Handball – Weltmeisterschaft 2023

Rote Karte durch „Stolpern“: Leipziger Luca Witzke hoffte auf Videobeweis

Nationalspieler Luca Witzke spricht in Katowice mit den Medien.

Nationalspieler Luca Witzke spricht in Katowice mit den Medien.

Katowice. Für viele Fans auf den Tribünen in der Spodek-Arena in Katowice war die Entscheidung nicht nachvollziehbar, ein lautes Raunen und schrille Pfiffe hallten über die Platte. Auch Luca Witzke zweifelte nach dem Spiel, ob er für sein Foul in der 54. Minute wirklich die Rote Karte verdient hatte. Der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft hatte ganz links am eigenen Kreis verteidigt und Norwegens Rechtsaußen Kevin Gulliksen bei dessen Absprung in den Kreis ein Bein gestellt. Unabsichtlich, wie der Rückraum-Star des SC DHfK Leipzig beteuert. „Ich habe das Gefühl, dass ich einen Schritt hinmache, aber dann stolpere oder leicht wegrutsche“, erklärt Witzke nach der 26:28-Niederlage im letzten Spiel der Gruppenphase.

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An einer einzige Szene lassen sich Sieg oder Niederlage im Handball kaum festmachen. Fakt ist dennoch, dass sich das DHB-Team im Anschluss nicht mehr gut verkaufte. Aus dem 25:25 wurde schnell ein Drei-Tore-Rückstand, den die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nicht mehr aufholen konnte. „Wir haben 52 starke Minuten gezeigt. Das müssen wir auch gegen Frankreich schaffen – und wenn wir die Chance auf den Sieg wollen, müssen wir es noch die letzten Minuten bis zum Ende durchziehen“, erklärt Witzke, der das Spiel möglichst schnell aus dem Kopf kriegen will, den Fokus bereits auf das Viertelfinale legt.

„Zwei Minuten wären gerechtfertigt gewesen“

Dann wird der 23-Jährige auch eine seiner Schwachstellen in den Griff bekommen müssen: die Beinarbeit. Denn der Spielmacher ist zwar schnell und wendig, in der Bundesliga aber auch für den einen oder anderen wortwörtlichen Ausrutscher bekannt. Auch mit der Nationalmannschaft ist es nicht die erste Szene, in der Witzke stolpert und eine Rote Karte verursacht – hier allerdings für seinen Gegenspieler. In der WM-Partie gegen Algerien rutschte der Leipziger im eigenen Angriff weg, stürzte in Richtung von Mittelblocker Sofiane Bendjilali. Der Algerier verhielt sich ungeschickt, traf den SC-DHfK-Profi mit dem Knie am Kopf und sah dafür – nach Videobeweis – die Rote Karte.

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Nicht die erste Rote Karte, die mit einem Stolpern von Luca Witzke in Verbindung steht – hier sieht Algerier Sofiane Bendjilali den Platzverweis.

Nicht die erste Rote Karte, die mit einem Stolpern von Luca Witzke in Verbindung steht – hier sieht Algerier Sofiane Bendjilali den Platzverweis.

Im Spiel gegen Norwegen hätte sich Witzke genau das von dem Schiedsrichter-Gespann auch erhofft: „Ich hätte mir gewünscht, dass sich das vielleicht nochmal angeschaut wird, weil ich mir da jetzt keine Absicht unterstelle. Ich denke, dass da auch zwei Minuten gerechtfertigt gewesen wären. Am Ende haben sie es jetzt so entschieden, es ist jetzt so, ich kann es nicht mehr ändern.“ Eine Sperre erhalten Handballer für die Rote Karte im Turnier nicht, der Leipziger kann am Mittwoch (20.30 Uhr) im Viertelfinale gegen Frankreich also wieder dabei sein. Dann hoffentlich ohne Ausrutscher.

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