Testspiel

Packung im Erzgebirge: Lok Leipzig unterliegt Aue klar mit 0:4

Lok-Torhüter Isa Dogan klärt vor Erzgebirge Aues Elias Huth.

Lok-Torhüter Isa Dogan klärt vor Erzgebirge Aues Elias Huth.

Aue. Richtige Wettkampfhärte kann man nicht simulieren, sie muss sich auf ehrliche, altmodische Art und Weise unter Gegnerdruck hart erarbeitet werden. Genau deshalb setzte sich am heutigen Samstag der Testspielmarathon des 1.FC Lok Leipzig mit einem gemeinschaftlichen Abstecher ins Erzgebirgsstadion zu Aue fort, wo mit dem Zweitliga-Absteiger der erste richtige Prüfstein auf die Blau-Gelben wartete. Oberlehrer Almedin Civa wollte erneut sehen, wie sich seine Pennäler im Ernstfall um die Umsetzung seiner methodisch eingetrichterten Spielidee bemühen.

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Die ersten zwei Trainingswochen und derer drei Testspiele liegen hinter der Loksche, dabei konnten sich einige Akteure schon das ein oder andere Bienchen im Muttiheft verdienen. Als bisherige Musterschüler sind wohl Neuzugang Linus Zimmer, Osman Atilgan, Djamal Ziane und Farid Abderrahmane lobend zu erwähnen, sie alle konnten bislang durch ihre Strebsamkeit und Leistungsbereitschaft glänzen.

Aue drängt Lok sofort in die Defensive

Doch der erfahrene Lehrer weiss, dass zu frühe Lobeshymnen schnell in Selbstzufriedenheit bei den Lernwilligen münden können. Konstanz ist gefragt - wer am Ende der knallharten Vorbereitung noch ohne Verweis und Tadel ist, dem winkt Anfang August (Saisonstart ist am 6.8. gegen Hertha II) ein gutes Abschlusszeugnis.

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Auch der heutige Gegner aus Aue um den neuen Trainer Timo Rost wollte die Gelegenheit beim Schopfe packen, etwas Struktur in das diffuse Kader-Geflecht mit sage und schreibe 15 Neuzugängen zu bringen. Gleich acht Neulinge fanden ihren Weg in die heutige Startaufstellung. Am 24.07. starten die Veilchen bereits in die neue Drittliga-Saison mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg II, bis dahin stehen nach der heutigen Begegnung noch drei weitere Testspiele auf dem Programm.

Das Spiel begann aus blau-gelber Sicht zunächst fast ausschließlich mit erzwungener Defensivarbeit, die Erzgebirgler kamen sehr oft aussichtsreich zu Abschlüssen. Die wohl größte Chance der Anfangsphase hatte Dimitrij Nazarov, als er in der 7. Minute am langen Pfosten stehend mit leichter Rücklage verzog.

Aues Nazarov trifft vom Punkt zur verdienten Führung

Immer wieder wurde Aue in der Folge auch durch Standards, insbesondere von Marvin Stefaniak getretenen Ecken gefährlich – ein tolles Training für das heutige Innenverteidigerpärchen, bestehend aus David Urban und Leon Heynke. In der 28. Minute, kurz nach der ersten anberaumten Trinkpause, zeigte Schiedsrichter Lars Albert dann urplötzlich auf den Punkt – Nazarov bedankte sich und setzte den fälligen Strafstoß zum 1:0 in die Maschen.

In der Folge das gleiche Bild, Aue machte weiterhin Druck, Lok stand tief. Die beiden Außenstürmer Ogbidi und Atilgan waren zu sehr in der Defensive gefordert, als dass sie die benötigten Impulse im Umschaltspiel hätten setzen können. Aber die zaghaften Entlastungsversuche der Blau-Gelben nahmen kurz vor der Pause nochmal zu, Pfeffer und Ogbidi konnten sich mit einigen Dribblings profilieren. Mehr als der erste Torschuss der Loksche in der 39. Minute und die erste Ecke in der 44. Minute kam allerdings nicht mehr heraus.

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Civa wechselt zur Halbzeit auf vier Positionen

In der Halbzeitpause wurde personell einmal nass durchgewischt, Civa brachte mit Eglseder, Sirch, Salewski und Rangelov vier frische Akteure, sie ersetzten Atilgan, Zimmer, Weigel und Urban. Kurz nach Wiederanpfiff musste zu allem Überfluss auch noch Eric Voufack verletzungsbedingt runter, für ihn kam der junge Koreaner Eunsoo Gong, der zur Probe in der Messestadt weilt.

Zwischen den Pfosten gab sich Niclas Müller mit Isa Dogan die Klinke in die Hand, durfte die zweite Halbzeit den blau-gelben Kasten hüten.Spielerisch änderte sich zunächst nicht viel, Aue kam spielbestimmend zurück auf den Platz. Den Lohn der qualitativen Überlegenheit durfte sich dann in der 50. Minute der eingewechselte Lenn Jastremski abholen, nachdem er frei vor Müller überlegt einschieben konnte.

Man merkte in der Folge beiden Teams das hohe Pensum der laufenden Vorbereitung an, das Spiel wurde wilder und unstrukturierter – und leider auch tempoärmer. In der 60. Minute kam der blutjunge Antonio Verinac endlich zu seinen ersten Minuten im Lok-Dress, er ersetzte Djamal Ziane, der es angesichts des Spielverlaufs heute schwer hatte, sich in der Sturmspitze Aktionen zu erarbeiten. Verinac, auf den Almedin Civa und auch die restlichen Verantwortlichen beim FC Lok große Stücke halten, wird jetzt sicherlich behutsam aufgebaut, damit er sein unbestrittenes Potential ausschöpfen kann.

Lok lässt sich auskontern

Bereits in den ersten Trainingseinheiten blitzten seine Qualitäten auf. Der Junge ist 17 Jahre alt, verfügt aber über die breiten Schultern eines olympischen Schwimmers und ist gleichzeitig schnell, wendig und für sein Alter schon sehr ballsicher und ruhig in seinen Aktionen. Civa schwärmte am Rande des Trainings in der vergangenen Woche: „Der Junge spielt schon wie ein Erwachsener, hat keine Hektik und immer den Kopf oben.“ Ihm gehört sicherlich die Zukunft, aber die Entscheidungsträger in Probstheida sollten und werden ihm alle Zeit der Welt geben.

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Das Spiel entglitt dem 1.FC Lok im Nachgang des 0:2 zusehends, die Kräfte schwanden immer mehr. Vor allem über die linke Abwehrseite rollte ein Auer Angriff nach dem Anderen auf Müllers Kasten zu. Es kam, wie es kommen musste, in der 74. Minute setzte Anthony Barylla erst eine sehenswerte Kopfball-Bogenlampe ins lange Eck, bevor er nur fünf Minuten später einen Konter der Veilchen eiskalt per Lupfer über Niclas Müller abschloss – 0:4! Zehn Minuten vor dem Ende kam Zak Paulo Piplica zu seinem Comeback nach Knöchelbruch, er ersetzte Leon Heynke, der zur Halbzeit auf die Sechser-Position gerückt war. Das Spiel trudelte seinem Ende entgegen, Lars Albert pfiff überpünktlich ab, Aue kam zu einem völlig verdienten 4:0 Heimsieg. Bereits am kommenden Dienstag dampft die Loksche zum nächsten Testkick bei der SG Ludwigslust/Grabow, vier Tage später dann gastiert man im hohen Norden beim FC Anker Wismar.

Von Georg Meyer

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