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Weder Hamburg noch Leipzig

Wohin mit RB? Teutonia Ottensen sucht Ort für Pokalduell – ganz in der Nähe von Leipzig

Hier könnte gespielt werden: das Paul-Greifzu-Stadion in Dessau.

Hier könnte gespielt werden: das Paul-Greifzu-Stadion in Dessau.

Leipzig. Als für den FC Teutonia Ottensen am 29. Mai Titelverteidiger RB Leipzig als Erstrundengegner im DFB-Pokal gezogen wurde, war die Freude bei den Hamburgern groß. "Es ist ein geiles Los", kommentierte Liborio Mazzagatti, erster Vorsitzender des Viertligisten. "Wir hoffen natürlich auf eine ganze Menge Unterstützung, eine volle Bude und ein schönes Fußballfest."

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Eine Absage nach der anderen

Wie viel von dieser Freude knapp drei Wochen später wohl noch übrig ist? Nach wie vor stehen die Gastgeber ohne Austragungsort da. Im heimischen Stadion Hoheluft darf nicht gespielt werden. Dort ist Kunstrasen verlegt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fordert jedoch echtes Grün. Ottensen muss also ausweichen. Das gestaltet sich schwierig.

Die erste Absage kassierte der Regionalligist vom FC St. Pauli (Millerntor). „Bekanntermaßen sieht der FC St. Pauli das Modell von RB Leipzig äußerst kritisch, da es nach unserer Auffassung nicht vereinbar ist mit der 50+1-Regelung, für die wir uns engagieren. Auch in unserer Fanszene und Anhängerschaft stößt das Modell von RB auf starke Ablehnung“, begründeten die Kiez-Kicker ihr Nein. Nach und nach entfielen weitere Optionen, darunter das Volksparkstadion (Hamburger SV) und die Lohmühle (VfB Lübeck).

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Kurze Wege für RB

Und nun? Nach LVZ-Informationen weilten Delegationen des FC Teutonia und des DFB am Donnerstag gegen 16:00 Uhr in Dessau im dortigen Paul-Greifzu-Stadion. Das liegt idyllisch an der Mulde, bietet Platz für bis zu 20.000 Fans, eine moderne Flutlichtanlage und sah schon Gastspiele von Bayern München, Atletico Madrid und Leeds United. Auch RB gab hier bereits seine Visitenkarte ab – bei Freundschaftskicks gegen den SV Dessau 05 (Juli 2017) und Hertha BSC (Juli 2013).

Kopfballduell zwischen Niklas Hoheneder (RB, l.) und Pierre-Michel Lasogga (Hertha, r.) in Dessau.

Kopfballduell zwischen Niklas Hoheneder (RB, l.) und Pierre-Michel Lasogga (Hertha, r.) in Dessau.

Gut möglich, dass die Leipziger nun abermals hierher reisen. Für die Elf von Coach Domenico Tedesco wäre die Partie fast ein Heimspiel. Je nach Fahrstrecke trennen beide Städte 56 bis 73 Kilometer. Die von David Bergner trainierten Kicker aus Hamburg hätten den weiteren Weg. 310 bis 380 Kilometer gibt der Routenplaner für die Strecke zwischen beiden Städten aus – als Gastgeber. Was bleibt da vom Heimvorteil?

Der Verband macht es den Kleinen schwer

Der macht vor allem für die kleinen Clubs den besonderen Reiz des DFB-Pokals aus. Amateure können den Profis in oftmals kleinen und engen, aber proppevollen und lauten Stadien das Leben schwer machen. Doch inzwischen sind es die kleinen Clubs, denen das Leben schwer gemacht wird – und zwar vom Verband. Das Anforderungspapier für die Durchführung von Heimspielen im Pokal liegt der LVZ vor. Es ist umfangreich (70 Seiten plus) und regelt jegliche Abläufe bis ins Detail – von der Helligkeit des Flutlichts (mindestens 800 Lux), über die Entfernung sämtlicher vereinseigener Werbung bis hin zur Farbe von Leibchen für alle im Innenraum. Dann wäre da noch der Medientross. Die Partie zwischen Ottensen und RB wird am 30. August (20.45 Uhr) neben Sky auch live im ZDF gezeigt. Um die 16 Kameras werden im Einsatz sein. Die TV-Teams brauchen Platz für Übertragungswagen, Moderatoren-Pulte, Interview-Zonen und vieles mehr. Der Aufwand ist riesig.

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Wäre so gesehen ein Heimrechttausch die bessere Möglichkeit? Sicher. Die Red Bull Arena ist ein Champions-League-, EM- und WM-Stadion, bringt alle Voraussetzungen mit. Zudem wäre sie wohl besser gefüllt als das Dessauer Rund. Im DFB-Pokal, wo die Einnahmen zwischen den Kontrahenten geteilt werden, ist auch das ein Tauschargument. 2020 erleichterte der DFB die Rochade mit Blick auf Corona. Doch das ist vorbei, ein Tausch verboten. Die Antrittsprämie für die erste Pokalrunde (rund 130.000 Euro) ist angesichts der langen Anforderungsliste schnell aufgebraucht. Dennoch stehen beide Clubs nach LVZ-Informationen in Kontakt – miteinander und mit dem DFB. Der könnte eine Ausnahme genehmigen, wenn die Kosten für den Heimverein zu hoch werden. Der Bremer SV hoffte im vergangenen Jahr für die Partie gegen Bayern München auf Gnade - und hatte Pech.

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