Bundesliga

Das Aus nach 272 Tagen: RB Leipzig trennt sich von Coach Tedesco

Domenico Tedesco ist nicht länger RB-Trainer.

Domenico Tedesco ist nicht länger RB-Trainer.

Leipzig. Am 9. Dezember 2021 übernahm Domenico Tedesco eine verunsicherte, glücklose Mannschaft, wurde Trainer von RB Leipzig. 272 Tage später ist die Mannschaft erneut verunsichert und glücklos – und für Tedesco ist Schluss. Club und Coach trennen sich mit sofortiger Wirkung. RB bestätigte am Mittwochmorgen offiziell, die Freistellung des 36-Jährigen. Von ihren Aufgaben entbunden wurden nach Vereinsangaben ebenfalls die Co-Trainer Andreas Hinkel und Max Urwantschky.

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Vielfältige Probleme

"Domenico ist ein exzellenter Trainer, der sicher weiter viel Erfolg haben wird. Uns fehlte jedoch nach dem mäßigen Start in die Bundesligasaison mit fünf Punkten aus fünf Spielen vor allem nach den jüngsten Spielen die Überzeugung, dass in der derzeitigen Konstellation ein sofortiger Turnaround erfolgen kann", begründete Vorstandschef Oliver Mintzlaff in einem Statement die personelle Entscheidung, die "uns sehr schwergefallen ist". Die von ihm genannten jüngsten Spiele waren zwei blamable Niederlagen: das 0:4 bei Eintracht Frankfurt am Wochendende und das 1:4 gegen Skahtar Donezk zum Auftakt der Champions League am Dienstagabend.

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Beide Partien bildeten den Höhepunkt einer Entwicklung, die bereits zum Ende der Vorsaison hin begann, durch die neuerliche Qualifikation für die Königsklasse und vor allem den DFB-Pokalsieg aber erst einmal eindrucksvoll überlagert wurde. Nach der Sommerpause kam RB indes nie wirklich ins Rollen, rangiert nach fünf Spieltagen mit nur fünf Punkten auf Tabellenplatz elf. Dabei fielen zuletzt vor allem Mentalitätsprobleme, Schnelligkeitsnachteile, eine anfällige Defensive sowie eine schmerzhafte Ideenlosigkeit auf.

Wenig Zeit und die Frage nach dem Nachfolger

„Wir sind in der Gesamtabwägung zu dem Schluss gekommen, dass wir einen neuen Impuls benötigen“, so Mintzlaff. Wie genau der aussehen wird, ist zunächst unklar. RB will über die Nachfolgeregelung „zeitnah informieren“. Fest steht: An Zeit mangelt es gerade. Bereits am Samstag steht die wichtige Heimpartie gegen Borussia Dortmund an (15.30 Uhr). Am kommenden Mittwoch folgt der nächste Auftritt in der Königsklasse bei Real Madrid (21 Uhr).

Auch die Co-Trainer Max Urwantschky (l.) und Andreas Hinkel (r.) wiurden freigestellt.

Auch die Co-Trainer Max Urwantschky (l.) und Andreas Hinkel (r.) wiurden freigestellt.

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In zahlreichen Medien und unter Fans gilt Marco Rose als heißester Kandidat für den Trainerjob bei RB. Rose ist gebürtiger Leipziger, spielte zu seiner aktiven Zeit für den 1. FC Lok und dessen Nachfolger VfB. In der Saison 2012/13 stand er an der Seitenlinie der Probstheidaer. Was ebenfalls für den 41-Jährigen spricht: seine RB-Vergangenheit. Bei Schwesterclub Salzburg trainierte er die U16, die U18 und schließlich zwei Jahre lang die Profis, mit denen er zweimal die Meisterschaft holte. Rose selbst hat sich zu einem möglichen Engagement beim DFB-Pokalsieger bisher nicht geäußert. Es gibt allerdings Stimmen aus seinem Umfeld, die sagen: Der Ex-BVB-Coach habe gar kein Interesse an einem Job am Cottaweg, auch aus familiären Gründen.

Für Domenico Tedesco, der mit den Leipzigern den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte holte, ist es ein bitteres Ende. Sein Kontrakt am Cottaweg war eigentlich bis zum 30. Juni 2023 datiert. Er selbst hatte im Sommer eine vorzeitige Vertragsverlängerung zunächst verschoben.

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