Champions League

Polizei leuchtet Leipziger Fans in die Unterwäsche: RB beschwert sich bei der UEFA

Der RB-Fanblock in Warschau. Rund 600 Anhängerinnen und Anhänger begleiteten ihr Team zur Partie gegen Shakhtar Donezk.

Der RB-Fanblock in Warschau. Rund 600 Anhängerinnen und Anhänger begleiteten ihr Team zur Partie gegen Shakhtar Donezk.

Warschau/Leipzig. Die Einlasskontrollen vor dem Anpfiff der Champions-League-Partie zwischen Shakhtar Donezk und RB Leipzig am Mittwochabend in Warschau ziehen nun auch abseits der sozialen Netzwerke Kreise. Denn der Bundesligist, der die Partie in der polnischen Hauptstadt 4:0 gewann und damit ins Achtelfinale der Königsklasse einzog, beschwerte sich noch am Abend offiziell beim europäischen Fußballverband UEFA über die Behandlung der eigenen Fans.

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Zweistufiges Kontrollverfahren

Die hatten noch vor Beginn der Partie via Twitter über nach deutschen Standards nicht angemessenes Verhalten der am Eingang zum Gästeblock eingesetzten Ordnungskräfte berichtet. Kontrolliert wurde hier in zwei Stufen, zunächst durch den Ordnungsdienst, im Anschluss durch die Polizei. "Was hier in Warschau passiert spottet jeder Beschreibung", berichtete etwa Twitter-Nutzer Ravenhawk80. "Selbst Minderjährige werden anlasslos intensivst im Intimbereich betatscht – ein Abtasten war das nämlich nicht mehr. Frauen mussten sich fast entkleiden."

Bei der Wahl seiner Formulierungen war Ravenhawk80 offenbar noch vorsichtig. Wie mehrere Betroffene später unter anderem gegenüber der LVZ berichteten, zögerten vor allem die eingesetzten örtlichen Polizistinnen und Polizisten nicht, Fans direkt nicht nur in die Hose, sondern auch in die Unterwäsche zu greifen. Teilweise sei auf der Suche nach illegal mitgeführten Gegenständen mit einer Taschenlampe in den Intimbereich geleuchtet worden, den dann gleich bis zu drei Staatsbedienstete gemeinsam in Augenschein nahmen. All das geschah nicht etwa in einem abgeschirmten Bereich, sondern vor aller Augen. Zelte oder ähnliches, die sich als Sichtschutz angeboten hätten, gab es nicht.

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Zwei RB-Fans in Gewahrsam genommen

„Wir verurteilten diese Form der Kontrollen“, teilte RB am Abend in einem offiziellen Statement mit. Bei diesen seien zudem mehrere Fans aufgefordert worden, ihre Schals abzulegen. „Sie durften die Schals nach den Kontrollen nicht wieder aufnehmen. Zwei Personen wurden im Rahmen der Kontrollen darüber hinaus in Gewahrsam genommen.“ Warum Letzteres erfolgte, blieb zunächst unklar. RB machte dazu keine Angaben, teilte aber mit: „Wir stehen mit der Deutschen Botschaft in Warschau in Kontakt für den Fall, dass diese RBL-Fans über Nacht in Warschau bleiben müssen.“

Die Verantwortlichen von Shakhtar Donezk, zwar in Warschau selbst auch nur zu Gast, aber nach den Vorgaben der UEFA das gastgebende Team, äußerten sich nach der Partie nicht zu den Vorfällen.

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