Handball-Bundesliga

SC DHfK Leipzig bricht seinen Torrekord: 40:33-Heimsieg gegen MT Melsungen

Vor ohrenbetäubender Kulisse: Die DHfK-Mannschaft feiert mit ihrem Maskottchen den vierten Sieg in Serie.

Vor ohrenbetäubender Kulisse: Die DHfK-Mannschaft feiert mit ihrem Maskottchen den vierten Sieg in Serie.

Leipzig. Zwei Teams auf Augenhöhe, jede Menge Tempo und reichlich Tore: Nach einem enttäuschenden Start in die Saison und schweren Wochen für die Fans des SC DHfK Leipzig geht es bei den Bundesliga-Handballern wieder aufwärts. Vor 3789 Zuschauern lieferten sich die Grün-Weißen am Donnerstagabend ein spektakuläres Duell mit der MT Melsungen, erzielten mehr Tore als jemals zuvor in der Bundesliga. Bis zur 50. Minute war dabei alles offen, dann lieferten die Sachsen der Arena eine Show, kippten das Spiel und ließen die Arena beben. Mit 40:33 (18:21) holten die Leipziger den vierten Sieg in Folge und das höchste Torspektakel, das die Arena je gesehen hat.

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Die körperliche Härte, die DHfK-Cheftrainer Rúnar Sigtryggsson seit nun zwei Wochen von seinem Team einfordert, sollte gegen die MT auf mächtig Gegenwehr treffen. In einem intensiven ersten Durchgang schenkten sich beide Teams keinen Zentimeter. Bereits nach einer Minute handelte sich Gleb Kalarash die erste Zeitstrafe ein. Doch immer wieder konnten die Leipziger in der Startphase die Paraden von Keeper Kristian Saeveras ausnutzen, um in ihr Tempospiel zu kommen und damit vorbei an der MT-Abwehr. In der achten Minute steuerte der Norweger bereits seine dritte Heldentat bei, Luca Witzke netzte im Anschluss zum 7:4 ein. Doch statt ihren Vorsprung auszubauen, fehlte ihnen in der Deckung vermehrt der Zugriff und Saeveras das nötige Glück. Mit einem 4:0-Lauf ab der 12. Minute kippte die MT das Spiel. Allen voran Agustin Cassado konnte sich bei den Gästen immer wieder auszeichnen, sammelte Tore, holte Strafwürfe raus.

Ruhephasen gab es für beide Teams keine, nach jedem Treffer ging es mit schnellen Angaben direkt wieder in die andere Richtung. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte sich noch kein Team einen Vorsprung herausarbeiten können, doch beim 18:19 verzockten sich die Sachsen und kassierten noch zwei Tore, bevor sie in der Kabine kurz durchatmen konnten.

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In die grün-weißen Tribünen mischten sich am Donnerstagabend überraschend viele bunte Farbtupfer. So hatten die MT-Handballer einen eigenen kleinen Fanblock in Rot und Weiß mitgebracht. Aber auch einige Anhängerinnen und Anhänger von RB Leipzig hatten in den selben Farben ihren Weg in die Arena gefunden, um ihre Nachbarn zu unterstützen. Auffällig bunt kam auch eine Schulklasse aus Jena, die ihren Block in Blau und Gelb färbte. Passend zur Farbenvielfalt hing auch die eine oder andere Regenbogenfahne in den Rängen – würde die Handball-Bundesliga dem Fußball-Weltverband Fifa angehören, wäre die gesamte Veranstaltung sicherlich verboten worden.

Ohrenbetäubende Unterstützung der Fans

Wurde sie zum Glück nicht, denn auch im zweiten Durchgang hatten die beiden Teams sehenswerten Handball für die 3789 Zuschauer in der Arena zu bieten. Mit dabei auch der junge Riese Julius Meyer-Siebert, der mit den Grün-Weißen direkt nach dem Wiederanpfiff eine Aufholjagd abfeuerte. Bereits in der 34. Minute traf Kapitän Simon Ernst zum 22:22 und bewegte MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo zu einer Auszeit. Doch statt wieder Ruhe in sein Team zu bekommen, liefen die Hessen im nächsten Spielzug mit einem Mann zu viel auf, kassierten die nächste Zeitstrafe.

Absetzen konnte sich im Anschluss allerdings keine der Mannschaften. Angriff für Angriff, Sprint für Sprint, Tor für Tor lieferten sich MT und SC DHfK einen Schlagabtausch. Vielleicht waren es am Ende die ohrenbetäubenden Fans auf den Rängen, vielleicht auch die bösen Blicke von Coach Sigtryggsson, die den Sachsen die nötige Energie gaben – denn ab der 50. Minute drehten die Grün-Weißen richtig auf. Innerhalb weniger Minuten hatten sie sich einen 35:31-Vorsprung erspielt.

Doch die MT-Sieben sollte eine letzte kleine Pause erhalten, als Matej Klima unglücklich Ivan Matrinovic traf und dieser nach längerer Behandlung verletzt abtransportiert werden musste. Aus dem Rhythmus kamen die DHfK-Profis aber nicht und spielten die MT 40:33 an die Wand.

Stimmen zum Spiel

Julius Meyer-Siebert: „Das Spiel hatte eine Wahnsinnstempo, aber irgendwie habe ich dann noch reingefunden. In der Deckung hatten wir es aber schwer, aber am Ende zählen nur die zwei Punkte. Darüber sind wir sehr, sehr glücklich. Da können wir viel positive Energie mitnehmen.“

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Lukas Binder: „Das Tempo ist die klare Ansage des Trainers, so wollen wir spielen. Das haben wir zu lange vernachlässigt. Eigentlich wollen wir aber auch eine gute Abwehr stellen – das ist uns nicht so richtig gelungen. Aber 33 Gegentore klingt auch dramatischer als es war. Wir sind beide sehr viel Tempo gegangen. Das war ein sehr hartes Spiel, sehr anstrengend. Aber genau so soll es sein.“

Statistik

Tore SC DHfK Leipzig: Ivić 8, Wiesmach 7, V. Kristjansson 6/3, Maric 6, Witzke 5, Ernst 4, Klima 2, Binder 1, Sunnefeldt 1

MT Melsungen: Casado 8, K. Häfner 7, Ignatow 4, Martinovic 4/2, Arnarsson 3, E. Jonsson 3, A. Gomes 2, Kalarasch 1,

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