

Potsdam. Die Grün-Weißen bleiben zum Regionalliga-Saisonstart ohne Punkte: Chemie Leipzig lieferte sich mit Gastgeber SV Babelsberg ein spannendes Duell voller Strafraumszenen und unterlag nach einer durchwachsenen Defensivleistung am Ende deutlich 2:4 (1:1).

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Drei herbe Verluste mussten die Leutzscher schon vor dem Anpfiff verzeichnen, denn mit Alex Bury, Tarik Reinhard und Florian Kirstein fielen drei Stammkräfte aus. Dafür reisten fast 1200 grün-weiße Fans mit in die Filmstadt, um ihr Team zu unterstützen. Auch statistisch konnte Chemie mit einem gewissen Wohlfühl-Gefühl ins Spiel gehen, denn in der letzten Saison gewann man beide Spiele gegen die „Nulldreier“. Doch 84 Tage nach dem letzten Regionalligaspiel hatte das natürlich keinerlei Wert mehr.

Neues Trainerteam, neues System, neue Spieler und der Blick nach oben sollen die neue Spielzeit für die Potsdamer prägen. Mit den spektakulären Offensiv-Neuzugängen Steinborn, Cakmak, Gladrow und Nattermann wollen die Brandenburger ganz oben angreifen. Und die Babelsberger drehten auch gleich richtig auf. Der neue Kapitän Daniel Frahn, in der letzten Saison 18-facher Torschütze, traf gleich bei der ersten großen Chance nach einer Flanke zum 1:0 (19.). Chemie spielte keineswegs defensiv, hatte einige Halbchancen, doch zunächst fehlte die Genauigkeit. Mitten in eine Druckphase der Gastgeber hinein gelang den platzte das Ausgleichstor. Neuzugang Manasse Eshele legte mit dem Rücken zum Tor auf Florian Brügmann ab, der den Ball mit Schmackes zum 1:1 in die Maschen hämmerte (39.).

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Aufholjagd scheitert

Nach Wiederanpfiff geriet Chemie wieder schnell im Rückstand. Cakmak kam frei zum Schuss und traf zum 2:1. Viel zu einfach, viel zu schnell. Nach Gelb für Philipp Harant nach Einsatz gegen Frahn und vergebener Großchance von Eshele (57.) traf der gebürtige Kongolese zum 2:2 (60.). Doch mitten in die Euphorie ging Babelsberg erneut in Führung, als der vom BFC gekommene ehemalige Lok-Stürmer Steinborn einen Freistoß mit dem Hinterkopf einnickte (63.).

Chemie fast mit dem erneuten Ausgleich, aber Harants Schuss wurde vom Babelsberger Schlussmann Klatte entschärft. Stattdessen klingelte es erneut im Kasten der Chemiker, als Babelsberg einen Konter (!) durch Gladrow erfolgreich abschloss. 4:2, 66. Minute. Da wirkte die Abwehr zum wiederholten Male unsortiert.

Chemie versuchte noch einiges, aber Torwart Klatte und ungenaue Abschlusshandlungen verhinderten eine erfolgreiche Aufholjagd.

„Für die Zuschauer war es natürlich ein schönes Spiel“

Markus Zschiesche, Trainer des SV Babelsberg war happy: „Wir wussten, dass Chemie ein ekliger Gegner ist und als Team sehr gut verteidigen kann. Wir sind in der ersten Halbzeit sehr gut drin gewesen und haben nur die eine Chance zugelassen, die sie direkt gemacht haben. Wir haben immer an uns geglaubt. Nach dem Seitenwechsel haben wir da weitergemacht, wo wir in der ersten Halbzeit aufgehört haben. Nach dem 2:2 haben beide alles nach vorne geworfen und wollten gewinnen, da war es ein bisschen wild. Wir sind glücklich, dass wir gewonnen haben und ich hoffe, dass wir in dieser Art und Weise weiterspielen werden. Aber es war erst das erste Spiel. Von daher heißt es ruhig bleiben und von Spiel zu Spiel schauen.“

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Chemie-Trainer Miroslav Jagatic wusste nach der Partie, wo er ansetzen muss: „Für die Zuschauer war es natürlich ein schönes Spiel. Wir verlieren vor dem 0:1 dreimal zu einfach den Ball. Dann kommen wir zweimal zurück und kassieren durch das Tor von Steini, das er in Uwe-Seeleer-Manier macht, das dritte Gegentor. Insgesamt hat Babelsberg unsere individuellen Fehler eiskalt bestraft. Ich habe von Anfang an gesagt, dass es für uns eine schwere Saison wird und wir im Umbruch sind. Natürlich ärgert man sich nach einer Niederlage immer, aber morgen sieht die Welt schon wieder anders aus und es gilt, wieder positiv zu denken. Es war erst das erste Spiel einer langen Saison und es werden noch viele weitere folgen.“

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Daniel Frahn, Kapitän SV Babelsberg: „Wir wussten aus den vergangenen Spielen, wie schwer das gegen Chemie wird und haben es aus meiner Sicht ordentlich gemacht. Natürlich bin ich stolz und freue mich sehr darüber, hier in meiner Heimat jetzt auch als Kapitän auflaufen zu dürfen. Es wird aber nicht viel an meinem Auftreten und meinem Verhalten ändern.“

Für Ex-Lok-Spieler Matthias Steinborn war die Begegnung etwas Besonderes: „Natürlich habe ich zu den Chemie-Fans als ehemaliger Lok-Spieler ein besonderes Verhältnis und musste mir schon die ein oder andere Nettigkeit anhören. Der Treffer war aber einfach für uns als Team wichtig und wir haben in meinen Augen hochverdient gewonnen.“

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